Aus seinem Zyklus „Schein und Sein“, bei dem immer ein Mensch in zwei Stadien – seiner puren Existenz und seiner konventionellen Rolle – porträtiert wird, ist hier die „Thronende“ ausgewählt.<br>
Eine weibliche Herrscherfigur sitzt statuarisch auf ihrem Thron, mit einem langen Gewand und ist mit einer Krone geschmückt. Daneben hockt dieselbe Person auf einem kleinen Schemel mit herabhängenden Schultern und unbekleidet.
Diese unterschiedlichen Dimensionen des Menschseins kennzeichnet der Bildhauer durch die verschiedenartige Bearbeitung des Holzes: der „schöne Schein“ weist eine glatte Oberflächenstruktur auf, während das „pure Sein“ durch tiefe Sägespuren aufgebrochen ist.
Aus: Dem Menschsein auf der Spur. Andreas Kuhnlein, Holzskulpturen. Ausstellungs-Katalog, herausgegeben von Stefanie Lieb, Katholische Akademie Schwerte, 2013, S. 16–17.
Andreas Kuhnlein
geb. 1953 in Unterwössen, Chiemgau,
Schreinerlehre, seit 1983 als freischaffender Bildhauer im Chiemgau tätig, arbeitet seit 1995 mit großformatigen gesägten Holzskulpturen aus ganzen Baumstämmen, über 180 Einzelausstellungen im In- und Ausland.
Weiteres unter: http://kuhnlein-bildhauer.de