Mit seiner Skulptur „Hängepartie“ spricht Andreas Kuhnlein mehrere Aspekte des Menschseins an: Es kann das Leben an sich gemeint sein, mit seinen Höhen und Tiefen, die der Mensch physisch und psychisch durchwandern darf und muss. Es kann sich aber auch auf gesellschaftliche, soziale oder wirtschaftliche Strukturen beziehen, an die der Mensch sich immer wieder aufs Neue mit bergsteigerischem Geschick anpassen muss, um nicht abzustürzen.
Die männliche Figur ist in einer leicht verdrehten Haltung mit durchgestreckten Armen auf die zwei vorderen Holzpflöcke des Sockels aufgestützt. Der Oberkörper ist aufgerichtet, und sein Blick weist nach vorne in eine nahe Zukunft. Das rechte Bein ist stark angewinkelt und ruht mit dem Fuß auf dem hinteren Holzpflock des Sockels, während das linke Bein gestreckt über dem „Abgrund“ des Sockels schwebt. Es scheint so, als würde der Mann sich gerade aus einer niedrigeren Position in eine Gipfellage hochziehen wollen. Sein Blick ist zwar zuversichtlich, Haltung und Oberflächengestaltung der Skulptur suggerieren jedoch auch die gleichzeitige Unsicherheit und Nachdenklichkeit über die nächsten Schritte, die wahrscheinlich bereits wieder einen neuen Kraft- und Balanceakt erfordern werden.
Andreas Kuhnlein
geb. 1953 in Unterwössen, Chiemgau,
Schreinerlehre, seit 1983 als freischaffender Bildhauer im Chiemgau tätig, arbeitet seit 1995 mit großformatigen gesägten Holzskulpturen aus ganzen Baumstämmen, über 180 Einzelausstellungen im In- und Ausland.
Weiteres unter: http://kuhnlein-bildhauer.de