Plus
S. 23
Die Autorin stellt zunächst das von ihr gewählte wirtschaftsethische Konzept vor und zeichnet sodann die Ursachen und die dramatische Geschichte der Finanzmarktkrise nach. Dabei werden systematische Fehlanreize benannt, die zur Verschärfung der Krise beigetragen haben: vom umsatzabhängigen Einkommen der Banker und Börsenmakler über die irrigen Einschätzungen der Rating- Agenturen bis zum wachstumsreduzierenden Sparzwang gegenüber den am stärksten betroffenen europäischen Ländern. Sinnvolle Auswege aus der Krise lassen sich am besten finden, so die Autorin, wenn es ein Einvernehmen gibt zu den Werten und Zielen, die den Weg bestimmen. Ein gerechtes Finanzmarktsystem dürfe niemandem seine Menschenrechte nehmen und müsse der Fähigkeit der Menschen, ihren Lebensstandard selbst zu sichern, dienlich sein. Die Macht der Akteure dazu beizutragen, sei ganz unterschiedlich auf nationaler und internationaler Ebene, bei politischen Entscheidungsträgern, privatwirtschaftlichen Finanzinstituten und einzelnen Bürgern. Der Beitrag endet mit ganz konkreten, zum Teil kontrovers diskutierten Vorschlägen für jede dieser Ebenen. Von Brigitta Herrmann