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S. 11
Der deutsche Zivile Friedensdienst (ZFD) wurde 1999 gegründet. Es handelt sich um ein international einzigartiges Gemeinschaftswerk von Staat und Zivilgesellschaft, das als Instrument der Entwicklungszusammenarbeit Beiträge zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung leisten soll. Nach Jahren eher geringer öffentlicher Präsenz und Aufmerksamkeit rückt er nun wieder stärker in den Blick der Gesellschaft. Nicht zuletzt ist das auf seine Evaluierung zurückzuführen, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie des Konsortiums Ziviler Friedensdienst in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführt wurde. Die Gutachter kommen zu einem durchaus positiven Ergebnis und setzen sich für eine Weiterführung des ZFD ein. Dabei empfehlen sie weitreichende Veränderungen, durch die die Wirksamkeit der Friedensarbeit gesteigert werden soll. Besonderen Wert legen sie auf die Entwicklung trägerübergreifender Strategien, ein verbessertes Projektmanagement und eine Flexibilisierung der Förderinstrumente. Das aktuell überwiegende Kernmerkmal der mehrjährigen Personalentsendung soll modifiziert werden, hin zu mehr finanzieller Förderung und Nutzung von Kurzzeitberatung für die Partnerorganisationen vor Ort.
Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e. V., die als Personaldienst der deutschen Katholiken für weltkirchliche Arbeit und Entwicklungszusammenarbeit Mitglied im Konsortium ZFD ist, tut eine Weiterentwicklung des ZFD Not. Im Folgenden soll den Herausforderungen nachgegangen werden, vor denen der ZFD aus der Sicht der AGEH steht. Von Martin Vehrenberg