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S. 19
Die Erwerbsarbeit nimmt im Leben der einzelnen und auch im Zusammenleben einen immer größeren Raum ein. Angesichts fortwährender Massenarbeitslosigkeit wird sie auch gesellschaftlich zur „Hauptsache“ erklärt. Der folgende Beitrag lenkt den Blick auf die destruktiven Folgen dieser Entwicklung, die nicht nur die Arbeitskraft, sondern alle subjektiven Fähigkeiten, die persönliche Zeit und Motivation an die Erwerbsarbeit bindet. Welche Auswirkungen hat es, wenn das private Lebensumfeld, die mit anderen Menschen geteilte Freizeit den Erfordernissen der Erwerbsarbeit strikt untergeordnet werden? Wie verändert sich die Fähigkeit der Arbeitenden, auf die eigenen Interessen zu achten, wenn im Betrieb Kontrolle zunehmend ersetzt wird durch Selbstkontrolle? Wie wirkt sich die in der Arbeitswelt geforderte Flexibilität auf andere gesellschaftliche Sphären aus? Einige Vorschläge, der Erwerbsarbeit erneut Grenzen zu setzen, beschließen den Beitrag. Von Matthias Möhring-Hesse