Ich, Johannes, sah einen neuen Himmel und eine neue Erde;
denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.
Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen;
sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.
Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen:
Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen!
Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein;
und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen:
Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.
Denn was früher war, ist vergangen.
Er, der au f dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.
Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. –
Offb 21,1–5
Ansicht
Die Dinge sehen, ansehen, anders sehen, den Moment erfassend,
bewusst, den Kairos, bereit und
eine Kamera zur Hand.
Gerichtete Wahrnehmung aufs Alltägliche:
Farbe, Form, Körper, Struktur, Ordnungsmuster, die Schönheiten
der Schöpfung, wie auch die ihres Zerfalls, ihrer Zerstörung, ihres
Vergehens auf den Punkt gebracht – Kontemplationen.
Die Aufnahmen meiner Bilder sind grundlos, geschuldet lediglich
dem Augenblick; Begründungen verstellen den Dialog.
Es kostet Zeit, Zeit zu sehen, anzusehen, anders zu sehen;
die ganze Welt ist eine Galerie mit ständig wechselndem Programm.
CJM
Christian J. Matuschek (* 1968)
ist freischaffender Fotograf und Theologe. Nach einem längeren Aufenthalt in New York City lebt und arbeitet er nun am nördlichen Rand des Sauerlands als Vikar im Pastoralverbund Warstein. Weiteres unter www.foto-lounge.de