Wider den dunklen Durst der RacheZur Todesstrafe als Instrument staatlichen Gewalthandelns

Zum zivilisatorischen common sense gehört seit Jahrzehnten weithin die Ächtung der Todesstrafe. Dieser common sense wird bis in unsere Gegenwart hinein leidlich eingetrübt durch das Faktum von – weltweit betrachtet – jährlich mehreren Tausend vollstreckter Hinrichtungen, die teilweise öffentlich, teilweise aber auch im Verborgenen stattfinden. Mit der Problematik der Todesstrafe ist man als Mitteleuropäer auch heute noch konfrontiert, wenn auch meist mit einer beträchtlichen räumlichen Distanz: entweder durch aufklärende Menschenrechtsberichte, medienpräsente Verfahren in den USA, Solidaritätskampagnen gegen Steinigungen in islamischen Gesellschaften oder auch immer wieder durch cineastische Impulse mit ihrer sozialkritischen Reflexion auf gesellschaftliche Missstände, insbesondere in den Vereinigten Staaten oder in asiatischen Gesellschaften (exemplarisch: Dead Man Walking, USA 1995; Return to Paradise [Für das Leben eines Freundes], USA 1998).

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