Der Tod der Jungfrau

Thomas Jessen, Der Tod der Jungfrau, 290 × 200 cm, 2006, Öl/Leinwand
Thomas Jessen, Der Tod der Jungfrau, 290 × 200 cm, 2006, Öl/Leinwand© Thomas Jessen

„Der Tod der Jungfrau“ von Thomas Jessen bezieht sich auf das gleichnamige Bild des barocken Malers Michelangelo Caravaggio.

Die Familie des Tiberio Cerasi, des pensionierten Schatzmeisters Papst Clemens VIII. hatte die Kapelle links neben dem Hauptaltar in der Kirche Santa Maria del Populo gekauft, um dort ihre Familiengruft einzurichten. Caravaggio malte hierfür 1601 bis 1603 sein größtes Altarbild: Der Tod der Jungfrau, 369 × 245 cm. „Das Bild scheint zu erzählen, auf welche Art man den Tod einer Frau aus dem niederen Volke betrauert …“, schreibt der italienische Kunstgeschichtler Roberto Longhi.
Im Winter des Jahres 1601 trat der Tiber über die Ufer. Im damaligen Rom ging das Gerücht, der Maler habe eine Prostituierte, die man tot aus dem Fluss gefischt hatte, als Modell genommen.
Die Karmeliter, die Besitzer der Kirche, lehnten daraufhin das Bild (natürlich!) ab! So fand es zunächst keinen Käufer.

Erst später trat das Gemälde seinen Weg durch die Geschichte an: Auf Anraten von Peter Paul Rubens erwarb es der Herzog von Mantua, Vincente Conzaga, für seine Sammlung. Diese wiederum wurde weitgehend an Charles I. von England verkauft. Nach dem Tod des Königs besaß der Pariser Bankier Jabach eine Zeit lang das Gemälde bis es Ludwig XIV. erwarb. So ist es heute im Louvre zu bewundern …

Thomas Jessen,
geb. 1958 in Lübbecke/Westf.,
Studium an der Kunstakademie Düsseldorf,
Meisterschüler von Alfonso Hüppi,
zahlreiche Ausstellungen und Kunstwerke im öffentlichen Raum,
Weiteres unter: thomasjessen.de