Plus
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Im April 2007 haben die katholischen deutschen Bischöfe die zweite, aktualisierte Auflage ihres Expertenpapiers zur Herausforderung des globalen Klimawandels vorgelegt: „Der Klimawandel: Brennpunkt globaler, intergenerationeller und ökologischer Gerechtigkeit“. Nach Ansicht der Bischöfe ist die gefährliche anthropogene, d. h. menschengemachte Beeinflussung des Weltklimas keine Naturkatastrophe, kein unabwendbares Schicksal, sondern „eine massive Ungerechtigkeit [...], die bestehendes Unrecht noch verschärft“ (Nr. 39)1 . Denn die Lasten der Klimaveränderungen sind ungleich verteilt, und zwar umgekehrt proportional zur Verursachung. Auch von daher besteht eine ethische Verpflichtung zum Handeln, zur Minderung und zur Anpassung, wobei nach dem Verursacherprinzip vor allem die Industrienationen und Transformationsländer, aber auch die emerging economies sowie die Reichen in den Entwicklungsländern in der Pflicht sind, ihre nicht nachhaltigen Produktions- und Konsumstile sowie insbesondere ihre „fossilen“ Entwicklungspfade zu verlassen. Nicht zuletzt muss die Kirche selbst in Solidarität mit den Opfern des Klimawandelns und den nachrückenden Generationen ihr wirtschaftliches Handeln als Konsumentin und Investorin nachhaltiger gestalten. Denn „Klimaschutz ist [...] eine unaufschiebbare Aufgabe zur globalen Sicherung menschenwürdiger Existenz und zum Schutz der natürlichen Ökosysteme.“ (Nr. 2) Von Andreas Lienkamp