Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was der antike Biograf Sueton über die ersten römischen Kaiser schreibt, dann ist »Sodom und Gomorra« als Bezeichnung noch untertrieben. Der alternde Kaiser Tiberius etwa lebte demnach seine pädophilen Triebe an Kleinkindern aus, die er seine »Fischchen« nannte. Denn der Lustgreis ließ die Kleinen beim Baden zwischen seinen Beinen hindurchschwimmen, »um ihn dabei zu lecken und zu beißen«. Caligula hatte Sex mit seinen Schwestern, Nero mit seiner Mutter – und er ging in seinem Größenwahn noch über Augustus hinaus, der einen ganzen Monat (August) nach sich benennen ließ: »Den Monat April nannte er ›Neroneus‹, ebenso hatte er vor, Rom in ›Neropolis‹ umzutaufen.« Viele Anekdoten sind sicherlich übertrieben, aber es ist nicht alles erfunden, wie Sie in diesem Heft lesen können.
Kommen Ihnen heute manche Staatschefs verrückt vor? Hier die gute Nachricht: Caligula und Co. waren wohl noch viel verrückter, und selbst diese durchgeknallten Autokraten bedeuteten nicht das Ende der Zivilisation. Im Gegenteil: Unter den nachfolgenden Herrschern – Vespasian, Trajan, Hadrian – erlebte das Römische Reich seine Blütephase und bestand noch Jahrhunderte fort.
Ihr
Dr. Christian Pantle, Chefredakteur