Bühne frei für KinderKinder-Kunst-Tag macht Kultur in Baden-Württemberg erlebbar

Rund 1.800 Kinder aus 126 Kitas aus ganz Baden-Württemberg besuchten am 12. Mai 2026 im Rahmen des Kinder-Kunst-Tages der element-i Bildungsstiftung verschiedene Museen, Musik-, Kunst- und Tanzschulen, Bibliotheken, Theater und Galerien. Dabei haben sie viel erlebt.

Kinder und Erwachsene sitzen im auf dem Boden im Kreis.
© element-i Bildungsstiftung

Am 9. Kinder-Kunst-Tag Baden-Württemberg der element-i Bildungsstiftung öffneten 69 Kulturorte aus 28 Kommunen ihre Türen und ermöglichten Kita-Kindern besondere Einblicke, kreative Begegnungen und eigene gestalterische Erfahrungen. Hier vier Beispiele dafür:

Stuttgart: Forum Theater
Das Forum Theater im Forum 3 in Stuttgart machte den Kinder-Kunst-Tag für zwei Kindergartengruppen aus Leinfelden-Echterdingen und Sindelfingen zur Entdeckungsreise durch die Welt des Theaters. Nach der Begrüßung im Foyer stellten Mitarbeitende den Kindern das Haus und ihre Arbeit vor. Anschließend durften die Kinder den Theatersaal erkunden – inklusive Lichtshow, Ton und staunenden Blicken auf die Bühne. Besonders spannend: die Requisiten, der Fundus, die Maske und die Umkleide. Danach wurden die Kinder selbst aktiv. In kleinen Gruppen spielten sie pantomimisch Szenen nach oder verwandelten sich in Tiere. Zum Abschied überreichte die Gruppe aus Sindelfingen den Gastgeber:innen ein selbst gebasteltes kleines Theater aus Karton.

Karlsruhe: Kunstmuseum
Was ist eigentlich ein Stillleben? Und warum können Obst, Blumen, Fische oder Kakteen auf einem Bild so spannend sein? Diesen Fragen gingen zehn Kinder aus dem element-i Kinderhaus Sterngucker beim Kinder-Kunst-Tag im Kunstmuseum Karlsruhe nach. Die fünf- bis sechsjährigen Kinder erlebten einen Workshop, der Kunstbetrachtung und eigenes Gestalten miteinander verband. Unterstützt durch die Workshopleitung klärten sie den Begriff des Stilllebens und betrachteten beispielhafte Bilder. Die Kinder beschrieben aufmerksam, was sie sahen, teilten eigene Eindrücke und brachten sogar eigens Fachwissen aus dem Bereich Kunst ein. Anschließend wurden die jungen Besucher:innen selbst kreativ: Sie betrachteten Obst genau und gestalteten eigene Stillleben. Als die Werke fertig waren, präsentierten die Kinder ihre Bilder stolz der Gruppe.

Marbach: Tobias-Mayer-Museum
Im Tobias-Mayer-Museum in Marbach drehte sich für die Kinder der Mondgruppe des örtlichen Kindergartens Pusteblume alles um den Mond und den Marbacher Wissenschaftler Tobias Mayer, der u.a. den ersten Mondglobus zeichnete. Warum sieht der Mond immer wieder anders aus? Woher kommen seine Flecken? Und verschwindet er manchmal wirklich? So lauteten die Fragen, denen die Kinder nachgingen. Beobachtungen und Experimente sorgten für viele kleine Aha-Momente. Besonders eindrücklich war ein Versuch mit Lampe und Mondglobus, der anschaulich machte, dass der Mond seine Form nicht verändert, sondern wir nur beleuchtete Teile sehen. „Wie eine Banane!“, rief ein Kind beim Anblick eines Sichelmondes begeistert. Zum Abschluss gestalteten die Kinder eigene Mondkrater im Sand und bastelten ein Mond-Mobile, das sie mit zurück in die Kita nehmen konnten.

Filderstadt: Musikschule
In der Musikschule Filderstadt begrüßte Marie Weisser, Fachbereichsleitung für Elementare Musikpädagogik, 15 Kinder aus dem Kindergarten Mahlestraße. Im Musik- und Bewegungsraum startete die Gruppe mit einem Begrüßungslied, das die Kinder begeistert mitsangen – mal laut, mal leise, mal nur noch geflüstert. Durch Instrumente, Fingerspiele, Lieder und Bewegung erfuhren die Kinder, wie unterschiedlich Klänge wirken können. Dabei machten sie zum Beispiel die Erfahrung, dass ein Metallophon lange nachklingt, während ein hölzernes Xylophon kurze Töne erzeugt. Außerdem lernten sie eine sogenannte Rührtrommel kennen. „Ich krieg’ einen Ohrwurm“, stellte ein Kind lachend fest. Mit Geigenklängen und einem Abschiedslied ging die Musikstunde zu Ende.

Erfahrungen, die nachwirken
„Der Kinder-Kunst-Tag ist ein Türöffner für Kinder und ihre Familien“, sagt Meike Betz-Seelhammer, Leiterin der element-i Bildungsstiftung. „Kinder entdecken die vielfältige Kulturlandschaft Baden-Württembergs und tragen ihre Begeisterung mit nach Hause. So entstehen wertvolle kulturelle Erfahrungen, die oft weit über den Aktionstag hinauswirken.“
Seit 2016 schafft der Kinder-Kunst-Tag niedrigschwellige Zugänge zu kultureller Bildung. Ziel ist es, Neugier zu wecken, Kreativität zu fördern und Kindern unabhängig von Herkunft oder den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien neue Erfahrungsräume zu eröffnen. Seit Beginn des Projekts haben bereits weit über 8.000 Kinder teilgenommen. Ermöglicht wurde der Kinder-Kunst-Tag in diesem Jahr auch durch die Unterstützung der Schüssler Escher Stiftung, die ihn mit 12.000 Euro förderte.

Über die element-i Bildungsstiftung
Die im Jahr 2011 gegründete element-i Bildungsstiftung eröffnet Kindern neue Horizonte – unabhängig von ihrem Geschlecht, Herkunft oder den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern. In interaktiven Projekten rund um „Kunst und Kultur“ sowie „Tüfteln und Forschen“ können die Kinder ihre Interessen und individuellen Begabungen entdecken, Kreativität und Selbstvertrauen entwickeln und daraus Kraft für ihr gesamtes Leben schöpfen. Nur wer seine Talente kennt, kann sie sinnvoll zum Wohl unserer Gesellschaft nutzen. Die element-i Bildungsstiftung gGmbH arbeitet operativ, ist konfessionell sowie parteipolitisch ungebunden und als gemeinnützig anerkannt. In diesem Jahr feiert sie ihr 15-jähriges Jubiläum.

Svenja Dreher
KONZEPT-E für Bildung und Soziales GmbH

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