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Transkript
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Intro
Ja, ich finde es auch immer super schön Experten einfach auch zu hören. Und Expertinnen.
Hallo und herzlich willkommen zu heute im Kindergarten, dem Podcast von "Kindergarten heute". Hier erwarten euch kleine und große pädagogische Happen. Perfekt zu genießen auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause.
Karen
Hallo zusammen, herzlich willkommen zu einer neuen Folge. Hallo Patrick. Hallo, schön, dass du hier wieder heute bei mir bist im na Hauptstadtstudio.
Patrick
Im Hauptstadtstudio, ganz genau.
Karen
Genau. Und wir sind heute nämlich wieder für eine besondere Folge hier. Wir treffen uns nachher mit Doktor Petra Schneider, die heute unsere Expertin sein wird zum Thema Peer-Kontakte unter Kleinkindern, ne, haben wir ja wieder dieses schöne Thema und nachher steigen wir ein, dass es für uns alle bisschen einfacher wird, das zu greifen. Ja, und ich bin sehr gespannt, was was heute so bisschen auf uns zukommen wird. Es geht natürlich wieder eher um ein U-3 Thema, weil das wieder für unsere Schwesternzeitschrift Kleinstkinder sein wird, beziehungsweise mit unserer Schwesternzeitschrift. Aber im Kleinkindbereich kennen wir beide uns ja auch aus, Patrick, oder?
Patrick
Absolut, absolut. Und manchmal benehmen sich ja auch die älteren Kinder, als wären es Kleinkinder.
Karen
Da hast du recht. Aber klar, natürlich geht es erstmal so um die frühen Peer-Kontakte, die die Kinder haben, oder natürlich sowieso die ersten Kontakte unter Kindern und dann halt, wenn sie sich zu Peers zusammenfinden. Das wird, glaub ich, nachher Frau Schneider sehr gut, beziehungsweise Petra, wir werden uns nachher auch duzen. Also gut, so wie wir uns auch. da 'n bisschen für uns erörtern.
Patrick
Ist halt super spannend, weil es so 'n ganz alltägliches Thema einfach ist, ne? Also die Peer-Kontakte, die die Kinder zueinander haben und das find ich auch super spannend, das noch mal 'n bisschen von der Experten ja Perspektive zu sehen, wie wichtig das eigentlich ist und wie man das auch gut unterstützen kann, weil es gibt ja schon immer wieder Freundschaften, die sich so rauskristallisieren und was das eben so zu bedeuten hat, find ich super spannend.
Karen
Ja, da hast du recht. Ich meine, das sind ja immer alltägliche Themen, auf die wir irgendwie eingehen können. Vor allem bei kleinen Kindern ist es ja irgendwie das, was halt gerade passiert und das ist dann ganz wichtig und ganz groß. Ja, ich bin auch gespannt, ob wir vielleicht was Neues lernen, was wir noch gar nicht beachtet haben.
Patrick
Absolut.
Karen
Wir haben uns natürlich Fragen überlegt und da gehen wir gleich rein und dann schauen wir, was wir mitnehmen können und gehen dann nachher auch wieder raus.
Patrick
Dann gehen wir rein und wieder raus.
Karen
So wie wir es halt so machen.
Sound
Musik und Knuspern
Karen
Ja, dann schön, dass wir heute uns hier zusammengefunden haben. Hallo an Doktor Petra Schneider, die heute mit uns zum Expertinneninterview da ist für unsere neue Ausgabe, ich glaube, es ist die Aufgabe 4_26 von Kleinstkinder. Und genau, du hast zwei Beiträge, ich glaube sogar drei ne, ein Fachbeitrag, ein Praxisbeitrag und noch Impulse geschrieben zum Thema Peer-Beziehungen unter Kleinkindern. Genau, darüber wollen wir heute ein bisschen sprechen und wenn du möchtest, kannst du gerne dich selbst kurz vorstellen, dann sind alle wichtigen Dinge zur Person geklärt.
Petra Schneider
Genau, also meinen Namen hast du ja schon gesagt. Ich bin Soziologin, promovierte Soziologin, hab auch promoviert zu dem Thema Gruppenprozesse im Kindesalter. Tatsächlich aber bezogen auf die Kindergartenkinder, also da hab ich geforscht mit drei bis sechsjährigen Kinder und leider nicht schwerpunktmäßig mit den ganz kleinen Kindern, weil damit fing es tatsächlich mal an, meine Forschungstätigkeit in diesem Gebiet. Und hatte jetzt so schon, selbst so schon fast 20 Jahre her, in meiner Diplomarbeit Beobachtungen gemacht, teilnehmende Beobachtungen bezüglich der Krippenkinder. Und seitdem beschäftige ich mich mit dem Thema, arbeite aber hauptberuflich an einem Forschungszentrum hier in Dresden, was angehörig ist an die Evangelische Hochschule Dresden und wir machen so Praxisentwicklungsforschungsprojekte, wo wir intensiv zusammenarbeiten mit Kindertageseinrichtungen, jetzt auch aktuell mit Horten und Grundschulen und mit denen gemeinsam uns auf den Weg machen, Qualität zu entwickeln, neue Konzepte zu entwickeln und dabei bestmöglich immer die Kinder einzubeziehen. Also das ist schon auch ein Fokus, der auch in diesen Projekten mir erhalten geblieben ist.
Karen
Schön, das klingt nach einer schönen Verzahnung, auch das dann so von allen Seiten zu zu beleuchten. Ich würde dann, glaube ich, direkt mal starten mit einer Begriffsklärung für uns alle oder für uns, ne. Du weißt es ja, was bedeutet denn eigentlich Pias und gibt es dann Unterschied zu einer Kindergruppe in der Einrichtung, ne, die ja auch der Gruppierung ist, so ja.
Petra Schneider
Ja, das ist eine spannende Frage. Ehrlich gesagt, arbeite ich da im Moment selbst noch so ein bisschen mit einer mit einer Arbeitsdifferenzierung oder einem Arbeitsbegriff und habe jetzt so gerade aktuell für mich so die Unterscheidung, dass die Peer-Beziehungen die Beziehungen zwischen den Kindern sind, die sehr konkret sind, also die stattfinden, also die Interaktion, die zwischen den Kindern stattfinden, die Spiele, die zwischen den Kindern stattfinden. Das kann zwischen 2 Kindern sein, aber eben auch mal zwischen 3 oder 4 Kindern sein. Je älter die Kinder werden, umso größer wird ja dann gegebenenfalls auch die Spielgruppe. Die Kindergruppe hingegen, die sehe ich eher immer so als das Ganze. Also wenn man sich jetzt so so 'ne Krippeneinrichtung vorstellt, ne, also 'ne Betreuungseinrichtung für die ganz kleinen Kinder, da werden vielleicht, sagen wir jetzt mal, 12 Kinder betreut und daraus ergibt sich so ein Gesamtgefüge in diesem Gruppenraum und jedes Kind ist für das andere Kind ein potenzieller Spielpartner, ein potenzieller Ansprechpartner, ein potenzielles Gegenüber, den es ansteuern kann. Und ich schau mir immer die Kindergruppe so ein bisschen wie von oben an, so wie als Vogelperspektive und wie dann jeweils die einzelnen Kinder miteinander in Kontakt kommen. Dort hinten spielt eine kleine Dyade zusammen, vorne in der Ecke laufen 3 Kinder von links nach rechts und das alles, was da aber zusammen passiert, ist für mich sozusagen dieses organische Gefüge einer Kindergruppe. Und ja, so ist gerade so ein bisschen der aktuelle Stand. Peers ist ja 'n recht geläufiger Begriff. Sie haben es ja auch gerade Ihrem Kollegen oder du hast es ja gerade einem Kollegen gesagt, ne, du weißt, was das ist, genau. Ist also auch in der Ausbildung, denke ich, 'n etablierter Begriff, womit die Gleichaltrigen gemeint sind. So fing es mal an, dass man damit die Gleichaltrigen bezeichnet hat. Ich greife das 'n bisschen weiter und sage, es sind nicht nur die Gleichaltrigen, sondern vor allen Dingen die Gleichgesinnten. Also die Kinder, die ähnliche Interessen haben, die vielleicht auf dasselbe Spielzeug zusteuern, die vielleicht auch einen ähnlichen Humor haben, eine ähnliche Art haben, miteinander zu lachen. Und sich darüber sozusagen finden über ähnliche Merkmale. Das kann durchaus auch altersübergreifend sein. Also, das kann auch durchaus sein, dass sich da 'n zweijähriges und 'n fünfjähriges Kind findet und da ganz viel Zeit miteinander verbringt. Das ist gar nicht so üblich, hat man ja schon allein dann auch in Geschwisterkonstellationen. Damit wären ja die Kinder auch groß und das ist denen ja durchaus vertraut oder Cousin und Cousinen, die vielleicht in einem anderen Alter sind. Aber trotzdem gibt es diese gemeinsamen Interessen, die die Kinder zueinander bringt.
Karen
Ah ja, das find ich wirklich spannend, dass es eben nicht die Gleichaltrigen sind, sonst wär es ja auch wieder auf die Kindergruppe fokussiert, ne, weil da sind ja oft Gleichaltrige zusammen, aber klar heißt natürlich nicht, dass sie dann auch sich für dieselben Dinge interessieren oder gleich weit sind in ihrer individuellen Entwicklung.
Petra Schneider
Genau, also das ist auch so 'n wichtiges Merkmal, ne, zum Beispiel ähnlich zu sein in der Entwicklung, ähnlich zu sein in der Sprachentwicklung, ähnlich zu sein in der kognitiven Entwicklung, weil das dann dadurch einfach leichter fällt, auch gemeinsam ein Spiel aufzubauen, wenn man da ganz ähnliche Kompetenzen hat und das ist nicht immer unbedingt vom Alter abhängig.
Karen
Mhm, jetzt haben wir schon über Alter gesprochen, also gibt es dann da auch Unterschiede in diesen Peer-Beziehungen, wenn es jetzt, wenn wir jetzt von U3 Kindern sprechen oder eben Drei- bis Sechsjährigen oder Fünfjährigen, wie auch immer, gibt es da, kann man die irgendwie anders einteilen?
Petra Schneider
Vielleicht so 'n bisschen von der Art der Kommunikation oder der Art, wie sie miteinander in Interaktion treten. Vielleicht lassen sich da Unterschiede festmachen. Also je jünger die Kinder sind, sag ich mal, umso nonverbaler funktioniert die ganze Kommunikation. Also da läuft ganz viel über Blicke, über Gesten, über Hinwenden, aber auch Abwenden. Die Kontakte sind spontaner und kurzlebiger. Also das finde ich auch mal ganz faszinierend, wenn man in den Kleinkindgruppen ist, zu beobachten, wie die auf einmal zusammenkommen, ganz kurz was miteinander spielen und dann aber schon wieder auseinander gehen, weil irgendetwas anderes auf der anderen Seite des Raumes interessiert. Also es hat nicht so 'ne Beständigkeit, nicht so 'ne Dauer. Sie sind vielleicht auch, mhm, ich guck mal hier noch 'n bisschen auf mein Spickzettel,
Karen
Den hab ich auch.
Petra Schneider
Genau. Sie sind in dem Alter auch noch sehr stark, wobei das dann auch in dem, wenn sie älter sind, auch durchaus noch greift, objektbezogen. Also viele Kontakte finden statt über Gegenstände, also sie schieben sich 'n Bauklotz rüber oder es wird 'n Auto zu dem anderen rübergefahren und er greift das Auto auf und fährt weiter mit dem Auto. Also das ist immer so 'ne Brücke, auch körperbezogen, da gibt es diese ganz tollen Videobeobachtungen von der Maria Vincer und ihren Kolleginnen in den Kinderheimen, wo die Kinder nicht so viele Spielsachen hatten, aber es ganz interessant fanden, die Hand des Gegenübers zu erforschen, die Haare zu erforschen und da mit einem Genuss in den Haaren des anderen Kindes zu streicheln oder auch zu ziehen. Also das kann auch durchaus mal sehr rabiat werden, eben weil es noch sehr körperlich geprägt ist, die Interaktion. Und. Ja, und ja, vielleicht soweit sind das vielleicht so vordergründige typische Merkmale für diese Altersgruppe und bei den älteren Kindern sieht man dann schon durchaus sehr viel längere Spielsequenzen. Es werden sehr viel umfangreichere Spiele auch gespielt, Rollenspiele kommen mit hinzu, ganze Themen, ganze Komplexe werden miteinander ausgehandelt. Man spricht in dem Alter dann auch von so einer Art Metakommunikation, die stattfindet. Also sie handeln miteinander aus, du bist jetzt die Prinzessin, ich bin jetzt der König, ich bin jetzt der Prinz, ich komme jetzt angeritten, dann musst du dich und und das kann sehr lange dauern, diese Aushandlung, wer jetzt was ist und was tut, bevor dann die Kinder überhaupt in den Spielmodus kommen. Manchmal ist dieser Spielmodus sogar kürzer als diese Phase der Aushandlung und der Metakommunikation. Das ist bei den kleineren Kindern aufgrund auch der Sprache, die noch nicht so ausgeprägt ist, natürlich auch noch nicht da, sondern da passiert es tatsächlich, die kommen zusammen und spielen zusammen und machen die Tätigkeiten. Da sind auch Anfänge des Rollenspiels zu beobachten, also typisch auch in dem Alter, Mutter-Vater-Kind-Spiele, Tierspiele, sehr beliebt in diesem Alter. Und was auch noch sehr interessant ist, das fand ich sehr faszinierend, als ich damals so meine Recherchen betrieben hab, der William Corsaro, ein Soziologe, der hat interkulturell geforscht und hat in verschiedenen Ländern sich Kinder angeschaut, wie die miteinander spielen. Und da ist zu beobachten, dass wir quasi über die Kulturen hinweg Spielformen überall wiederentdecken. Also ganz typisch zum Beispiel ist in diesem Alter das Hin und Herlaufen im Raum. Also von der Tür rüber zu den Fenstern, dann am besten hinterm Vorhang verstecken, dann wieder zurück laufen und dabei gemeinsam zu kichern und sich zu freuen. Sieht man in ganz vielen Kulturen. Oder auch was ganz typisch ist. Je nachdem, was da ist, Hocker hinzustellen und wie eine Art Eisenbahn aufzubauen oder einen einen Zug aufzubauen, je nachdem, was die Kinder auch in ihrer Kultur kennen. Aber dieser Akt, gemeinsam diese Hocker aufzubauen, als Reihe aufzubauen und jeder setzt sich dann auf einen Hocker und steht wieder auf, auch ganz typisch für dieses Alter. Und solche Spiele werden dann, je älter die Kinder werden, auch einfach immer komplexer und es kommen mehr Themen hinzu, weil natürlich auch die Erfahrungswelt der Kinder einfach umfangreicher und größer wird.
Patrick
Aber dann ist ja auch die Sache, dass sich Kinder so, also drei Kinder eher so in Freundschaften quasi zusammenfinden oder sehr große Dyaden irgendwie entwickeln, eher eine Ausnahme noch oder?
Petra Schneider
Ja. Also, stabile Beziehungen sind tatsächlich noch eher eine Ausnahme. Sie sind sehr situativ. Das kann sein, dass die Kinder am Montag, dass die 2 miteinander zusammen spielen. Am Dienstag spielt ganz andere Kinder miteinander am und selbst innerhalb des Tages kann das eben auch ganz schnell wechseln. Also, so 'ne eben so 'ne Stabilität und so 'ne Kontinuität, die stellt sich tatsächlich erst ein, je älter die Kinder werden, auch einfach weil sie sich erinnern können, weil sie es sich merken können. Was man aber durchaus schon auch beobachten kann, auch bei den jüngeren Kindern in den Krippengruppen, gerade wenn sie schon länger Teil der Krippengruppe sind, dass sie schon bemerken, wenn ein Kind fehlt. Also die wissen schon, wer zu ihnen gehört und das ist zum Beispiel auch so 'ne Empfehlung, die man ausspricht, den Kindern in diesem Alter wirklich auch die Bezugsgruppen zur Verfügung zu stellen, weil das bietet ihnen schon Sicherheit und das ist schon etwas, was sie benötigen, dieses Wissen, da gehöre ich dazu. Ich bin auch ein Marienkäfer und das ist auch ein Marienkäfer und das ist auch ein Marienkäfer und wir zusammen sind die Gruppe. Ja, genau, also das ist vielleicht auch noch mal eine Unterschaltung, weil du das vorhin fragtest, ja auch noch mal bei der auch noch mal in Bezug auf die Gruppen, auch da muss man ja eigentlich noch mal unterscheiden, weil wir eben die Bezugsgruppen und die Stammgruppen haben, das sind die, die ja meistens von der Institution Kindertageseinrichtung vorgegeben werden, von den Fachkräften vorgegeben werden. und innerhalb dieser Bezugsgruppen können sich natürlich dann auch wieder kleinere Spielgruppen bilden, ne. Also wir haben sozusagen immer verschiedene Ebenen, verschiedene Abstufungen, wo und wie die Kinder zueinander kommen. Aber also meine Ansicht ist, dass jede Gruppenebene wirkt auf die Kinder und dass jede Gruppenebene für die Kinder wahrnehmbar ist.
Karen
Ja, ich muss auch gerade direkt an 'n offenes Konzept denken, ne, also das hast du ja gerade so 'ne auch mit mit wo es ja auch oft Stammgruppen gibt, also ja, wie wichtig es dann es dann trotzdem gibt, dass es eben diese ja, wie du sagst,
Petra Schneider
Diesen Bezug gibt, ja.
Karen
Genau die Bezugsgruppen und sie sich innerhalb dieser Gruppen dann noch Peers suchen können. Ich musste auch gerade, weil du Stichwort Freundschaft gesagt hast, also oft, also ich glaube, ich hab ganz früher am Anfang meiner, also ich bin auch Kindheitspädagogin oder was heißt auch, ich bin Kindheitspädagogin, das dann auch falsch wahrgenommen, also Freundschaft ist ja nicht gleich eine Peer-Gruppe oder?
Petra Schneider
Nein.
Karen
Es kann wahrscheinlich daraus eine Freundschaft entstehen
Petra Schneider
Genau.
Karen
Oder eine Freundschaftsgruppe, aber genau bedeutet ja nicht dasselbe, weil du das ja gerade auch so erklärt hast.
Petra Schneider
Also unter Freundschaft versteh ich wirklich dann eine Stabilität, 'ne Kontinuität, 'ne wirklich regelmäßige Wiederholung an Kontaktaufnahme und vor allen Dingen 'ne sehr nahe enge emotionale Bindung. Also auch ein Gegenüber, was Trost schenkt, dem man sich mitteilen kann, wo wirklich 'ne emotionale Nähe da ist. Das kann natürlich auch mal bei Peer-Beziehungen auftreten, situativ, aber da hat es nicht diese Kontinuität und nicht diese Stabilität und diesen über 'ne lange Zeit wiederholenden Charakter des Zusammenkommens.
Patrick
Das finde ich gerade auch immer den ganz spannenden Punkt, wenn Kinder eben aus dem U3-Bereich in die Altersmischung quasi hochwechseln. Und dann sind es ja meist so 3-4 Kinder, vielleicht ne, die irgendwie schon miteinander befreundet sind oder einen Bezug zueinander haben, so. und sobald die oben angekommen sind, merkt man, bröselt es so auseinander und sie suchen sich eben ihre neuen Peers und dann wird es eben eher in Richtung Freundschaften sich so entwickeln. Also wenn sie dann ähnliche Interessen haben und sich da irgendwie länger begegnen und das ist für eher Eltern, merk ich oft, schwer auszuhalten, weil sie immer denken, das ist doch, das sind doch deine Freunde. Also warum spielst du nicht mehr mit denen, was, was entwickelt sich da jetzt gerade und dann fängt es ja so ein bisschen mit mit dem Ausschließen auch so 'n bisschen an, ne. Also das find ich auch immer 'n ganz, ganz spannenden Prozess, gerade von der Krippe beziehungsweise dem U3 Bereich, dann zur Altersmischung eben, find ich immer 'n ganz, ganz spannenden Prozess, ja.
Petra Schneider
Ja, und das ist 'ne Sache, die ich auch durchaus ab und zu mit Fachkräften thematisiere. Gerade wenn sie getrennte Altersbereiche haben, also hier in Sachsen und in Dresden, ist es üblich, dass es die den Krippenbereich gibt. Also dort sind die Null- bis Dreijährigen und dann gibt es im Kindergartenbereich die Drei- bis Sechsjährigen. Und es gibt aber durchaus jüngere Kinder, die keinen Bezug finden zu den kleineren Kindern in ihrem Bereich, denen das ganz schwer fällt, da gemeinsame Themen zu finden, die aber im Garten immer einem älteren Kind begegnen, was eigentlich im Kindergartenbereich ist. Und da ermutige ich tatsächlich auch immer die Fachkräfte, diese Kontakte zuzulassen und gegebenenfalls auch so Art Patenschaften zu ermöglichen, dass die älteren Kinder auch mal in die jüngere Gruppe kommen können und bei dem jüngeren Kind sein können. Also, es kann ja auch ne auch von dem älteren Kind ausgehen, dass es sich so ein kleineres Kind schnappt, weil es einfach Spaß macht, mit diesem kleineren Kind zusammen zu sein. Und genau das kann durchaus, also da denke ich, lässt sich das immer wieder beobachten, diese Altersübergreifung, die da stattfindet zwischen den Kindern. Ja, und Freundschaften werden stabiler, je älter die Kinder werden, aber unterliegen natürlich genauso auch einem Wechsel. Einfach weil sich eben auch Interessen einfach auch immer noch verändern und dann kommt vielleicht 'n neuer Impuls, neue Interesse, vielleicht auch aus dem privaten Zusammenhang. Also jetzt fällt mir jetzt ein, das ist jetzt zwar Hortalter, ne, die da ist 'n großer Trend der Pokémonkarten, wo die Pokémonkarten miteinander getauscht werden.
Karen
Auch schon in der Kita.
Petra Schneider
Genau, und noch nicht jedes Kind hat die Pokémonkarten, aber in dem Moment, wo es dann vielleicht welche geschenkt bekommen, Geburtstag, ne und dann ab geht es in den Hort und auf einmal ist es bei der Pokémon Gruppe mit dabei und ist jeden Tag bei der Pokémon Gruppe. Also das sind können auch durchaus Impulse aus Privaten sein, die dann die Beziehungen auch in der Kita oder auch in der Krippe oder im Hort beeinflussen können.
Karen
Mhm, ich find da passt ganz gut eine weitere Frage, die ich mir hier aufgeschrieben hab, welche Chancen oder vielleicht auch Risiken es gibt, ne. Also wir haben gesagt, also du hast gerade gesagt, es kann auch eine Chance sein, wenn quasi Kinder aus aus einer Altersmischung oder die eben nicht gemeinsam im im im Bereich sind, eine Peer bilden, weil da vielleicht was entstehen kann. Was gibt es da noch weitere irgendwie Chancen, Vorurteile, wenn es früh quasi passiert, dass es früher Peer Kontakte gibt?
Petra Schneider
Also die Liste bei mir ist lang.
Karen
Glaub ich.
Petra Schneider
Ich sehe sehr viele Chancen in frühen Peer-Beziehungen und das ist auch vielleicht so ein bisschen eine Motivation bei mir, weswegen ich mich mit diesem Thema auch beschäftige, weil ich schon sehe, dass die sehr jungen Kinder in unserer Gesellschaft, zumindest in unserer Kultur, am Anfang doch recht isoliert. Loswerden. Also gerade Erstgeborene oder Einzelkinder haben nur wenige Möglichkeiten, intensiv mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen und ins Spiel zu kommen. Was in anderen Kulturen selbstverständlich ist, da werden die Kinder quasi in der Kindergruppe groß. Das ist. zunächst, ne, die ganz wesentliche Bezugsgruppe, da sind die älteren Geschwister, die Cousins, die Cousinen, mit denen gespielt wird und das ist bei uns aber nicht so üblich, weil wir leben isoliert in unseren Wohneinheiten, in unsere Familieneinheiten und es gibt nicht so viele Kinder, mit denen die in Kontakt kommen können, es sei denn, man geht auf 'n Spielplatz oder in eine Spielgruppe. Und das ist für mich die Riesenchance, tatsächlich auch von frühkindlicher Betreuung auch in diesem Alter, dass die Kinder die Möglichkeit haben, in diesem Alter frühzeitig miteinander und untereinander in Kontakt zu kommen, weil das 'ne ganz wichtige Quelle für die Sozialisation ist und auch unser innerster Impuls ist, mit Gleichaltrigen, mit Gleichgesinnten in Austausch zu kommen. Das hält bis ins Erwachsenenalter an. Also auch wir im Erwachsenenalter orientieren uns eher an den Gleichgesinnten und Gleichaltrigen als an unseren Eltern oder Großeltern und das fängt schon mit Geburt quasi an, die Ausrichtung auf die Gleichgesinnten. Also, ich könnte jetzt hier verschiedene Dinge rauspicken, die ich auf meiner langen Liste habe. Also, wir wissen, die soziale Kompetenz wird natürlich angeregt. Die Kinder sind gefordert, sich ins Spiel zu integrieren. Sie sind gefordert zu kommunizieren auf ihre ganz eigene Art, selbst wenn es nonverbale Kommunikation ist. Aber sie müssen sich mitteilen. Sie müssen ihre Bedürfnisse mitteilen. Genauso werden sie konfrontiert mit anderen Bedürfnissen, wo es darum geht, diese Bedürfnisse zu verarbeiten, vielleicht auch ein eigenes Bedürfnis zurückzustellen, damit das andere Bedürfnis nen Platz hat. Das sind ganz wesentliche und ganz feine und notwendige Prozesse, die da stattfinden zwischen den ganz kleinen, die Erwachsene in der Hinsicht nicht ersetzen können, weil wir immer 'n asymmetrisches Verhältnis haben zu den Kindern. Wir gehen schon immer mit fertigen Vorstellungen rein, wir gehen immer mit 'nem Plan rein, wir steuern den Prozess als Erwachsene, weil wir einfach mehr Kompetenzen haben. Aber dieses selbst ausprobieren, auch mal Fehler machen, mal hinfinden, ne, uh, den nicht an den Haaren ziehen, dann schreit das Kind, aha, O. K., das scheint weh zu tun. Diese Erfahrungen zu machen, sind ganz, ganz wichtig für die Kinder. Also der komplette Bereich der sozialen Kompetenz, der sozial-emotionalen Entwicklung, auch der Emotionsregulation gehört da genauso dazu. Stichwort Perspektivübernahme ist immer so etwas, was da fällt diesbezüglich. Sprache Kommunikation, hab ich ja schon gesagt, wird angeregt, weil die Kinder natürlich schon ringen darum, sich eben mitzuteilen den anderen, weil sie wollen ja verstanden werden. Deswegen ist es 'n guter Impuls, 'ne gute Motivation, immer wieder was Neues auszuprobieren, 'n neues Wort hinzuzunehmen, 'ne neue Art der Kommunikation hinzuzunehmen, um sich eben mitteilen zu können. Und was ich auch wichtig finde, sind eigentlich auch erste wesentliche demokratische Erfahrungen, die die Kinder machen. Also diese, diese quasi Gesellschaft in klein zu üben. Wie sieht unser Miteinander aus? Wie funktioniert unsere Gesellschaft, unser soziales Miteinander? Und da tatsächlich die ersten Erfahrungen zu machen und auch das funktioniert nur, wenn sich diejenigen auf gleicher Augenhöhe begegnen, also gleich unerfahren sind und gleich hineinstolpern können in diesen Prozess und die Erfahrungen zusammen machen können, was funktioniert. funktioniert bei uns und was funktioniert bei uns nicht. Genau, das sind sozusagen die Chancen und dann hattest du ja aber auch noch ein bisschen gefragt nach Risiken, die gibt es natürlich auch oder die Gefahren vielleicht, ne, die damit verbunden sind. Und was da schon immer vordringlich genannt wird, ist natürlich die Gefahr des Ausschlusses. Also, du hast es ja vorhin schon gesagt, Patrick, ne? Die kommen nach oben und dann will derjenige nicht mehr mit dem spielen. Und dann kommen so diese ersten Erfahrungen von Ablehnung und Ausschluss. Diese Erfahrungen gehören dazu und auch die müssen gelernt werden, verarbeitet zu werden. Also eigentlich auch schon wieder 'ne Chance, dass man die Möglichkeit hat, diese Frustration zu erleben, vielleicht auch die Traurigkeit zu erleben, diesen Schmerz zu erleben, aber auch zu erleben: O.K., es geht weiter, ich hab kurz den Moment der Traurigkeit und 'n Tag später findet es jemand anderen zum Spielen und es kommen neue Ideen, ne? Also da auch zu lernen, damit umzugehen. Worauf man aber achten müsste, wäre, wenn jemand immer wieder wiederholt. systematisch ausgeschlossen wird. Also, wenn es ganz speziell ein Kind gibt, was mit keinem anderen Kind spielt, das wären so Alarmglocken, wo man reagieren müsste. Und da kommen wir ein bisschen zu einem Phänomen, woran ich auch gerade aktuell so ein bisschen arbeite, weil ich mit einer Kollegin, der Ina Schenker, gerade ein Buch schreibe zu dem Thema, die sogenannte wird sie genannt, Homophilie. Also wir haben die Tendenz, uns gleichen Menschen zuzuordnen. Also je ähnlicher uns die Menschen sind, umso sympathischer sind sie uns erst mal, einfach weil es für uns leichter ist, sie zu verstehen, weil sie ja mir ähnlich ticken, ne. Also es ist so vielleicht auch eine Art der Bequemlichkeit, die Homophilie ist mir vertraut, kenne ich, also gehe ich lieber dahin, bleibt bei uns Erwachsenen genauso noch so. Und deswegen haben wir das Problem, dass wenn wir zum Beispiel ein Kind haben, was das einzige Kind in der Gruppe ist, was zum Beispiel nicht Deutsch spricht, dann wird dieses Kind akut Schwierigkeiten haben, sich in diese Gruppe zu integrieren. In dem Moment, wo es ein Kind noch mit in der Gruppe hat, was dieselbe Sprache spricht wie dieses Kind, kann dieses Problem schon wieder aufgelöst sein, weil da gibt es schon wieder die Möglichkeit der gleichen Merkmale der Anziehung über dieses gleichen Merkmale und diese Kinder finden sich womöglich zusammen. Deswegen ist es immer gut darauf zu achten, dass man 'ne gute Mischung hat an Kindern, so dass diese Homophilie sein kann, weil das ist in uns angelegt. Wir können das kaum, also man kann das nur bedingt regulieren, aber dadurch den Kindern die Möglichkeit gibt, wirklich 'ne bunte Auswahl zu haben und über verschiedene Merkmale die Möglichkeit hat, Gleichgesinnte zu finden, dann eben nicht nur über die Sprache, nicht nur über das Alter, sondern eben auch vielleicht über den Humor. Also, ich hatte das jetzt im Privaten, hatte ich das meine Stieftochter, die hatte davon erzählt, dass sie auf dem Kindergeburtstag war und da war eben ein Kind dabei, was nicht Deutsch gesprochen hat oder schwer Deutsch gesprochen hat. Und die beiden hatten aber haargenau dieselbe Art zu kichern, also so eine ganz piepsigen hohen Ton des Kicherns. Und die 2 haben sich bei diesem Kindergeburtstag gefunden und haben den ganzen Nachmittag zusammen gekichert. Und das war natürlich für das Kind, dem es schwer fiel, noch Deutsch zu sprechen, ein Segen, ne? Und dass man da auf sowas einfach achtet, dass dass es da die Möglichkeit gibt, sich über sowas zusammenzufinden. Also da müssen quasi Fachkräfte immer ein bisschen im Blick drauf haben, wo findet Ausschluss statt, warum findet der Ausschluss statt und können wir dann ein ein Äquivalent etwas anderes anbieten, so dass dieses Kind, was ausgeschlossen wird, woanders andocken kann und die Möglichkeit hat, integriert zu werden.
Karen
Mhm, ich, ich nehm da irgendwie auch gerade so mit, also die Chancen quasi, also durch die, also wenn die Fachkraft sich zurücknimmt, dann gibt es viele Chancen, also ne, in einem gewissen Maße zurücknimmt und die Kinder mal machen lässt und probieren lässt, aber natürlich ist gleichzeitig der Appell da, ah immer natürlich schauen, inwieweit braucht es Unterstützung, ne, auch du hast vorhin gesagt, Emotionsregulation, klar, ne, ein einjähriges Kind wird das noch nicht selber hinbekommen, deswegen ist da ja auch die Fachkraft da, die das mit beobachtet und dann ja mit unterstützt, gegebenenfalls auch ja, die Peer-Gruppe vielleicht mal kurz auflöst, weil es zu keiner Einigung, ja.
Petra Schneider
Entzerrung.
Patrick
Ich fand es zum Beispiel auch ganz schön beschrieben, wie du das in diesem Brief an die Fachkräfte formuliert hast, sich zurücknehmen, aber in dem richtigen Moment da sein, ne, einordnen, einsortieren, miteinander quasi eine Verbindung schaffen, sich dann aber auch wieder aus der Situation rausnehmen und die Kinder wieder weiter machen lassen, so. Das finde ich ganz, ganz wichtig, weil ich glaub, da tendieren schon immer mal wieder Fachkräfte auch dazu, dann irgendwie die Situation mal kurz falsch eingeschätzt zu haben, so und dann wird das Spiel da so übernommen, so oder dann ja, ja, jetzt probier ich es mal so und mach mal so und eben was vorgegeben wird, so jetzt sag doch mal Entschuldigung oder so, ne, wenn es dann in so eine Richtung geht und das eben auszuhandeln und aushalten zu können, dass die Kinder das irgendwie selbst miteinander gestalten und ihre Regeln erarbeiten. So, das finde ich 'n ganz, ganz spannenden Prozess, einfach ja.
Petra Schneider
Ja, und eben gerade bei den Kleinstkindern oder bei den kleineren Kindern eben sehr motorisch auch aushandeln. Also das ist was, was ich eben schon noch immer wieder mit den Fachkräften in im Gespräch habe, es auszuhalten, dass da gegebenenfalls gekniffen wird, gebissen wird, vielleicht auch geschubst wird, ne. So, also das ist eben wirklich eine sehr körperliche Angelegenheit und das so 'n bisschen auszuhalten und das den Kindern auch 'n bisschen zuzumuten und zu sagen, das können die schon, das schaffen die, das regulieren die. Wie ich ja vorhin auch sagte, das ist ja auch 'ne ganz wichtige Erfahrung, zum Beispiel auch zu sehen, wie das andere Kind weint, wenn ich es kneife, ne. Also ich brauch schon auch diesen Effekt als Beobachtung in meiner Beobachtung als Kind, um den Zusammenhang zu verstehen. Aber natürlich ist es dann wieder so, dass wenn es wirklich, also wenn dann jeden Tag Bisswunden an den Armen sind, dann sollte man schon auch wieder schauen, als Team und als Fachkraft, was könnte der der Grund dafür sein? Also das, wir arbeiten ja mit dem Dresdner Modell hier, wo es um das Wohlbefinden der Kleinstkinder geht in den Krippeneinrichtungen und arbeiten da mit Videosequenzen und schauen uns quasi an, sind die Kinder in den Situationen gestresst, ist das erkennbar, dass sie gestresst sind und dann die Frage zu stellen, warum sind sie gegebenenfalls gestresst und könnten wir diese Situation irgendwie anders gestalten. Und was da gut zu sehen ist in diesen Videosequenzen, ist zum Beispiel tatsächlich auch Gruppendichte. Also, wenn die Gruppen zu groß sind, also jetzt so ein Beispiel, hab ich jetzt in meinem Kopf eine Videosequenz, da ging es darum, dass die Fachkraft mit den Kindern immer in die Garderobe gegangen ist, aber mit allen 12 Kindern. Und es war aber eine sehr kleine Garderobe. Das war verständlich aus Sicht der Fachkraft, ne. Es ging darum, die Kinder alle schnell anzuziehen, sie waren alle nah beieinander, diese Kinder, um dann eben rausgehen zu können, damit die Kinder dann draußen spielen können. Aber in der Garderobe war es ganz gedrungen und es gibt sehr viele Kinder, die stresst, diese diese Dichte, diese Nähe und dann kommen die eben und dann zeigen die ganz typische Stressreaktionen und Stresssymptome und Kneifen und Beißen kann eben durchaus dazugehören. Und da war das 'ne ganz simple Lösung. Zum Beispiel, also in dem Fall war dann die Lösung zu sagen, wir machen die Garderobe größer, wir entzerren die. Da gab es Möglichkeiten, einen Schrank zu verschieben und dadurch mehr Platz zu schaffen. Andere Lösung wäre gewesen zu sagen, wir gehen in Kleingruppen in die Garderobe. Warum mit allen 12 Kindern, ne? Sondern wir gehen immer 4,5 Kinder. Das ist immer so 'ne optimale Größe für die Kinder in diesem Alter. Und mit der Anzahl von Kindern gehen wir in die Garderobe und ziehen sie an. Sind die Kinder entspannter, ist die Fachkraft entspannter und dann kann es insgesamt entspannt rausgehen. Verlangt natürlich, dass man ein Stück weit koordiniert, weil ja die anderen Kinder ja dann noch im Gruppenraum sind und spielen. Das heißt, da bräuchte man dann mindestens 2 Fachkräfte. Aber da ergeben sich immer Lösungen und das kann man ganz gut im Team miteinander bearbeiten und sich anschauen. Also Konflikte wirklich völlig normal akzeptieren, auch mal beobachten, auch den Modus der Kinder in diesem Alter zulassen. Aber wenn man feststellt, als Team, es verhakt sich wirklich sehr und das geht jetzt schon wirklich um um Leib und Seele, dann schon gemeinsam überlegen, was können wir in diesen Situationen anders gestalten und das können räumliche Veränderungen sein, materielle Veränderungen, die dann schon 'ne Entspannung reinbringen können. Bei den Kindern ist es also das vertrete ich, ist es selten oder so gut, also eigentlich gar nie Böswilligkeit, wenn sie so solche Signale zeigen, sondern es steht für Stress und Belastung und das ist dann Aufgabe der Fachkraft zu schauen, wie kann da eine Entlastung geschaffen werden.
Karen
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es wirklich sehr oft an an räumlichen Bedingungen liegt, organisatorischen, was wahrscheinlich auch die Fachkräfte ja stresst. So, jetzt muss ich wieder mit allen 12 gleichzeitig da und ich weiß, dieses eine Kind, dem ist es eigentlich zu viel und jetzt muss ich das wieder aushalten. Hatten wir ja auch im Kleinkind, also wir haben gemeinsam im Kleinkindbereich mal gearbeitet, da gab es auch solche Situationen und an sich, wenn ne, wenn die Personalkapazität da ist, ist es ja auch schön für die gegebenenfalls auch Peer-Gruppe oder zumindest für die Kindergruppe, die vielleicht im Raum zurückbleibt und dann noch mal bisschen Zeit hat, um sich mehr auszubreiten oder noch was anderes auszuprobieren.
Patrick
Ja, also das hab ich immer gemerkt, so Entzerrung hilft schon richtig viel so und andererseits ist aber auch für Kinder so eine Wirkungsstätte, wo sie ja wirklich Empathie erst erfahren und erleben, so ne, also sich erst mal in andere hinein zu versetzen, ja, tut es eigentlich weh, wenn ich ihn jetzt zwicke, aber ich selber spür das ja gar nicht, ne, also das sind ja auch so Erfahrungen, die sie so sammeln und wo es jetzt zwangsläufig so ist, ne. Also weil du auch gerade eben meintest, das ist ja keine Böswilligkeit, warum Kinder jetzt andere irgendwie hauen oder eine drauf geben, so das ist ja wirklich so ein Aushandlungsprozess mit der Umwelt, mit der Bezugsgruppe, was macht es mit jemanden, wenn ich ihn streichle, wenn er weint, ne. Also da erlebe ich auch so oft so schöne berührende Momente, heute auch wieder, wo ein Kind super enttäuscht war, ne. und dann war so die beste Freundin daneben und hat dann so den Kopf getätschelt und hat gesagt, ach das wird schon wieder so. Und ich hab mir gedacht, das ist so bezaubernd, einfach wie Kinder eben Interaktionen gestalten und genau von sich aus einfach dann diese Empathie erarbeiten können.
Petra Schneider
Ja. Genau, mhm. Und was also, was ich schon häufig auch noch beobachte, ist aber das ist in Sachsen sicherlich eben auch vor allen Dingen auch dem Personalkind Schlüssel geschuldet, dass es eben im Tagesverlauf selten die Möglichkeit gibt, mit Kleingruppen zu arbeiten, die eben für so 'ne Entzerrung sorgen könnten. Und es gibt eben so 'ne Zahl, ne, wo man sagt, so maximal 4 bis 5 Kinder, das ist 'ne gute Größe, was die Kinder verarbeiten können, eben gerade für die Prozesse, die du jetzt auch beschrieben hast, ne, für diese Lernprozesse, diese auch sozial-emotionalen Lernprozesse. Je mehr Kinder es sind, umso mehr überfordert es auch die Kinder. Das geht mal für 'n kurzen Moment. Also wir schauen uns auch in den Videos immer mal Morgenkreise an, auch so 'n ganz wichtiges Thema, ne? In der Kleinkindbetreuung, machen wir Morgenkreis, machen wir ihn nicht. Und da sieht man sehr gut, eine Minute, 2 Minuten mit der gesamten Gruppe. schaffen einige Kinder, aber schon nach der ersten Minute knicken eigentlich die ersten Kinder weg, weil es ihnen einfach zu anstrengend ist, diese ganzen Impulse zu verarbeiten. Also auch das ist keine Böswilligkeit und kein Ablehnen von dem Angebot der Fachkraft, sondern sie bekommen es einfach nicht mehr verarbeitet und haben natürlich dann den Impuls, sich zurückzuziehen, unter den Stuhl zu kriechen, hinter in die Kuschelecke zu gehen. Und da mach ich den Fachkräften auch tatsächlich immer Mut und sag, lassen Sie das zu, wenn Sie das ermöglichen können, dann machen Sie eben in der Ecke hinten noch 'ne kleine Kuschelecke auf. Da sitzt dann eben noch jemand und kümmert sich um die Kinder, für die gerade das größere Gruppensetting zu viel ist. Und trotzdem plädiere ich aber auch dafür, solche Gruppensettings auch zu durchzuführen, weil das sind auch Rituale, die schaffen Gemeinschaft, die schaffen eben genau wieder diesen Bezug, ne, die lassen für die Kinder wieder wahrnehmen: 'Aha, das ist hier meine Gruppe, hier gehöre ich dazu.' Also, es ist auch wichtig, aber man muss den Kindern die Möglichkeit geben, dann schon auch zu sagen, nach 30 Sekunden, O. K., ich hab es gespürt, ist für mich in Ordnung, reicht mir, jetzt ist es mir zu viel, ich geh und dass man das dann auch zulässt, ne, also dass man da auch ein bisschen variabel und flexibel damit umgeht und die Kinder signalisieren es uns ganz wunderbar, was sie brauchen in diesen Situationen. Aber was ich natürlich dafür brauche, ist ein guter Personalkindschlüssel, um dieses auf die Bedürfnisse so eingehen zu können.
Karen
Das stimmt und natürlich eine gewisse Sensibilität, also sollte man ja eigentlich mitbringen in diesem Beruf, aber genau, du hast gerade erst genau, wir sprechen jetzt gerade schon von Signalen und ich würd gern noch mal darauf zurück, also du hast schon gesagt, manchmal, wenn Kinder sich kneifen oder so, wird es vielleicht mal falsch verstanden und gleich wird hier da ein Konflikt reingedeutet. Gibt es noch andere Interaktionen zwischen Peers, die vielleicht mal falsch verstanden werden könnten von Fachkräften und die dann irgendwie zu schnell eingreifen oder so?
Petra Schneider
Also was ich häufig beobachte, ist zum Beispiel das Phänomen des Beobachtens. Es ist etwas, was in dem Alter ganz typisch ist und die ganz typischste Geste in dem Alter ist so da zu stehen und zu beobachten. das ist für die Kinder aber ganz, ganz wichtig. Das hat Corsaro ganz wunderbar beschrieben in seinen Studien, weil das ist die erste anfängliche Strategie, um sich eben in Kindergruppen beziehungsweise eben in diese Peerbeziehung zu integrieren. Das heißt, ich beobachte erstmal, was die anderen Kinder tun, erfasse den Inhalt, die Bedeutung dessen, was die Kinder tun und kann dann gegebenenfalls mit einem eigenen Beitrag beitreten, ne, indem ich auch 'ne Spielidee mit einbringe. Also was weiß ich, die Kinder sitzen am Tisch, spielen Kaffee trinken, ich beobachte das und stelle fest, O. K., da fehlt noch die Person, die den Kaffee bringt. Also gehe ich rein und sage, hey, ich bring den Kaffee und bin drin im Spiel. Das ist also 'n ganz, ganz wichtiger Schritt, die Beobachtung. Und Kinder in dem Alter 0 bis 3 lernen genau diesen ersten Schritt ganz intensiv und der braucht aber Zeit. Und häufig beobachte ich, dass die Fachkräfte es missverstehen und hingehen und intervenieren und sagen, spiel doch mit, komm doch mal jetzt hierher, jetzt komm doch mal hier mit zum Anton und jetzt mach doch mal hier zusammen das Puzzle. Aber dieser Moment des Stehens und Beobachtens ist für das Kind im eigentlich gerade wichtiger. Also da so 'ne Sensibilität zum Beispiel dafür zu entwickeln, wie wichtig für die Kinder das Beobachten ist. Auch zum Beispiel die ganz typische Form in dem Alter, das Parallelspiel, finde ich auch immer faszinierend. Habt ihr vielleicht auch beobachtet, es ist für mich nach wie vor 'n Rätsel. 2 Kinder sitzen im Sandkasten, Rücken an Rücken, berühren sich nicht und trotzdem vollziehen sie haargenau dieselbe Tätigkeit. Also sie, sie vollziehen, also ne, nehmen die Schaufel auf dieselbe Art in die Hand, nehmen sie nach oben, lassen den Sand nach unten rieseln und machen das auf 'ne ganz ähnliche, fast identische Art und Weise, ohne dass sie sich abgesprochen haben oder dabei anschauen. Das ist für mich ein Faszinosum, Faszinosum in diesem Alter und auch da, das ist 'n ganz wichtiger Abstimmungs- und Aushandlungsprozess, der eben auch da wieder ganz stark nonverbal passiert, über Gestik, Mimik, Blicke, Beobachtung, Nachahmung und da auch nicht reinzugehen ne, als Fachkraft und zu sagen, hier, ihr müsst jetzt mal zusammen spielen, nehmt doch zusammen die Schaufel. Nein, es geht eben genau darum, in dem Moment das parallel zu spielen. Genau. Und was wir vorhin eben vielleicht schon hatten, auch mit diesem Beißen, Kneifen, ne, dass das eben keine Böswilligkeit ist, sondern dass das 'n Signal ist, es stresst mich gerade, es ist mir gerade zu viel, ich bekomme die Situation gerade nicht reguliert und brauche eigentlich Unterstützung oder Rückzug, finde ich auch ganz wichtig, oder wegnehmen, auch so was ganz Typisches. Also das Kind kommt, ein Kind spielt, sitzt da, spielt mit dem Bagger, ein anderes Kind kommt, zack, nimmt sich den Bagger und geht. Natürlich weint das Kind, was gerade mit dem Bagger gespielt hat. Auch, aber auch das ist keine Böswilligkeit. Es war ein Versuch des Kindes, was den Bagger genommen hat, mit dem anderen Kind in Kontakt zu kommen, aber die sind natürlich noch sehr unbeholfen. Und vielleicht war es so aufregend, dass es hingegangen ist, den Bagger und sich dachte, oh Gott, jetzt muss es aber schnell abhauen, das ist mir hier alles zu spannend, ich kann jetzt nicht bleiben. Nein, also das sind ja immer alles so ganz kurze Antastversuche, die die Kinder vollziehen und das eben nicht gleich zu deuten als eine Böswilligkeit oder eine Störung.
Karen
Und dann zu sanktionieren oder so.
Petra Schneider
Ja, genau, ne, dann dann lieber vermitteln, dann lieber eben zum Beispiel spiegeln und sagen, oh, das war jetzt aber aufregend für dich, dass du den Bagger weggenommen hast, guck mal, das andere Kind ist jetzt doch auch ganz schön traurig, ne. Also, dass man da eher in die Vermittlung geht und es eher spiegelt, als zu sagen, jetzt gib den Bagger wieder zurück oder lass den stehen, weil damit cuttet man eigentlich jede, jeder, jeden Impuls der Kinder, miteinander in Kontakt zu kommen.
Karen
Also eigentlich ja sehr viel und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eben gerade durch die Videoaufnahmen, wie auch bei Marte Meo oder so, dass man da ganz viel lernen kann, ne. Also ich weiß das auch noch, im Studium hatten wir, mussten wir uns, also mussten wir uns auch und ich find es auch super auch aufnehmen und quasi dann um zu schauen, was machen die Kinder und was mache ich auch mit den Kindern natürlich. Ja, also finde ich eine ganz tolle Möglichkeit. Habt ihr das schon mal oder hast du dich schon mal auf Video gesehen? oder den Kindern oder Kindern.
Patrick
Nee, tatsächlich, tatsächlich noch nicht. Also selber mal eine Sequenz gefilmt, so und die dann danach noch mal beobachtet, so das schon, aber so mich selber in der Interaktion hab ich jetzt auch noch nicht gefilmt, aber find ich auch noch mal spannend. Aber ich glaub, so im Allgemeinen ist halt immer im Alltag ein bisschen schwierig, wenn man eben so viele Interaktionen sieht und begleitet als Fachkraft, ne und dann manchmal einfach zu schnell ist und sagt, nee, jetzt wird nicht gehauen oder ne, komm mal hier auf die Seite, so ne und das find ich immer wieder schade, dass dieser dieser Personalschlüssel es manchmal einfach nicht zulässt, Kinder in Ruhe spielen lassen zu können, ne. Und wie du auch sagst, ein kleinerer Personal beziehungsweise Kinderschlüssel, so ist natürlich auch für die Kinder sinnvoller, dass sie dann nicht so viel Stress haben und anders explorieren können, natürlich auch, ne. Das ist ja alles irgendwo bisschen Dreh- und Angelpunkt, aber gerade deswegen finde ich jetzt gerade die Auseinandersetzung mit dem Thema noch mal wichtig, dass man, ich mein, Rahmenbedingungen können wir jetzt nicht groß ändern, die sind jetzt gerade erst mal so wie sie sind, aber dass wir dann immer wieder den Fokus drauflegen, wie wichtig das eigentlich ist, sich dann noch mal zurückzuziehen und eher dann einfach ja so 'ne Handlungsanleitung noch mal 'n Stück weit zu haben, so wie du es in diesem Brief eben auch beschrieben hast. Also das fand ich 'n ganz, ganz, ganz tolles Mittel, noch mal anders drüber zu reflektieren und sich mehr und mehr im Alltag einfach bewusst zu machen, dass man eben nicht Dinge abcuttet, so die für die Kinder eigentlich gerade total wichtig sind. Ja,
Karen
Ja, und sich selber noch mal die Zeit nimmt, ne, selber noch mal durchatmen, ah, vielleicht hat sich es direkt in 30 Sekunden geändert und die sind schon wieder auseinander oder so.
Petra Schneider
Genau, das kann durchaus sein. Da gibt es ja von der Susanne Viernickel, die Professorin an der Uni Leipzig ist, die hat 2000 hat sie ihre Doktorarbeit geschrieben, auch über die Kleinstkinder des Spiels Streit und Gemeinsamkeit und sie beschreibt das auch sehr schön und hat auch Konflikte beobachtet und 80% der Konflikte im Kleinkindalter werden von den Kindern selbst gelöst, ohne Hilfe der Fachkräfte. Und da haben wir also 'n geringeren Anteil an Konflikten, wo Fachkräfte dann wirklich mal hinschauen sollten und gucken sollten. Aber wie gesagt, ich find das spannend, also wo wir eben mit dem Dresdner Modell arbeiten und uns eben mit den Videos die Situationen anschauen. Es liegt eben eigentlich so gut wie nie an den Kindern, wenn solche Konflikte stattfinden, die sich nicht auflösen oder eben immer wieder stattfinden, sondern tatsächlich eben auch an den räumlichen Bedingungen oder Gruppengröße und solche Gründe. Und ich motivier da schon auch immer die Teams und die Fachkräfte schon trotzdem auch zu schauen, auch wenn die Rahmenbedingungen schwer und nicht optimal sind, aber auch gemeinsam kreativ zu werden, wie man es in den gegebenen Rahmenbedingungen vielleicht auch anders gestalten kann und wenn es eben das ist, dass man in Schrank weiter wegrutscht und dadurch mehr Platz in der Garderobensituation auftritt oder was wir zum Beispiel, was mir jetzt so einfällt, auch als Diskussion immer wieder haben, dass wenn gerade auch kleinere Kinder eingewöhnt werden und sehr viel weinen, bringt das natürlich auch sehr viel Stress auch in die Gruppe rein, auch bei den anderen Kindern, ne. Also es berührt jeden Menschen und auch die kleinen Kinder, die empathisch sind, wenn sie ein Weinen hören, macht das was mit ihnen und auf Dauer kann das Stress auslösen. Und dass man da zum Beispiel auch anfängt, Kinder sehr viel mehr vielleicht auch rumzutragen, ne? Also vielleicht auch an den Körper zu nehmen und rumzutragen, um Ruhe reinzubringen, also um für Entlastung zu sorgen. Also, ich hab manchmal den Eindruck, dass da manchmal so erzieherische Ziele mehr wiegen als das Prinzip nach Wohlbefinden und Entlastung. Und dass für alle Beteiligten und da Mut zu machen und zu sagen, es geht doch vorrangig darum, dass sich die Kinder hier wohlfühlen, dass sich die Erwachsenen hier wohlfühlen und die erzieherischen Prozesse finden doch sowieso mit der Zeit statt. Also, die Kinder lernen sich zu integrieren, die lernen auch unsere kulturellen Techniken, die lernen auch unsere Regeln und Normen. Das machen die Kinder, wenn sie sich wohlfinden, wohlfühlen. Aber die Voraussetzung dafür ist, dass sie sich eben erstmal wohlfühlen und deswegen eben immer als oberstes Prinzip für Stressentlastung, Stressreduktion sorgen und dann passieren die Prozesse zwischen den Kindern. Und da erlebe ich schon auch bei den Fachkräften auch so 'n Moment der Entlastung, wo sie sagen, ah, eigentlich auch schön, dass das mal jemand sagt, weil die fühlen sich wiederum dann auch gestresst, weil der Kindergarten hat dann den Anspruch, dass die Krippenkinder schon windelfrei und perfekt essend in den Kindergarten kommen, ne und da auch mal jemanden zu haben, der ihnen die Erlaubnis gibt zu sagen, es steht vielleicht nie vorne an, sondern es geht vielleicht wirklich erst mal darum zu sorgen, dass es den Kindern hier gut geht und das hat erst mal oberste Prämisse.
Karen
Mhm, das finde ich ein sehr wichtigen Appell. Schön, dass du den ja noch mal so ausgesprochen hast, so ja, in Anbetracht der Zeit, leider, ich hätte richtig Lust noch, weiß ich noch, noch eine Weile drüber zu sprechen, weil man kommt ja auch immer schnell noch auf andere Themen, ja, da hängt ja so viel dran. Und ich habe gerade also ganz am Anfang, als du angefangen hast, dachte ich so, oh jetzt habe ich auch Lust direkt wieder zu, also nicht zu forschen, ne, aber ja doch mit einem forschenden Blick in quasi eine Kindergruppe zu gehen. Ja, ich habe es schon mal gesagt, vielleicht hospitiere ich bald mal wieder.
Patrick
ja komm mal rum.
Karen
Ja genau, aber gibt es noch was, was du gerne noch uns mitgeben, unseren Hörerinnen mitgeben möchtest zum Thema Peer-Kontakte.
Petra Schneider
Ach, na ja, da geht es mir wie dir. Also, es ist, also es ist ja ein Stück weit wirklich auch mein Leidenschaftsthema, ne? Und wenn du das jetzt auch sagst mit dem Beobachten, auch mich fitzelt es da wieder, gerne wieder in Einrichtungen zu gehen und zu beobachten, weil ich das einfach immer wieder toll finde diese kleinen Kinder zu beobachten, wie die also mein Lieblingswort ist eigentlich über das Rumpimpeln. Die pimpeln so rum, das sind immer so, wie so, so lauter Satelliten, die da so rumeiern und dann kommen mal 2 zusammen und dann gehen sie wieder auseinander und dann kommen sie dort wieder zusammen. Es ist und die haben selbst irgendwie auch so 'ne innere Ruhe und Gelassenheit dabei. Das also, dass ich auch, wenn ich in der Beobachtung bin, selbst merke, wie es mich beruhigt, wenn ich die Kinder in ihrem Tun beobachte. Also, das wäre vielleicht auch noch mal so 'n so 'ne so 'n ist ja oder ja so 'n Aufruf an die Fachkräfte, sich auch diese Zeit zu nehmen, die Kinder zu beobachten. Das also mich macht das unglaublich glücklich und trägt zu meinem Wohlbefinden bei, wenn ich die Kinder beobachte in ihrem Tun und dabei eben auch zu sehen, wie kompetent die Kinder in dem Alter schon sind, was die schon leisten, wie sie miteinander in Interaktion kommen, in Kontakt kommen und Ja, das auch zu sehen und dann damit auch wertschätzen zu können und das auch wirklich anzuerkennen, was die Kinder auch in diesem Alter tatsächlich schon mitbringen an sozialer Kompetenz, an emotionaler Kompetenz und was da zu sehen ist. Und was mir wirklich auch immer so 'ne Herzensangelegenheit ist, das ist vielleicht auch so 'n bisschen meine intrinsische Motivation, ist die Autonomie der Kinder zu stärken. Also, diese soziale Gemeinschaft zu ermöglichen, dafür ist die frühkindliche Betreuung ein Segen und ein Schatz für die Kinder, aber den Kindern auch die Autonomie zuzusprechen in diesem Alter und eben sie in ihrer Kraft, in ihren Kompetenzen, auch in ihrer Kreativität und in ihren Lösungsansätzen zu sehen und vielleicht sogar auch Lösungsansätze zu erkennen, auf die wir selbst als Erwachsene gar nicht gekommen wären. Und diesen Bereich den Kindern wirklich auch so ein Stück weit zu lassen, also sie da auch zu schützen in ihrer Autonomie. Und ja.
Karen
mhm, das ist schön, weil im Endeffekt ist die Kita ja auch für die Kinder da, ne, dafür, dass ja, also
Petra Schneider
bestenfalls, ja.
Karen
Ja, also das darf man ja sich einfach noch mal zurückbesinnen, ja, woher kommt der Kindergarten eigentlich? Ja, ja, stimmt, schön, Ja, dann würd ich sagen, wir, äh, wir müssen uns jetzt leider verabschieden. Ja, und äh, ich fand's sehr schön, ich danke dir für die ganzen Einblicke und genau, wer noch äh mehr erfahren möchte oder noch andere Teile Bereiche, der kann gerne dann in die neue Ausgabe reinschauen, wenn sie denn erscheint. Du bekommst sie ja dann auch und äh, ich hab schon den Abzug gesehen, sieht sehr schön aus.
dann vielen Dank dir und dann wünsche ich noch einen schönen Abend.
Patrick
Vielen Dank.
Petra Schneider
Danke, ebenso.
Karen
Schönen Abend, tschüss.
Sound
Musik und Knuspern
Karen
Und wir starten rein, Patrick.
Patrick
Wir sind drin, wir sind drin.
Karen
Okay, hey, tolles Gespräch, oder?
Patrick
Ja, voll. Also, beim ersten Interview, das wir mit Eliane Retz geführt hatten, da war ich noch so ein bisschen aufgeregt, war so ein bisschen, was kannst da jetzt sagen. Und da habe ich mich jetzt ein bisschen sicherer gefühlt, also genau, und einfach ein super tolles Thema gewesen, so also Peer-Kontakte unter den Kindern, man selber jetzt so als Erwachsener. reflektiert man ja auch manchmal, mit wem beschäftige ich mich eigentlich so, ne, also was, wer sind so meine Peers und warum genau und das finde ich auch immer super, super spannend, weil ich da auch merke, das hat sich auch bei mir verändert. Also ich hatte am Anfang, als ich zum Beispiel nach Berlin gekommen bin, habe ich mich eher mit Leuten auseinandergesetzt, die vielleicht auch Erzieherin oder Erzieher sind, so ne und hab da so ein bisschen die Peer gehabt, ne und jetzt mittlerweile hat sich das noch mal ein bisschen verändert, auch einfach noch mal und das finde ich ganz spannend, Ja, von der Perspektive noch mal zu blicken, mit wem setze ich mich eigentlich auch als Erwachsener auseinander und was war mir als Kind irgendwie auch wichtig. Also gerade dieses Thema mit den Pokémon Karten, wie ich es auch gemeint hatte, ne, oder dann sind die gleich alt, sie haben ein ähnliches Interesse oder sie haben eine bestimmte Geschichte auch, ne. Also sei es jetzt, wenn ich jetzt darüber nachdenke, wie das vielleicht mit Sprachen ist, ne, also wenn Kinder 'ne ähnliche Sprache sprechen oder ähnliche äußerliche Merkmale haben, ne, die von dem, der sich von der Rest der Gruppe irgendwie unterscheiden, so ne, dass das ja auch 'ne Bezugsgruppe sein kann und so 'ne Peergroup, wo auch man weiß, O. K., die haben vielleicht das Ähnliche durchgemacht oder haben einfach 'nen ähnlichen Bezug zum zum Alltag, ne, das find ich super spannend, wie unterschiedlich das eben sein kann, ne, es hängt nicht nur irgendwie vom Alter ab, sondern auch von sei es das Herkunftsland, ne, beziehungsweise Sprache oder dann eben optische Merkmale oder Hobbys einfach oder Interessen. Also das ist so, so unterschiedlich und vielschichtig und genau.
Karen
Ja, und wie früh es vor allem schon sein kann, also das finde ich, also klar, habe ich das schon alles beobachtet, aber genau das noch mal so ein bisschen richtig vor Augen geführt zu bekommen, so ja, es ist schon so, wenn man sich halt, wenn man nach dem gleichen, nach dem ne das Baggerbeispiel. Also gut, wenn beide nach dem Bagger greifen und dann vielleicht damit spielen und so und sei es nur für 3 Minuten, weil dann ist irgendwie dieses Buch interessant, dann kann das halt und man findet sich aber immer wieder, halt dann beim Baggerspielen wieder zum Beispiel, dann ist es schon ein Peer-Kontakt, obwohl es einfach nur, also ja klar, ein sozialer Kontakt war, aber das ist dann eben auch eine Peer-Gruppe sich, ne Peer-Group sich daraus entwickeln kann und dann daraus gegebenenfalls 'ne Freundschaft irgendwann später, das ist ja dann noch mal das Nächste.
Patrick
Ja, je nachdem, wie viel sie sich aneinander gerieben haben, entsteht ja auch Freundschaft, ne?
Karen
Genau, wie vertraut das dann ist und wie innig, ne? Ja, genau, ob es jetzt nur noch um den Bagger geht, dann ist vielleicht keine Freundschaft, aber wer weiß, ja.
Patrick
Aus ja, gemeinsamen Interessen können Freundschaften entstehen. Ja, genau, also ja, echt 'ne 'ne coole, gute Perspektive nochmal auf das Thema. Also bin ich sehr dankbar dafür.
Karen
Ja, ich auch. Genau. Und wenn ihr, ich habe es ja gerade schon gesagt, ihr alle noch mehr dazu lesen wollt, dann lest gerne die aktuelle. Ja, die ist dann aktuell, wenn die Folge rauskommt. Kleinstkinder-Ausgabe, um da das nochmal und vor allem diesen Brief, den hast du jetzt schon ein paar Mal erwähnt, genau.
Patrick
Jetzt sind alle richtig heiß drauf
Karen
Was ist dieser Brief? Ich will den Brief lesen, den Patrick erwähnt hat. Genau, lest da rein. Es ist wirklich sehr schön geschrieben. Also so ein paar Praxisimpulse einfach und ganz auf auf niedrigschwelliger Ebene finde ich auch schön. Ist auch was, was man sich irgendwie in den Teamraum vielleicht hängen kann oder so, einfach so als Erinnerung, also nicht Erinnerung an etwas, was war, sondern so als achtsam, also oder achtsam zu sein, so ein bisschen.
Patrick
Absolut, kann ich empfehlen.
Karen
Sehr schön. O. K., Patrick, dann freue ich mich natürlich aufs nächste Gespräch mit dir, so mit dir, wir beide zusammen und auch mit anderen Interviewpartner:innen, die wir haben. Ja, und dann würde ich sagen, das war's jetzt für heute.
Patrick
Die Folge war jetzt lang genug, Leute, vielen Dank fürs Durchhalten.
Karen
Die Folge war lang genug. Habt ihr toll gemacht, bitte folgt uns, schreibt uns gerne, folgt uns auf doch auf unserem WhatsApp-Kanal. Genau, und alles Weitere findet ihr hier in den Shownotes wie immer.
Patrick
Tippitoppi, macht es gut.
Outro
Karen abgeholt. Das war's für heute. Wir freuen uns auch über eure Erlebnisse aus der Praxis. Schreibt mir gerne an karen.sachse@herder.de. Die aktuelle Ausgabe von kindergarten heute findet ihr online auf kindergarten-heute.de Bis zum nächsten Mal bei heute im Kindergarten.