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Transkript
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Intro
Hallo und herzlich willkommen zu Heute im Kindergarten, dem Podcast von Kindergarten Heute. Hier erwarten euch kleine und große pädagogische Happen, perfekt zu genießen auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause. Ich bin Karin, Redakteurin beim Fachmagazin Kindergarten Heute und mir gegenüber sitzt Patrick, Erzieher im U3-Bereich. Wir wollen mit euch über all das sprechen, was die Fachwelt, die pädagogische Praxis, die Redaktion und natürlich uns selbst bewegen.
Karen
Hallo alle miteinander, hier sind wir wieder. Ich bin Karen.
Patrick
Und hier ist Patrick, Hallöchen!
Karen
Wie gewohnt für euch am Start. Schön, dass wir hier sind. Schön, dass ihr uns zuhört. Ja, Patrick, es ist Ende Januar. Wie verrückt. Wie war so der erste Monat im Jahr in der Kita?
Patrick
Es passiert das, was glaube ich jedes Jahr im Januar passiert. Alle werden krank
Karen
Oh nein. Hätte ich gar nicht fragen müssen, oder?
Patrick
Es ist wie es ist, aber ich halte wacker die Stellung. Ja, doch tatsächlich. Ich habe einen ganz guten Start ins Jahr gehabt. War soweit in Ordnung privat, hab ich mir n bisschen gedacht, ist alles gerade vielleicht bisschen viel. Aber das hat sich jetzt wieder ganz gut geregelt und ich habe das Gefühl, ich habe mein Leben so im Griff wie noch nie.
Karen
Hey, das hören wir doch sehr gerne. Also ich höre es gerne und ihr da draußen bestimmt auch. Weil wir wollen natürlich, dass du nicht krank wirst, dass du weiterhin am Start bist in der Kita und auch hier im Podcast.
Patrick
Ja, die Eltern wünschen mir schon ganz viel Gesundheit, so, wie geht's dir denn so?
Karen
Die fühlen so bisschen, wie lange du noch bleibst. Bis dich die Grippewelle erreicht.
Patrick
Wahrscheinlich. Bis es mich auch erwischt. Das ist auch ein bisschen die Anekdote, die ich heute so bisschen erzählen kann. Es ist super schön, in einem Team zu arbeiten, wo du einfach merkst, da ist auch eine Unterstützung irgendwie da oder da sieht dich jemand. So. Und das ist zum einen natürlich von den Eltern kommen so die, wie geht es dir eigentlich, kann ich morgen noch darauf zählen, dass mein Kind betreut werden kann in die Richtung, aber auch einfach wirklich so ein, wie geht es dir eigentlich gerade damit? Merken, du leistest hier ganz viel und die anderen sind krank berechtigt oder im Urlaub so. Aber da merkt man schon, dass die Eltern schon eine Unsicherheit haben und nicht wissen, ist die Betreuung überhaupt gewährleistet, gibt es eine Begrenzung oder nicht. Und ich bin dann an dem anderen Hebel und denke mir so, ohje, was passiert heute alles? Habe ich eine Begrenzung? Muss ich irgendwie jemanden abweisen oder nicht? Wie gehe ich damit sich jeden Tag eben wieder auf was Neues einzustellen, so ist jetzt kommt die Person wieder oder ist sie länger krank, je nachdem, wie das immer so ist. Und wenn man dann eben so übrig bleibt als Letzter, ist irgendwie lustig einfach.
Karen
Und es ist nicht so wie bei, wenn man im Stuhlkreis rennt und immer die Stühle verschwinden, der Letzte zu sein, sondern...
Patrick
Nee, dann bist du halt der Letzte. Und gerade wenn man der Letzte ist, so bekommt man auch ganz viel Nähe auch von anderen Teammitgliedern. So heute hat zum Beispiel eine Kollegin aus der anderen Etage bei mir mit ausgeholfen und dann haben wir den Tag so ein bisschen zusammen gerockt, haben eine gute Zeit gehabt und auch davor mit den anderen Kolleginnen, die eben zu dem Zeitpunkt noch da waren, merkt man, man rückt einfach noch mal ein bisschen enger zusammen, man ist ein bisschen näher dran. Und als ich jetzt gestern war es glaub ich, ja genau, bin ich mit dem Kind runtergegangen in den Keller, ⁓ Toilettenpapier zu holen, war alle. Komm, wir machen da jetzt mal einen kleinen Botengang und dann laufe ich eben mit dem Kind so die Treppen runter und wir haben so ein gläsernes, ja, gläsernes, ähm,
Karen
Treppenhaus.
Patrick
Treppenhaus und dann kam aus der einen gläsernen Tür, kam die eine Kollegin raus und sagte, was macht ihr hier so? Und die andere Kollegin kam dann aus genau der anderen Tür raus und hat genau dasselbe gefragt. Und wir so, wir gehen doch nur Klopapier holen, was wollt ihr von mir? Was wollt ihr von uns? Und dann haben wir eben kurz geschäkert. Und dann geht die Tür eben wieder zu und wir laufen so weiter und dann sagt so das Kind zu mir, ach Patrick, das sind ja zwei Quatschmäuse.
Karen
Ach Gott süß.
Patrick
Und da hab ich mir auch wieder gedacht, genau darum arbeite ich auch so gerne. Also zum einen, weil man ein Team hat mit Kollegen, die einfach so bisschen mit einem rumschäkern und einem wirklich so ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, da bin ich super dankbar dafür. Und dann eben auch für die Kinder, die dann auch solche Sätze wieder bringen und man sich denkt, ach Mensch, ja. So bezaubernd und dann genau sind wir im Keller unten gewesen, haben das Klopapier hochgeholt und dann konnte wieder losgelegt werden. Also das sind wirklich... So die Momente aus dem Alltag, so, ne, ist alles gerade irgendwie stressig, schwierig, Begrenzung, Begrenzung, so. Dass man einfach wirklich sich bisschen mehr auf die Situationen fokussiert, die einfach wirklich schön sind. und auch wenn es weniger Kinder waren einfach, weil wir eine Begrenzung hatten, habe ich wirklich gemerkt, das war glaube ich so das erste Mal, dass ich da auch weitestgehend entspannt war, weil ich mir gedacht hab, nee, das sind jetzt die Kinder, da sind, wir machen das Beste jetzt irgendwie draus. Wir gehen trotzdem in den Garten, wir machen trotzdem Angebote, wir schauen trotzdem dass es den Kindern, die eben bei uns sind, gut geht. Und da hatte ich auch den Eindruck, dass die Elternschaft es gut hinbekommen hat, Absprachen zu treffen, wann sie die Betreuung brauchen und wie sie das irgendwie gestalten. Fand ich auch super spannend, weil wir wirklich niemanden abweisen mussten.
Karen
Achso die haben das vorher organisiert.
Patrick
Die haben sich selbst so organisiert in dem Chat, dass sie überlegt haben, okay, wer braucht das wie dringend, wer kann irgendwie auf Babysitter zurückgreifen, wer kann irgendwie auf Großeltern zurückgreifen oder auf Homeoffice und wer ist eben wirklich darauf angewiesen und so hat es auch jeden Tag, hatte ich eine andere Konstellation an Kindern und
Karen
Dass sie es quasi auch so gerecht verteilt haben, so ein bisschen.
Patrick
Ja, das fand ich super spannend. genau, da merke ich wirklich in solchen Situationen, ich meine Eltern in deutschen Kitas, wissen mittlerweile, was sie so erwartet, dass Personalmangel auftauchen kann immer. Und die Eltern unserer Etagen, haben sich wirklich ganz toll darauf eingerichtet. Natürlich ist es für alle stressig so, aber da merke ich auch gerade in diesen Momenten, dass die ganz nah auch an uns Fachkräften dran sind und auch nur wollen, dass es uns gut geht, dass sie es ihnen auch selber leidtut, dass sie auch so unter Druck stehen, dass sie auch arbeiten müssen.
Karen
Klar, wir sind alle in dem Rad, ne?
Patrick
Genau, Existenzen ja dann auch in Gefahr stehen, wenn sie selbstständig sind oder wenn sie eben wichtige Termine haben. Also größtes Verständnis für alle, die diesen Druck spüren und ja, genau, nicht in die Aggression gehen so, sondern einfach miteinander ins Gespräch kommen. Und das merke ich gerade, das finde ich ganz, ganz toll und sehr bezaubernd. Genau, ja, das habe ich zu berichten.
Karen
Das ist sehr, sehr schön, dass auch von den Eltern so die Wertschätzung in so einer schwierigen Situation zu bekommen. Das ist echt richtig schön. Ja, ihr könnt uns ja mal sagen, ihr da draußen und schreiben, wie das bei euch so gehandhabt wird. Ich mein Personalmangel kennen wir alle. Wie ist es in anderen Kitas? Wie ist es vielleicht in Österreich, in der Schweiz, in, wir werden gehört, in den USA, in, ich habe jetzt leider nicht alle parat, aber es sind einige Länder, die tatsächlich auftauchen hier in unseren Statistiken, die entweder einmal eingeschaltet haben oder uns öfter hören. Schreibt uns gerne, wie das bei euch so gehandhabt wird. Müssen die Eltern sich organisieren? Was bekommt ihr von den Eltern zu hören, wenn mal wieder vielleicht sogar die Kita geschlossen werden muss? Kommt ja auch alles vor. Ich hoffe, ihr habt auch solche Erfahrungen wie Patrick gemacht. Das ist gerade in solchen Zeiten, wo die Krisen überall sind, ist es voll wichtig, dass wir zusammenhalten. Deswegen auch im Team zusammenhalten, aber auch, wir sind da irgendwie alle unter demselben Schirm. Ja, ich kann auch ein bisschen aus der Redaktion berichten. Wir produzieren ja immer am laufenden Band Ausgaben für euch und neue Beiträge, aber tatsächlich haben wir abgeschlossen unsere Ausgabe 2, die erscheint, wenn ihr diese Folge hört, nämlich Anfang Februar. Und passend dazu, weil nämlich dieses Jahr, dann auch, Anfang, Mitte, Februar, die Karnevalszeit, Faschingszeit, Fasnet, wie es überall heißt, ich, gibt es noch andere Bezeichnungen? Ich glaube nicht. Hier in Berlin gibt es keine Bezeichnung dafür, leider.
Patrick
Es existiert in Berlin auch ungefähr gar nicht.
Karen
Aber wir kommen ja beide aus Süddeutschland, deswegen kennen wir es natürlich, also bei uns hieß es immer Fasching.
Patrick
Fasching bei uns auch.
Karen
Also bei uns beiden Fasching. Genau, und hey, wir haben einen Beitrag dazu und es geht um Kostümierung, die ja auch immer großes Thema ist bei Faschings, Karnevalspartys vielleicht auch Feiern in der Kita. Ja, und darüber möchte ich gerne ein bisschen mit dir sprechen, Patrick.
Sound
der pädagogische Happen.
Patrick
Ich verkleide mich ja ganz gerne mal.
Karen
Ja, das weiß ich doch. Ich verkleide mich eigentlich auch. bin tatsächlich auch ein, ich habe sehr oft an Fasching mein Geburtstag gefeiert, früher immer. Und also gut, ich habe dann immer noch in der gleichen Zeit Geburtstag, obviously.
Patrick
Aber du verkleidest dich nicht mehr so oft zu deinem Geburtstag.
Karen
An meinem Geburtstag verkleide ich mich nicht, außer ich mache eine Faschingsparty. Aber früher habe ich das gemacht. Ich war auch schon früher auf einigen Faschingspartys. Und es ist ja immer so das Thema, also was verkleidet man sich? Klar muss man sich überlegen. Und in Kitas ist es oft das Thema, also was kommen die Kinder, was gibt es für Kostüme? Prinzessin, Cowboy,
Patrick
Superhelden.
Karen
Superhelden, mittlerweile irgendwelche Comicfiguren. Es gibt aber natürlich auch, wie man sie früher genannt hat, Indianerkostüme beispielsweise. Also es gibt auch Kostüme, wo man heutzutage vielleicht darüber denkt, ist es wirklich so eine gute Idee, so zu verkleiden oder das Kind vielleicht sogar verkleidet, so in die Einrichtung zu schicken. Und darüber haben wir einen Meinungsbeitrag von Lars Distelhorst. Und da geht es quasi drum, sind quasi Indianerkostüme noch erlaubt? Sind das einfach Stereotypen, die man irgendwie dann, die man immer wieder hervorholt oder ist es einfach nur, ja, es ist auch einfach nur ein Kostüm? Jetzt stellt euch doch mal nicht so an. Hast du da schon mal drüber nachgedacht, Patrick? Bestimmt.
Patrick
Ich habe schon so oft Berichte darüber gehört oder gelesen oder dass jemand, gerade wenn indigene Völker dargestellt werden in Kitas, dass da eine Kontroverse da ist. Ich selber habe aber in den letzten Jahren, seit ich arbeite, glaube ich auch noch nie ein Kostüm von einem Kind gesehen, das ein indigenes Volk dargestellt hat.
Karen
Egal welches
Patrick
Ich glaube noch nicht mal ein Cowboy.
Karen
Sagt man eigentlich noch Cowboy? Cowgirl?
Patrick
nee, es ist ja...
Karen
Menschen aus dem Wilden Westen.
Patrick
aus dem Wilden Westen.
Karen
Sagt man das auch noch? Ihr wisst, was ich meine, mit so einem Hut.
Patrick
Ich weiß es gar nicht so genau. Ich glaube, das ist oftmals ein großer Aufhänger, der irgendwie da ist. So dieses, naja, darf man das noch, darf man das noch machen, darf man das noch sagen, darf man das noch zeigen, so. Aber faktisch merke ich zumindest bei mir in der Kita und in den Einrichtungen, in denen ich jetzt bisher gearbeitet hatte, ich habe schon einige Kostüme gesehen, aber es geht überwiegend eher Richtung Anna und Elsa. Es gibt Prinzessinnen in den größten Ausführungen, also eher dann Richtung Gender-Klischees, so Gender-Rolle. aber auch. Dann eben die Superhelden dann eher für die Jungs dann.
Karen
Paw Patrol.
Patrick
Paw Patrol, das ist ein großes Thema, aber genau, da habe ich schon irgendwie ganz vieles gesehen und freue mich auch jedes Mal, wenn Kinder Kostüme haben, die eben kreativer gestaltet sind. Also die nicht von der Stange kommen so, sondern sich die Eltern und die Kinder gemeinsam dann irgendwie Gedanken gemacht haben, irgendwie einen Schmetterling darzustellen und dann irgendwie eine Art Tuch zu haben oder so schöne Tierverkleidungen irgendwie auch oder einen Zauberumhang oder sowas.
Karen
Obst oder Gemüse? Man kann sich überall bedienen.
Patrick
Das stimmt allerdings, ja. Also da merke ich, dass das ganz oft, ja, dass das ein großes Thema ist, meine andere Rolle zu schlüpfen. Und es ist glaube ich auch wirklich schön und gut für Kinder in Genderrollen irgendwie auch mal reinzuschlüpfen, das mal auszuprobieren. Und das aber auch mal ein bisschen aufzubrechen, das habe ich mir auch ein bisschen als Aufgabe gesetzt.
Karen
Stimmt. Und sich so ein bisschen auszuprobieren.
Patrick
Genau. Wie gesagt, gerade so dieses Thema, muss ich mich oder muss ich mein Kind so verkleiden, dass es jemand anderen auf den Schlips treten könnte? Schwierige Diskussionen einfach. Also ich selber merke für mich, wenn es eben irgendwie auftaucht Richtung Kolonialismus, da hatten wir neulich auch einen kleinen Moment, weil wir so ein Buch in der Kita haben, da sind ganz viele Entdecker drinnen, so Weltenentdecker, sei es jetzt Christoph Kolumbus oder ...
Karen
Da sind wir nämlich beim Thema.
Patrick
Ja, genau, Marco Polo und wie sie alle heißen. Und in der einen Geschichte stand dann eben drinnen, dass der Entdecker auch getötet worden ist von den Inselbewohnern, die er eigentlich einnehmen wollte. Und da haben wir ganz viel mit den Kindern darüber gesprochen, bzw. das war das Thema der Kinder. Und dann haben wir da irgendwie so ein Stündchen bestimmt darüber gesprochen, ist immer wieder hochgekommen. Und dann habe ich so ein kleines Schaubild quasi genommen und habe so eine Insel gehabt, so aus Playmobil, wie die Menschen da eben glücklich und zufrieden gelebt haben, ihre Regeln hatten, wussten, wie sie irgendwie miteinander umgehen sollen. Und dann kam auf einmal ein Schiff.
Karen
Ja von außen.
Patrick
Ein Schiff von außen und dann sagen die, ihr dürft so nicht sein, ihr müsst anders sein, ihr müsst euch anders verhalten. Und dann haben wir eben darüber gesprochen, dass die Personen, die auf dieser Insel gelebt hatten, dann eben einfach sehr sauer waren, es nicht gut fanden und da irgendwo reingezwungen wurden. Die Leute, die ja von außen kamen, hatten ja Waffen. Die hatten ja andere Dinge so, mit denen sie quasi Bedrohungen dargestellt haben. genau, so. Dann ist es eben so gewesen, dass der eine Entdecker dann da auch umgebracht wurde von den Inselbewohnern und dann haben wir eben, das habe ich dann, ne?
Karen
Hast du bisschen unter den Tisch fallen lassen. Oder Beschrieben.
Patrick
Hab ich, das habe ich bisschen unter den Tisch fallen lassen, aber ich habe halt eher so deutlich gemacht eher deutlich gemacht, wie schlimm das ist, wenn jemand Fremdes zu dir kommt in dein eigenes Zuhause, in deine eigene Kita. Und das habe ich auch sehr nah nochmal beschrieben und gesagt, na ja, stellt euch mal vor, jetzt kommen die Kinder und Erzieherinnen aus der ersten Etage zu uns hoch auf die 2 und sagen, ihr müsst jetzt alles anders machen. Ihr dürft euch nicht mehr die Hände waschen, bevor ihr auf die Toilette geht. Eben.
Karen
Ja, so ganz klare Regeln
Patrick
So ganz klare Regeln, die eigentlich Standards sind, das darf man jetzt nicht mehr machen. Dann ist man ja erstmal irritiert und ist erstmal durcheinander. genau, da haben wir so bisschen darüber gesprochen so. Und das fand ich auch eine ganz, ganz, ganz tolle Auseinandersetzung irgendwie auch damit, weil sie das einfach nicht verstanden haben. So, das sind Weltentdecker, die haben die Welt entdeckt so. alles war jetzt auch nicht so positiv daran und das ging ja nicht nur um des Entdeckens Willen, sondern wirklich einnehmen, Kolonialismus. Und gerade das ist ja eine Form, die gerade bei den indigenen Völkern in Amerika. Richtig, richtig Schlimmes, aber auch eben in Afrika zum Beispiel, wo alle immer noch denken, da ist alles irgendwie unterentwickelt. Das finde ich einfach total schwierig, weil die Welt ist mittlerweile viel, viel weiter. Und muss man sich denn immer an diesen Stereotypen, die man irgendwie mal gefunden hat, muss man sich da dann immer noch so festhalten. Kannst du machen. Aber dann bist du halt
Karen
Dann bist du halt bisschen rückständig.
Patrick
Dann bist du halt rückständig und ignorant.
Karen
Genau, voll. Weil genau, ist ja der springende Punkt, dass quasi wir, also wir jetzt auch tatsächlich als weiße Personen, wenn wir uns so verkleiden gegebenenfalls, uns einfach aneignen, also diese Kultur aneignen, wenn wir jetzt bei den indigenen Völkern, also in Amerika, also wie wir sie Indianer früher genannt haben, uns so verkleiden und dann sagen, ja, ach, wir haben uns zwar, also irgendjemand weißes, es hat euch da irgendwie mal hier eure Region eingenommen. Ach, das ist doch toll, ne? Und wir sind, wir spielen jetzt einfach euch. Stichwort kulturelle Aneignung. ich finde es voll das perfekte Beispiel, Patrick, also als ob du dich vorbereitet hättest.
Patrick
Der Alltag bereitet mich vor, Karen
Karen
Der Alltag bereitet dich vor, das ist toll. Und genau darum geht es dann nämlich. Also es kann ja sein, dass ein Kind den Wunsch verspürt oder dass es irgendwo sieht, das sieht toll aus. Die haben irgendwie teilweise tolle Federn vielleicht auf dem Kopf oder tolle haben sich toll gekleidet. Also die haben natürlich indigene Völker haben sich auch unterschiedlich gekleidet bestimmt. Es gibt ja noch nicht nur diesen einen Stereotyp, den wir vielleicht immer auf irgendwelchen Faschingsbildern gesehen haben. Und dann aber darüber zu sprechen, aber weißt du, was das eigentlich bedeutet, wie du es quasi in der Kita gemacht hast und wenn wir das jetzt machen, dann hat das vielleicht so eine Bedeutung oder so eine Wirkung auf Leute, die tatsächlich betroffen waren und das macht die vielleicht traurig und einfach da mit Kindern zu sprechen, wie du gesagt hast, also ich glaube auch, dass es heutzutage eher weniger so ist, dass Kinder sich so kleiden wollen, weil das ist jetzt einfach nicht mehr so Standard, dass man irgendwie vielleicht auch Westernfilme sieht.
Patrick
Die Zeit von Karl May ist weit vorbei.
Karen
Genau oder so Lucky Luke oder so was, gut, das hat man glaube ich in dem Alter vielleicht nicht, aber bestimmt haben
Patrick
Yakari gibt’s halt.
Karen
Aber gibt’s die wirklich noch. Weil das war ja als wir Kinder
Patrick
Doch doch die Sendung, die gibt es glaube ich schon noch, die wird glaube ich noch ausgestrahlt. Ich habe die jetzt nie so dolle verfolgt, aber ich glaube da geht es ja auch eher darum, wie stark Yakari so als indigene Person ist und eher als Held in der Geschichte auftaucht.
Karen
Und als Kind und Jugendlicher.
Patrick
Und ich glaube, dass so dieses Stereotyp der Cowboy jagt den Indianer so, dass das ja einfach auch verletzend ist. So, weil das eine ganze Kulturform quasi unterdrückt in dem Sinne und immer wieder diese Wunden aufreißt. Und ich glaube, es ist nochmal was anderes, wenn man eine Kultur feiert, ja, also und es wirklich bewundert den Kopfschmuck zum Beispiel oder sagt, was die für Rituale hatten, wie die Rauchzeichen gemacht haben, das ist ja auch was Tolles
Karen
Was sie vielleicht gekocht haben.
Patrick
und was man in seiner eigenen Realität ja gar nicht so sieht und wahrnimmt. Und wenn das gefeiert wird, ist das nochmal was anderes, wie wenn ich dieses Rollen-Klischee und ja Stereotyp, da einfach auch weiterhin umsetze, so das schwache Volk, wir haben es erobert, so und ich glaube, das steckt bei vielen gar nicht so gedanklich drin.
Karen
Nee, auf - bestimmt nicht.
Patrick
Aber es ist einfach wichtig, sensibel damit umzugehen, so und wie gesagt, mir ist es in den letzten Jahren nicht passiert, dass ich ein Kind eben im Kostüm, was eine indigene Person darstellen soll, gesehen habe, weil es einfach in eine andere Richtung geht, aber es gibt ja ganz viele andere Beispiele, wenn es jetzt ums Thema Alltagsrassismus geht.
Karen
Ja, Blackfacing.
Patrick
Ganz genau.
Karen
Also da sind wir wieder beim Kostüm, das ist nicht Alltagsrassismus, sondern das ganz klar Rassismus.
Patrick
Ja, absolut. Und ich glaube, dass wir alle ja immer nur an dem Punkt sind mit dem Wissenstand, den wir eben gerade haben und dass wir uns ja gerade damit auseinandersetzen, hey, nicht was darf man noch sagen, sondern was möchte ich sagen? Also wie möchte ich die Welt wahrnehmen und möchte ich ignorant sein und über mein Paprikaschnitzel da herziehen und sagen, da wird mir was weggenommen oder kann ich wirklich reflektieren und sagen, hey, es ist ein bisschen schwierig, dass ich diese Bezeichnung verwende, weil dadurch wirklich Leute degradiert worden sind. Und das finde ich, ist ein ganz, ganz, ja, ist ein ganz großes Thema.
Karen
Auf jeden Fall. Aber im Kleinen zeigt sich das eben.
Patrick
Genau. Und darum geht es eben. Also ich kann immer nur das wissen, was ich weiß und mich einfach entwickeln. Ich habe auch damals Sachen gesagt, die heutzutage total bedenklich sind. Weil ich auch diese Stereotype, die ich gelernt habe, natürlich auch reproduziert habe. Und da hilft mir wirklich der Austausch, sei es jetzt mit Kolleginnen oder mit Freunden, Freundinnen, aber auch wirklich so die Weiterbildung und die Auseinandersetzung mit dem Thema, dass ich da an einem ganz anderen Punkt angekommen bin. Und das ist das Letzte, was ich machen möchte, ist jemanden in einem Gespräch schlecht fühlen zu lassen, weil ich ignorant bin und auf ein Wort bestehe, das mir eigentlich total egal
Karen
Ja, und das ich auch, also genau, weil ich auf einen Sachverhalt bestehe, den ich auch anders beschreiben kann oder so. Und genau, wie du sagst, darüber sprechen. Deswegen auch, wenn wir wieder bei den Kindern sind, darüber sprechen. Wie wenn sie sagen, ja, das ist doch ganz toll, die sind ja mit ihren Schiffen hingekommen und waren ganz stark und haben hier die Insel eingenommen und haben hier neue Dinge entdeckt, die man vorher noch nicht wusste, so doch andere Menschen wussten schon davon, die wussten vielleicht nicht, wie groß die Welt ist, aber ihren Kosmos kannten sie. Und jetzt wollte jemand anders halt denen erzählen, wie es eigentlich geht. Und wenn wir halt bei den Kostümen wieder sind, also klar, ich glaube, es ist auch bestimmt mit ein Elternthema. Also ich habe letztens auch ein Reel auf Instagram gesehen, wo auch eine Mutter war es auf jeden Fall auch so einen Post dazu gemacht hat, eben zu Kostümen und meinte, ja, wenn ihr irgendwie eure Kinder, also wenn ihr vielleicht die Idee habt, eure Kinder in dieses und jenes Kostüm vielleicht zu stecken, weil das vielleicht da vielleicht noch liegt oder vielleicht auch günstig ist, wenn es auch Familien gibt, die ihren Kindern was bieten möchten. Und dann gibt es aber vielleicht einfach nur zwei, drei Kostüme, die sie sich leisten können. Und die sind sehr oft, glaube ich, Stereotype. Und dann halt einfach mal zu überlegen so, hey, wie ich vorhin sagte, nehmt doch einfach ein Obst Gemüse, irgendwelche anderen Sachen. Es geht aber soll eben auch nicht und da geht es in diesem Beitrag drum. Ich glaube, verbieten ist halt auch nicht richtig. Also zu sagen, in der Kita, wir feiern unser Faschingsfest, aber wir erlauben keine Kostüme wie das und das und das und das. Ich glaube, also das kann man ganz kontrovers diskutieren. Ich glaube, da gibt es auch keine Einigung. Aber wichtig ist doch vor allem dann drüber zu sprechen, warum sind wir uns da unsicher? Warum möchten wir das vielleicht nicht und warum spreche ich dann lieber Eltern darauf an oder auch Kinder, die vielleicht sagen, ich habe mir das ausgesucht. Kann ja auch sein. Das hatte Mama noch in ihrer Verkleidungskiste und ich fand es ganz toll. Und dann aber an Eltern zu appellieren oder dann spätestens in der Kita. Hey, aber dann muss man auch darüber sprechen, woher kommt diese, in dem Fall jetzt Verkleidung. Aber für viele Menschen war es einfach vielleicht das Gewand und der Lebensalltag.
Patrick
Und ich glaube auch, dass oft die Ideen, die Eltern haben, mit denen von den Kindern auch sehr stark kollidieren. dass ein Elternteil dann irgendwie so das Gefühl hat, naja, ich möchte jetzt irgendwie, dass das Kind keine Gender-Stereotypik macht, und dann will das Kind halt unbedingt ein Superheld sein. Okay, dann ist es halt mal so. Das ist eben auch ein Aushandlungsprozess. Aber ich denk mir auch immer, was für tolle Kostüme ich auch schon gesehen habe von Kindern. Ich weiß och ein Kind aus einer Kita, in der ich mal gearbeitet hatte. Die war vier, fünf, würd ich schätzen, und die ist als Mama gegangen. Die ist als schwangere Mama gegangen. Die hatte einen riesen dicken Bauch, hat so einen Kissen quasi mit runtergepackt gehabt, hat so ein schwarzes Kleidchen irgendwie angehabt. Ich kann mich noch ganz genau dran erinnern. Und hat dann einen Kinderwagen auch mit dabei gehabt, den sie dann geschoben hat, wo dann ein Baby auch drin saß, so eine Puppe halt. Und sah auch ein bisschen gestresst aus, aber...
Karen
Weil der Bauch so schwer war.
Patrick
Weil der Bauch so schwer war. Und die hat es so geliebt und zelebriert, hat den ganzen Tag diese Verkleidung eben getragen, so. Und dafür musste nichts gekauft werden zum Beispiel, ne? Und das ist auch immer so dieses Vorbild, das ich irgendwie auch immer so bisschen im Kopf habe, wenn ich drüber nachdenke, was möchte ich an Fasching eigentlich darstellen auch, irgendwie Dinge zu nehmen, die ich entweder schon im Schrank habe oder, weitestgehend, nachhaltig sind. Also, dass man nicht extra nochmal groß was kaufen muss. Ich meine, letztes Jahr hat das nicht ganz so gut funktioniert.
Karen
Ich erinnere mich an dein Kostüm.
Patrick
Da habe ich bisschen aus dem Vollen geschöpft
Karen
Ist ja nachhaltig, kannst in ein paar Jahren wieder tragen.
Patrick
Genau, genau, das ist die Sache. Ich habe zum Beispiel auch schon mal eine Kochschürze umgebunden und bin dann irgendwie als Pizzabote gegangen. Ich hatte so ein Pizzaboten-T-Shirt und dann eben noch so rotes Tuch irgendwie am Hals. Das habe ich mal gemacht oder dass ich als Pirat bin ich mal gegangen. Da hatte ich dann ja auch so einen kleinen Piratenhut, den habe ich mir von jemanden ausgeliehen und einfach ein paar Tattoos irgendwie drauf gemacht, so Kinderklebetattoos, das war mir ganz witzig. Ja, genau, also vor zwei Jahren, das war aber ein Halloween, da bin ich als die grüne Hexe Elphaba gegangen. Superwitzig, also weil ich die Kinder nicht schocken wollte und von 0 auf 100 quasi mit dem grünen Gesicht auf einmal auftauche, habe ich das so über die Tage ein bisschen anwachsen lassen und habe erst mal hier so am Hals so einen kleinen grünen Fleck gehabt und dann ist der über den Tag immer ein bisschen größer geworden auf einmal. Immer wenn ich aus der Pause zurückgekommen bin, war der Fleck ein bisschen größer oder dann gab es noch einen zweiten Fleck auf der anderen Seite. Und so habe ich quasi jeden Tag ein bisschen mehr geschminkt, dass die Kinder sich da ein bisschen damit auseinandergesetzt hatten. Und am Tag selber, als wir dann gefeiert hatten, war ich komplett grün, hatte einen Hexenhut nochmal auf und ich weiß gar hatte ich noch was an?
Karen
Schwarzes Gewand oderso vielleicht.
Patrick
Ich hatte so ein schwarzes Seidenhemd an, genau. Und dann bin ich so in die Kita gekommen. Das war für die Kinder dann aber auch ganz klar, das ist der Patrick, der ist jetzt die Hexe, der ist jetzt zur Hexe geworden. Und ich habe da bisschen Magie noch ein bisschen mit ins Spiel gebracht, habe gesagt, ich weiß gar nicht, was ihr meint, ich sehe doch gar nichts, ich bin doch gar nicht grün. Also und das war super, super lustig, also in die Richtung. Und dieses Jahr habe ich eben wirklich gebrochen und bin als…
Karen
Letztes Jahr meinst du. Weil Fasching und Halloween steht ja noch bevor dieses Jahr.
Patrick
Letztes Jahr genau, sorry. Das stimmt, genau. Aber letztes Jahr an Halloween, das war jetzt erst im Oktober, da bin ich dann als Glitzerfee eben gegangen und hatte einen langen Glitzerrock an und Zauberstab. Ich habe sogar eine blonde Perücke auf gehabt und kleines Diadem.
Karen
Das waren tolle Fotos.
Patrick
Und das war total witzig, auch mal diese Genderrolle nochmal komplett zu crashen. Das hatte ich ja im Jahr davor schon so bisschen gemacht, aber bin trotzdem mit Bart da gewesen, weißt du. Und dieses Jahr bin ich dann wirklich so als Fee gekommen. Und das war, glaube ich, für viele Kinder auch nochmal was krass.
Karen
Und es ist auch voll das schöne Vorbild, also es ist ein schönes Zeichen, hey, ihr könnt sein, wer ihr wollt. Oder ihr könnt es auch ausprobieren und euch dann wieder anders entscheiden. Wobei ich gerade dran denken musste bei Elphaba, weil sie ja tatsächlich auch grün ist und ja irgendwie so bisschen ausgestoßen ist, ne. Da kann man natürlich auch drüber sprechen, aber die Kinder kennen ja den Film in dem Fall nicht. Aber klar, ich unterstelle dir jetzt nicht kulturelle Aneignung, weil das ist ja keine Kultur. Das ist ein Film, aber trotzdem ist sie natürlich in ihrer Rolle durch ihre grüne Haut dann so ein bisschen außen vor und findet sich ja dann aber am Ende, ne? Ja. Das ist ja schön. Ja. Wo waren wir denn stehengeblieben? Ich wollte doch auf irgendwas hinaus, aber eigentlich, glaube ich, ging es um die Eltern, sprechen mit den Kindern drüber. Wir als Pädagogen sprechen mit den Kindern drüber, wenn das hochkommt. Ach ja, genau. Mir ist gerade noch was eingefallen, weil du gesagt hast, dass du das Grün so langsam aufgebaut hast. Natürlich ist es bei Kostümen auch immer so nat in der Kita, dass es auch vielen Kindern Angst machen kann. Deswegen hast du das ja bestimmt auch so gemacht. Das muss man natürlich auch sensibel sein. Und auch wenn natürlich ein Kind jetzt sehr gerne als Cowboy gehen möchte oder, ich weiß nicht, Cowboy vielleicht nicht. Also irgendwas, vielleicht ein Kostüm, was bei anderen Kindern, die jetzt vielleicht aus irgendwelchen Ländern, also Cowboy ist es wahrscheinlich nicht, aber aus Ländern irgendwie geflohen sind und vielleicht traumatische Erfahrungen gemacht haben oder vielleicht auch ein, ne? in ihrem eigenen Land, in dem sie – also jetzt in unserem Fall in Deutschland – schon Erfahrungen gemacht haben, dass das natürlich auch immer was auslösen kann. Also deswegen, das könnte man schon auch immer mit bedenken und deswegen lieber was aus so dem Alltag oder so der Umwelt, also wirklich dieses Obst und Gemüse. Ich glaube, ich möchte das nächste Mal irgendein Obst oder Gemüse sein. Ich finde es ja mega cool.
Patrick
Ich geh als Paprika
Karen
Ah Paprika mag ich nicht so sehr. Weiß nicht, vielleicht eine Erdbeere oder so eine Kirsche.
Patrick
Ein paar Weintrauben, dann machst du dann so paar Luftballons.
Karen
Ja, also, das sind ja ganze, oder als Käse würde ich auch gerne gehen. Ja, so, ja, guckt, was vielleicht tatsächlich im Alltag der Kinder ist, wie das Kind, was als Mama sich verkleiden wollte.
Patrick
Ich finde es so bezaubernd, wenn Eltern mit ihren Kindern sich da Gedanken machen, so was willst du eigentlich sein, was möchtest du darstellen, dann guckt man, okay, was haben wir im Schrank, was können wir irgendwie rausholen und dann, naja, gegebenenfalls kann man ja nochmal ein Accessoire oder sowas dazu besorgen, das ist ja irgendwie auch in Ordnung. Aber es muss ja nicht immer ein riesen Megakostüm sein, das massig Geld kostet so, sondern einfach auch wirklich was Kreatives. Also auch ein Kind gesehen, schon als Fuchs gegangen ist und dann eben nur rote Kleidung angehabt hat und dann eben Schwanz hinten raushängen hatte, mit so Öhrchen dann noch, weißt du, also so in die Richtung. Aber ja, wie gesagt, da ist so viel Kreativität da, muss nicht immer viel Geld kosten, aber manchmal muss es auch einfach sein, so, macht man sich's einfach und kauft ein Kostüm, was ja auch eine Berechtigung hat, also ist ja völlig in Ordnung. Und wie du gerade auch gemeint hast, ist es für manche Kinder super, super wichtig, gerade an dem Tag, wenn Fasching stattfindet oder Halloween oder irgendwie eine andere große Festivität, dass man Rückzugsorte schafft für die Kinder, dass man da, wir haben unsere Disco unten im Bewegungsraum, da wird dann getanzt, da wird's wild. Aber es sollte auch Räume geben, wo die Kinder einfach ganz normal in Ruhe spielen können, weil die einfach keinen Bock drauf haben, dass da jetzt groß irgendwie Brimborium gefeiert wird und genau. Wir machen es meistens so, dass verschiedene Stationen in den Räumen angeboten werden, einfach so ein paar lustige Spielchen. Dann unten im Bewegungsraum haben wir dann die Disco und dann gibt es aber auch eine Etage, wo gar nichts ist, wo sie wirklich in aller Ruhe spielen können, wenn es einfach Angst macht.
Karen
So wie ganz normaler Alltag,
Patrick
Absolut. Und zu den Kostümen haben wir eigentlich auch ein bisschen Regelwerk, dass es zum Beispiel keine gesichtsverhüllenden Masken sein dürfen, das ist wichtig, und keine Waffen, also nichts Gewalt
Karen
Verherrlichendes oder darstellendes. Verherrlichend ist vielleicht nicht, aber darstellend auf jeden Fall.
Patrick
Genau, also das sind die Punkte, die wir den Eltern vorgeben und manchmal taucht eine Maske mal auf, also so eine Spidermanmaske
Karen
Spiderman. Musst ich auch grad dran denken.
Patrick
Genau, auch andere gruselige Masken, wo wir auch sagen nee.
Karen
Screammaske oder sowas. Haben die sowas? Von ihren älteren Geschwistern vielleicht.
Patrick
Das ist auch schon mal passiert, dass das mit in die Kita gewandert ist und es kommt halt dann in den Schrank rein, das ist okay, der Rest des Kostüms ist ja noch da, genau, Gesicht sollte man schon sehen können.
Karen
Ja, das finde ich schon auch wichtig. Also, für alle zusammen. Und man will ja auch wissen, mit wem man es zu tun hat.
Patrick
Ja, aber Fasching ist halt oft auch eines der anstrengendsten Tage. Weil die Kinder ihre ganzen Accessoires verlieren, dann sind sie sowieso aufgedreht, dann gibt es Süßigkeiten, dann Stationen, wo bin ich, alles ist irgendwie anders, ich bin überfordert.
Karen
Passieren vielleicht mehr Unfälle, weil sie dagegen gegeneinander rennen.
Patrick
Kann alles passieren, genau. Und von dem her ist es gerade, glaube ich, für Kinder dieser Tage was sehr, sehr Intensives und ist auch eigentlich immer ein Tag, wo wir sie auf jeden Fall in den Garten rausschicken.
Karen
Egal ob Eis und Schnee.
Patrick
Wir gehen jetzt alle mal raus, wir gehen jetzt alle mal raus und dann kühlen sich alle wieder ein bisschen ab und dann passt es auch wieder. genau, auch das gilt ja nochmal ein bisschen zu überdenken, wie man da bisschen Druck rausnimmt und es ein bisschen entspannter auch für die Kinder gestartet. Gerade für die Jüngeren, für die Dreijährigen kann es schon sehr überfordernd sein und gerade da sollte man wirklich Rückzugsmöglichkeiten achten, einzurichten, damit sie sich einfach wohlfühlen, dass sie bisschen bei sich sein können und genau, ein paar Bindungspersonen vielleicht auch da sind, die vielleicht nicht so krass verkleidet sind.
Karen
Genau, dass man sich eben noch erkennt und deswegen auch nichts Gesichtsverhüllendes. Ja. Ja. Aber wir hoffen natürlich, falls ihr Fasching feiert, dass ihr eine schöne Feier habt, Karneval, Fastnet, auch immer, und dass ihr so bisschen vielleicht einfach drüber nachdenkt. Ich meine, das können ja auch Kostüme sein, die wir als Fachkräfte vielleicht uns aussuchen oder uns noch gar keine Gedanken drüber machen. Und da einfach mal so bisschen zu reflektieren, hey woher kommt mein Kostüm und geht es vielleicht einfacher und wenn ich komplett davon überzeugt bin, dann aber auch wissen, was es bedeutet und was es für eine Auswirkung haben kann und da vielleicht auch drüber sprechen. Ja, und natürlich wie immer aufnehmen, was die Kinder mitbringen und bisschen Aufklärung auch leisten, ne? Das sind nicht alles nur Weltentdecker. Das finde ich ein super Beispiel. Ja, dann überlege ich jetzt mal weiter, was ich mich, also was ich mich verkleide, ne? Und dann… Da fällt uns noch was ein.
Patrick
Da fällt uns noch was ein. Bisschen Zeit haben wir noch und ich wünsche euch jetzt auf jeden Fall richtig viel Spaß, euch zu verkleiden, zu feiern. Habt eine gute Zeit und dann, ja, hören wir uns nach der Feierei.
Karen
Machen wir so. Macht's gut.
Patrick
Ciao ciao!
Outro
Karen abgeholt. Das war's für heute. Wir freuen uns auch über eure Erlebnisse aus der Praxis. Schreibt mir gerne an karen.sachse@herder.de. Die aktuelle Ausgabe von Kindergarten heute findet ihr online auf kindergarten-heute.de Bis zum nächsten Mal bei Heute im Kindergarten.