Die Kita Regenbogenland in Rötha hat Strukturen entwickelt, welche die Fachkräfte im Team nicht nur organisatorisch entlasten, sondern auch emotional und fachlich stärken. Dabei setzt die Einrichtung vor allem auf klare Verantwortlichkeiten, gelebte Beteiligung sowie ausreichend Gelegenheit für einen intensiven Austausch – und das nicht nur zu Jahresbeginn.
Geteilte Verantwortung
Verantwortlichkeiten sind in der Kita gezielt und transparent verteilt. Das gibt den pädagogischen Fachkräften Orientierung und zugleich Raum für individuelle Stärken.
- An der Spitze der Einrichtung steht eine zweiköpfige Leitung mit klar geregelten Zuständigkeiten, z.B. für Dienstplanung oder Fortbildungskoordination.
- Krippe, Kindergarten und Vorschule: Jeder Bereich der Einrichtung wird von einer Teamleitung begleitet, die fachlich mitgestaltet, organisatorisch unterstützt und als Bindeglied zwischen Leitung und den einzelnen Teams fungiert. Die Teamleitungen sorgen dafür, dass Informationen nicht verloren gehen und zur richtigen Zeit die relevanten Personen erreichen. Sie bündeln Rückmeldungen aus den Gruppen, leiten Anliegen weiter und tragen zugleich Impulse der Einrichtungsleitung in die Fachbereiche hinein. Darüber hinaus begleiten die Teamleitungen pädagogische Prozesse, erkennen Entwicklungsthemen und unterstützen gemeinsam getragene Lösungen.
- Ergänzend engagieren sich die Fachkräfte in Interessengemeinschaften, wie z.B. im Integrations- oder Praxisanleiterteam. Hier können alle ihre individuellen Fachkenntnisse einbringen und weiterentwickeln. Diese thematischen Teams bringen ein zentrales Anliegen der Kita auf den Punkt: Niemand muss alles können, sondern sollte entsprechend der persönlichen Stärken wirken, ob nun im Bereich Elterngespräche, der Portfolioarbeit oder der Eingewöhnung. So erlebt jedes Teammitglied: „Ich bin ein wichtiger Teil eines großen Ganzen.“
Austausch & Transparenz
Damit die verteilten Aufgaben und Rollen im Kita-Alltag gut ineinandergreifen, braucht es verlässliche Strukturen für Austausch und Transparenz. Wichtige Themen werden im Regenbogenland deshalb regelmäßig in der sog. großen Dienstberatung vorgestellt oder durch die Teamleitungen gezielt in die jeweiligen Fachbereiche getragen. So bleiben alle Fachkräfte auf dem aktuellen Stand der Dinge. Neben den monatlichen Dienstberatungen finden wöchentliche Kleinteamsitzungen statt. Sie wiederum bieten Raum für fachliche Absprachen, gemeinsame Reflexion und individuelle Anliegen. Ein fester Bestandteil dieser Treffen ist die kollegiale Fallberatung. Hierfür bringen die Fachkräfte konkrete pädagogische Fragestellungen ein, die gemeinsam reflektiert werden.
Wissen weitergeben
Die erarbeiteten Ergebnisse und Impulse der Teamsitzungen sollen aber nicht im kleinen Kreis verbleiben, sondern ins ganze Haus wirken; dafür nutzt die Kita wiederum vielfältige Kommunikationswege. Jede Fachkraft hat etwa einen eigenen Postkasten für schriftliche Mitteilungen und erhält auf ihrem persönlichen Dienst-Tablet Informationen per E-Mail oder in der Kita-App. Um die Sitzungen gut im Alltag zu verankern, wurden feste Zeitfenster im Dienstplan geschaffen. Während ein Team tagt, übernimmt ein anderes die Betreuung der jeweiligen Kindergruppe. So ist der pädagogische Alltag jederzeit sichergestellt und gleichzeitig haben alle Fachkräfte die Möglichkeit, ohne zusätzlichen Stress oder Mehrarbeit an den Besprechungen teilzunehmen. Auch die mittelbare pädagogische Zeit ist verbindlich im Dienstplan verankert, also jene Stunden, in denen die Fachkräfte nicht unmittelbar mit den Kindern befasst sind. Sie dienen der Dokumentation, der Portfolioarbeit, der Vor- und Nachbereitung sowie der individuellen Planung des Kita-Alltags. Diese geschützten Zeitfenster machen es möglich, professionell zu arbeiten, ohne dabei ständig unter Zeitdruck zu stehen.
Nicht zuletzt der Umgang mit Fort- und Weiterbildung zeigt, dass die Kita Entwicklung als Gemeinschaftsaufgabe des Teams versteht. Neu erworbenes Wissen verbleibt nicht bei einer einzelnen Fachkraft, sondern wird in Sitzungen bzw. kleinen Workshops geteilt, getreu dem Motto: Wer lernt, gibt weiter.
So wird Wissen zur gemeinsamen Ressource. Und wenn ein Kollege oder eine Kollegin mit leuchtenden Augen von einer Hospitation berichtet, steckt das oft das ganze Team an. Jede pädagogische Fachkraft bildet sich dabei bevorzugt in jenen Themenbereichen fort, mit denen sie täglich befasst ist, bspw. die Bildung und Begleitung unter Dreijähriger. Gleichzeitig gibt es Fortbildungen, die für alle Bereiche von Bedeutung sind, etwa zur Gestaltung schwieriger Elterngespräche oder zur Wahrung des Kinderschutzes. Durch diese themenübergreifenden Angebote kommt das gesamte Team in den fachlichen Austausch.
Lebensnahe Planung
Die Haltung der Kita-Leitungen, ihre Mitarbeitenden als aktive Mitgestalter einzubinden, zeigt sich auch in der Dienstplangestaltung. In Personalgesprächen werden u.a. individuelle Wünsche besprochen bzw. berücksichtigt; dank zahlreicher Teilzeitkräfte ist das gut machbar. Die Devise lautet hier: Wunschdienste, wo möglich, Notfallpläne, wo nötig. Bei kurzfristigen Änderungen gibt es entsprechend klare Absprachen und transparente Regelungen. Dieser verlässliche Rahmen gibt den Fachkräften Sicherheit und hält dem oft herausfordernden Alltag stand.
Reflexion & Konzeption
Entwicklung braucht nicht nur Tempo, sondern auch Pausen: Die zweiwöchige Sommerschließzeit der Kita Regenbogenland ist ein geschützter Raum, in dem die Fachkräfte fernab vom Alltagsgeschehen innehalten, zurückblicken und vorausschauend planen können.
Das Team nutzt diese Zeit gezielt für Reflexion, Konzeptionsarbeit, Qualitätsentwicklung, Jahresplanung und Personalentwicklungsgespräche. Mit Ruhe, Offenheit und Raum für ehrlichen Austausch, neue Impulse und individuelle Anliegen.
Gemeinsam wachsen
Ein gelungener Start ins neue Jahr bedeutet für das Team des Regenbogenlands, Verantwortung zu teilen, Austausch zu ermöglichen und Beteiligung zu leben. Klare Strukturen, kleine Teams, kontinuierliche Reflexion und gelebte Fortbildungskultur machen den Unterschied. Sie schaffen eine Kita, in der sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen wohlfühlen und entfalten können.