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Transkript
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Intro
Hallo und herzlich willkommen zu Heute im Kindergarten, dem Podcast von Kindergarten Heute. Hier erwarten euch kleine und große pädagogische Happen, perfekt zu genießen auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause. Ich bin Karin, Redakteurin beim Fachmagazin Kindergarten Heute und mir gegenüber sitzt Patrick, Erzieher im U3-Bereich. Wir wollen mit euch über all das sprechen, was die Fachwelt, die pädagogische Praxis, die Redaktion und natürlich uns selbst bewegen.
Karen
Hallihallo zusammen, wir sind wieder hier, Patrick und ich.
Patrick
Hallo!
Karen
Schön, ich wollte gerade sagen, zu sehen. Schön, dich zu sehen, Patrick. Ihr hört uns leider nur. Der Frühling hat begonnen, Patrick. Und ich bin sehr froh, dass endlich März ist und dass zumindest der Frühling kalendarisch oder meteorologisch, ich weiß es gerade nicht, ich verwechsel es immer.
Patrick
Das weiß ich jetzt auch nicht, aber ein Kind meinte heute, glaube ich auch, dass es der meteorologische ist.
Karen
Na schön. Dann vertrauen wir mal auf das Expertenwissen des Kindes. Auf jeden Fall ist der Frühling da. Einer davon ist da. Und auch wirklich ist er wirklich da mit Sonnenschein und Schneeglöckchen und Krokussen habe ich heute gesehen auf dem Gehweg. Als ich gelaufen bin, haben die so durchgeschaut zwischen diesen
Patrick
Hokus Pokus
Karen
Hokus Pokus, kleiner Krokus. Und ich freue mich sehr. Ich freue mich sehr. Die Sonne ist da, gute Laune. Und die Leute sind wieder mehr draußen. Ich kann mehr draußen sein du und in der Kita seid bestimmt auch wieder mehr draußen, oder?
Patrick
Heute den ganzen Tag. Also ich war heute das erste Mal wieder seit einer Woche in der Arbeit. Ichhatte vorher, der Februar hat mich noch ein bisschen...
Karen
Das Ende des Februars hat dich gebeutelt.
Patrick
Der hat mich gebeutelt, da hatte ich dann noch eine ordentliche Erkältung. Und deswegen war ich ein bisschen zu Hause und habe die ersten Sonnenstrahlen gar nicht so richtig mitbekommen. Habe aber von drinnen ein bisschen rausgeschaut und mir gedacht, Mensch, jetzt wäre ich auch gerne draußen. Aber genau, ich habe mich ausgeruht und heute das erste Mal wieder auf der Arbeit gewesen. Und zipzap, wir waren den ganzen Tag draußen. Es war wirklich schön und hat mir richtig gut getan, wieder bisschen Sonne auch auf der Haut zu spüren. genau, wirklich nach so einer, ich meine, wir waren jetzt wirklich immer eigentlich draußen
Karen
Stimmt, das hast du auch erzählt.
Patrick
Also auch bei den kältesten Temperaturen waren wir draußen und unsere Kinder waren da wirklich einiges gewohnt. Aber die Art und Weise, wie sie dann eben draußen spielen, ist noch mal eine ganz andere, wenn sie jetzt total eingepackt sind, von Kopf bis Fuß oder wenn sie wirklich dann eben auch wieder im Sand buddeln können und der Boden eben nicht eingefroren ist. Ist dann doch noch mal ein kleiner Unterschied. Die ersten Käfer haben sie schon wieder gefunden heute oder die letzten Reste von den Marienkäfern, die es nicht geschafft haben.
Karen
Oh nein, die einzelnen Fühler und Füßchen.
Patrick
Patrick ist der tot? Ja.
Karen
Wahrscheinlich schon, wenn er nur noch eine Hälfte hat.
Patrick
Genau, also von dem her die Natur erwacht so langsam, unser Blumenbeet. Das ist gerade auch noch total desolat und habe ich heute mit den Kindern so bisschen überlegt, dass wir da demnächst mal anfangen, das Unkraut wieder rauszuziehen und so weiter wieder loslegen. Aber jetzt ist so bisschen das Gefühl dieses Neubeginns wieder. Also wir starten wieder, wir sind wieder da, wir können wieder loslegen. Das macht schon irgendwie gutes Gefühl, wenn einfach die Sonne scheint und man wieder so am Leben teilnehmen kann.
Karen
Ja, und man eben merkt, wie die Natur auch weitergeht. Mir fällt grad ein zu Käfern und Tierchen. Ich war am Wochenende mit meinen Patenkindern im Garten und wir haben auch ganz fleißig Regenwürmer gefunden in der Erde und ein bisschen umgegraben. Und sie haben direkt einen Zoo oder sie wollten einen, wie haben sie es genannt, Kleintierzoo einrichten und wollten am liebsten alle möglichen Tiere finden und haben da so in kleinen Schälchen dann immer Sand und bisschen Erde und irgendwelche Stöckchen reingelegt. Und dann so: Ja, hier darf dann der Marienkäfer, einen Marienkäfer haben wir gefunden. Hier wohnt der Marienkäfer. Und hier dürfen die Regenwürmer, also ich glaube, wir haben drei Regenwürmer gefunden, mehr leider nicht. Sie hatten noch Platz im Zoo. Also schauen wir mal, wer da noch einziehen darf. Aber das war auch sehr schön.
Patrick
Toll, ach man.
Karen
Ja, aber ja, du hast gesagt Neubeginn und wir starten rein und das machen wir nämlich jetzt hier wieder. Wir starten rein in ein neues Thema. Es kommt jetzt, wenn ihr diese Folge hört, ne neue Ausgabe von Kindergarten heute raus oder sie ist schon quasi online und hoffentlich bald in euren Briefkästen zum Thema Unfair-großes Thema. Und ich habe da mal was vorbereitet. kleines Fallbeispiel, was ich dir gerne vorlesen möchte, Patrick. Das ist aus unserem Reflexionskartentool mit verschiedenen herausfordernden Situationen und da lese ich dir jetzt mal eine vor.
Patrick
Ja, gerne.
Sound
Der pädagogische Happen
Karen
Sie nennt sich „Extrawurst im Dienstplan.
Fachkraft Selma hat zwei schulpflichtige Kinder und arbeitet in Teilzeit. Sie bittet Kita-Leitung Katja um verbindliche, auf ihren Alltag zugeschnittene Arbeitszeiten: möglichst nur vormittags, keine Spätdienste, keine Vertretungen. Sie ist auch nicht bereit, mal flexibel ihre Zeiten zu ändern. Katja versucht, das so gut wie möglich umzusetzen. Fachkraft Fiona, ebenfalls in Teilzeit, sieht sich das ein paar Wochen lang an. Dann beschwert sie sich bei Katja: Wieso kriegt eigentlich Selma immer eine Extrawurst? Die muss nie vertreten oder mal Spätdienst machen. Die springt nicht mal ein, wenn die Kacke schon am Dampfen ist! Das ist uns anderen gegenüber ungerecht. Ich habe mich im Team umgehört: Wir finden, dass du Selma bevorzugst, und wir wollen, dass der Dienstplan gerecht ist."
Patrick
Unfair!
Karen
Richtig unfair, oder? Findet es die, wie heißt sie Selma?
Patrick
Nee, Selma war's, glaub
Karen
Oh du hast recht, die Katja findets... Oh nein ganz durcheinander.
Patrick
Katja ist die Leiterin.
Karen
Fiona findet es unfair dass Selma eine extra Wurst bekommt so und andere im Team anscheinend auch. Kommt dir das bekannt vor Patrick?
Patrick
Das ist Alltag. ich denke grundsätzlich, unabhängig jetzt von Kita, das Leben ist nun mal unfair. Also es ist nun mal so. Ich glaube, dass ja das aber schon ein großes Thema für viele ist. Also gerade bei den Kindern merke ich das relativ früh. Also eines der ersten Wörter, wenn es die Autonomiephase geht, so ist ja nein, so. wenn sie dann ein bisschen älter werden, dann kommt mehr und mehr dieses Unfair raus. Weißt du, also wenn dann so ein Kind kommt und sagt, das ist unfair, warum dürfen wir das nicht? Und das ist, ich, ein Thema, mit dem man sein ganzes Leben so bisschen beschäftigt ist. Was ist fair? Was ist unfair? Warum darf der eine das? Warum kriegt der andere jenes nicht? Warum bekommt der die Unterstützung und jemand anderes nicht? Das ist, glaube ich, immer so eine Sache. Grundsätzlich können wir uns, glaube ich, darauf einigen, wenn alle Leute das Gleiche haben, ist es ja auch nicht fair, weil
Karen
Richtig. Mensch du nimmst mir alles vorweg. Weiter so. 100 Punkte.
Patrick
Wenn alle das gleiche bekommen, dann ist es ja auch nicht fair, weil die ja unterschiedliche Bedürfnisse haben. ja, es kann nicht jeder die gleiche Schuhgröße haben zum Beispiel. Weißt du.
Karen
Jeder kriegt die gleichen Schuhe.
Patrick
jeder kriegt die gleichen Schuhe, die müssen gleich aussehen. Also es kann ja irgendwie auch nicht sein. Also jeder hat irgendwie was anderes, jeder kann sich irgendwie bisschen was anderes leisten. Ich glaube, gerade in Teams, wenn es sehr unausgewogen ist oder die einen Leute mehr, weil sie nicht das Gefühl haben, dass sie mehr arbeiten als die anderen oder dass da mehr Kompromisse gemacht werden bei dem einen als bei dem anderen, dann ist es glaube ich auf lange Sicht eine Sache, die man einfach miteinander besprechen muss. Aus welchen Gründen findet es jetzt gerade statt? Hat man vielleicht wirklich eine Belastung, dass man Angehörige pflegt oder dass man alleinerziehend ist, dass man nicht richtig den Dienstplan so gestalten kann, aber trotzdem natürlich auf die Finanzen angewiesen ist. Man kann sich ja nicht wegen einer, ja nicht wegen geben Quatsch irgendwie so bisschen raus ziehen und sagen ich arbeite jetzt halt jetzt einfach nicht mehr. so geht ja auch nicht. Also man muss ja irgendwie schauen, dass man sein Leben irgendwie unter einen Hut bekommt und es ist für mich nachvollziehbar, dass Leute, die eben Kinder haben, dass die eher vielleicht in Ferien urlaube nehmen können, was aber auch jetzt nicht ausschließlich funktioniert. Also auch ich habe ja irgendwie das Bedürfnis zum Beispiel, dass ich in den Ferienzeiten meine Neffen mal zu mir hole, wo ich mal Urlaub brauche oder so. Von dem her
Karen
Oder mit Freunden oder Partner, Partnerinnen in Urlaub gehen, die auch die halt nur zur Ferienzeit Urlaub haben
Patrick
Und ich glaube, das hat schon alles so seine Berechtigung, es unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Wie heißt es Selma? Dass die jetzt immer nur vormittags arbeiten möchte, ist ja schön, möchte ich ja auch.
Karen
Ja klar, da hast den Nachmittag frei und kannst in der Sonne sitzen.
Patrick
Ganz genau, das ist was, was ich mir natürlich auch wünschen würde. Aber funktioniert halt nicht. Also die Kita hat normal ihre Öffnungszeiten und es ist ja auch schön, dass Kinder zu jeder Zeit irgendwie auch gebracht und abgeholt werden können, dass die Eltern entlastet sind. Es gibt so viele Jobs, wo Familien wirklich doller eingebunden sind oder dann eben lang arbeiten müssen. Flexibilität wird ja irgendwie von allen gefordert. Schwierig wird es halt immer nur, wenn jetzt eine einzelne Person so eine extra Wurst quasi bekommt, dass andere irgendwie dann dafür darunter leiden müssen. So.
Karen
Genau, wenn es eben nicht zusammenpasst, wenn andere sich daran stören. Aber genau wie du sagst, dann muss man drüber ins Gespräch gehen und im besten Fall hat man Verständnis vielleicht für die Situation jetzt in diesem Fall von Selma, weil sie vielleicht alleinerziehend ist und niemand sonst hat, der nachmittags, wenn die Schule vorbei ist, auf ihre Kinder aufpasst. Und gleichzeitig ist es aber so, und ich erinnere mich dran, das war auch, als wir gemeinsam gearbeitet haben, da hatten wir ... Ich glaube, wahrscheinlich kommt es in jedem Team vor, dass es Diskussionen gibt wegen des Dienstplans. Und es eben auch darum geht ja, die Personen, die zum Beispiel immer nur vormittags arbeiten, die kriegen ja gar nicht mit, wie Kinder nachmittags abgeholt werden beispielsweise oder wie vielleicht Kinder oder was es für Aktivitäten gibt oder manche Elternteile, die vielleicht nur nachmittags abholen, mit denen kommt man dann gar nicht ins Gespräch. Also manchmal entsteht daraus ja dann auch, okay, vielleicht gibt es halt doch einen Grund oder es wäre ganz schön, ich vielleicht doch mal einen Nachmittag auch mitbekomme. Und ich glaube, wir haben das dann auch so ein bisschen verschoben. Also ich glaube, es ist einfach immer so bisschen hin und her Geschiebe und ganz viel Verständnis auf beiden oder auf allen Seiten muss halt da sein.
Patrick
Ja genau, es ist halt eine Teamaufgabe, damit auch umzugehen. Aber es gibt halt Leute, die arbeiten super gerne im Spätdienst, es gibt andere, arbeiten super gerne im Frühdienst. Und sowas lässt sich ja an sich schon immer ganz gut einplanen. Wenn es halt gar nicht zusammenpasst, wenn alle Kinder haben und in den Ferien Urlaub nehmen müssen, so, ja, keine Ahnung, dann muss man in den Ferienzeiten die Kita schließen, das ist natürlich auch schwierig. Da muss man eben gucken, wie kann man damit umgehen, dass dann irgendwie Ersatzregelungen getroffen werden. Oder man eben schaut, okay, kannst du vielleicht in den Ferien nehmen, dann nehme ich in den Ferien, dass man sich da eben gut miteinander abstimmt, um es fairer für alle so ein bisschen zu gestalten. Aber ich meine, ich glaube jeder kann sich mal ein bisschen was rausnehmen, so wir arbeiten viel, wir machen unsere Sachen, wir erfüllen unsere Aufgaben und das finde ich ganz schön, dass wir da relativ flexibel damit umgehen können und sich das auch so gut einfügt. Ja, aber es braucht halt wirklich die Offenheit im Team, dass man darüber sprechen kann, dass man sagt, hey keine Ahnung, finde ich gerade ein bisschen schwierig, dass du immer das machst so. Und was steckt dahinter? Ja, okay. Ich habe das Gefühl, dass du weniger machst als ich. Und ja, also Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung ist ja auch immer so eine Sache.
Karen
Ja, aber deswegen ist es ja wichtig, darüber zu sprechen. Da kann ja sein, dass man selber voll in seinem Film irgendwie fährt und die andere Person ein ganz anderes Empfinden hat.
Patrick
Ja, ganz genau. Und so ist es ja auch in Verantwortungs-Sachen. wenn eine Kollegin immer den Morgenkreis zum Beispiel macht und andere den Morgenkreis nie machen, so. Das muss man irgendwie miteinander abstimmen. Man muss irgendwie gucken, dass man sich gesehen fühlt, dass man nicht immer das Gefühl hat, na ja, ich mache immer das, ich wickel die Kinder, ich mache den Morgenkreis, ich mache das Vesper, was macht ihr eigentlich so? Und alle, ja, das merke ich bei uns im Team ja auch, alle sind irgendwie mit den Themen beschäftigt. Und was wir jetzt versucht haben, ist so eine Art Verantwortungsliste für eine Woche zu gestalten, dass man sich dann morgens, wenn man auf die Arbeit kommt, sagt, okay heute wickel ich, morgen mache ich den Morgenkreis, am Mittwoch mache ich vielleicht ein Angebot, da möchte ich in den und den Raum reingehen, dass man das sich schon so bisschen vorüberlebt, ein bisschen, dass die Grundstruktur da ist und man sich denkt, ach, ich hätte mal die Idee, die würde ich gerne verwirklichen und dann man das einfach umsetzen kann, so dass man einfach weiß, okay, ich muss jetzt nicht an die Tür rennen, da gibt es jetzt einen anderen Dienst, der das quasi übernimmt, ich kann jetzt in aller Ruhe das Buch hier weiterlesen und muss jetzt nicht aufstehen, zur Tür zu laufen, so zum Beispiel. Und das ist eine Sache, die mir wirklich jetzt auch gut geholfen hat, meinen Kopf da auch frei zu bekommen, weil ich manchmal, wir arbeiten ja mit 40 Kindern auf der Etage, sind fünf Leute, wenn alle da sind, da fühlen sich viele für vieles verantwortlich. Aber jeder macht immer nur so bisschen. Und dann passiert es halt dass mal ein Kind irgendwie vergessen wurde zu wickeln oder dass man sich denkt, die ganze Woche hat nur eine Person quasi den Morgenkreis gestaltet. Und genau von dem her ist es noch mal so ein bisschen so ein Tool zu überlegen, okay, ich bin heute dran, heute mache ich die Aufgabe und kann mich dann von den anderen so ein bisschen frei sagen und weiß, es wird aber von den Kolleginnen gemacht.
Karen
Weil die vielleicht dann auch sagen, okay, dann hab ich aber auch Lust, morgen diese Ideen im Morgenkreis mit einzubringen oder so. genau. Das kenne ich auch aus Kitas, dass wir das so geplant haben. Also wir hatten es teilweise auch mal mit Vorgaben. Also was heißt Vorgaben, ne? Um eben zu schauen, ja Personen, die sich immer rausziehen und einfach auch signalisieren, sie haben keine Lust drauf, auch so bisschen hinzuschieben, so probier doch mal, dann machst du irgendwie heute mal das. Aber genau, ich glaube auch, dass das meistens nur funktioniert, wenn man sich eben darüber austauscht und dann irgendwie einen Konsens findet und alle zumindest teilweise oder irgendwie ansatzweise d‘accord damit sind und man ausprobiert, dass sich jeder gesehen fühlt, zumindest eben ansatzweise und niemand zurückbleibt. Ich glaube aber immer fair kann es eben nicht sein.
Patrick
Das funktioniert nicht. Die Welt ist unfair. die einen Leute, haben Privilegien, weil sie mit zum Beispiel in Deutschland aufwachsen, soweit wir sind jetzt nicht direkt vom Krieg bedroht oder haben jetzt da irgendwie große Repressalien. Es gibt andere Leute, die wachsen in anderen Umständen auf, die dann eben Unterstützung brauchen oder bestimmte Dinge eben nicht zur Verfügung haben. Weißt du, die gehen in ihren Supermarkt und haben da vielleicht, weiß nicht, von jedem Produkt eins. und wenn man sich mal vorstellt, mit was wir alles irgendwie gesegnet sind letztendlich, dass du von einer Marmelade quasi zehn verschiedene Anbieter hast, wo man sich denkt, das braucht man alles irgendwie gar nicht. Also das ist so dieses Privileg, wo man sich denkt, ja okay, ich möchte jetzt nicht dieses Thema aufmachen, den anderen auf dieser Welt geht es so schlecht. Ich glaube, es ist auch nicht so angebracht. Aber ich glaube schon, dass die Umstände sehr unterschiedlich sind auf dieser Welt. Je nachdem, wo man reingeboren wird, welche Privilegien man hat, ist es eben fair oder nicht fair. Wichtig ist, bewusst damit umzugehen und eben zu sagen, hey, ja mir geht es so gut, also kann ich was abgeben oder ich habe die Möglichkeiten mich mit Themen auseinanderzusetzen und kann was leisten und andere eben nicht und dann ist es auch okay.
Karen
Dafür braucht man aber auch Empathie und Verständnis für die Lage der anderen.
Patrick
Ja, ich glaube gerade halt in Teams kommt es schnell irgendwie so zu den Dynamiken, wo es dann eben auch kriseln kann. Und dann ist es wirklich super, super wichtig, das nicht so auszuschweigen und sich zu denken, ja, jetzt hat die Kollegin macht das oder jenes oder dann so hinter dem Rücken irgendwie zu tratschen, zu sagen, hey, die hat jetzt immer diesen Frühdienst. Das ist doch total doof für uns alle, oder? Wenn man sich dann so gegen jemanden verschwört, finde ich auch schwierig. Aber genau, da würde ich eben wirklich sagen, direkt ansprechen, ansprechen, hey, ich habe das Gefühl, und so. Warum ist das eigentlich so oder wieso brauchst du das? Und dann einfach eine Lösung finden. Hey, ich würde mir auch manchmal einen Frühdienst wünschen. Und dann kann man doch das irgendwie miteinander einplanen. Und wenn jemand wirklich sagt, na ja, ich kann nur in dem und dem Bereich sein und machen und tun und keine Zugeständnis irgendwie auch macht so
Karen
Und keine Kompromisse
Patrick
Dann ist es ja auch wieder eine Form von, wie teamfähig bist du, also wie kannst du dich da irgendwie einbringen, weil wir alle haben die Aufgabe, dass die Kinder einen tollen Tag haben und jeder sollte daran beteiligt sein, auch wie der Tagesablauf gestaltet ist und wenn es eben Leute gibt, die sich da immer rausziehen, auch schwierig für so ein Gesamtteam.
Karen
Das stimmt. Man muss einfach immer miteinander im Austausch sein und in Verbindung gehen und fragen und antworten lassen und zuhören.
Patrick
Ja, Feedbackkultur auch einfach. Das ist so eine Sache, die höre ich so oft. Was ist das Problem? Ja, Kommunikation. Kommunikation ist das Problem. Aber es wird manchmal zu selten, finde ich, einfach wirklich richtig adressiert. Also wo hat es denn gehakt? Also warum denkt die Kollegin jetzt das von mir? Oder warum ist jetzt nicht klar gewesen, dass ich dieses Privileg habe? Weil so, ne? Also das... Ja, das ist manchmal einfach zu wabert und man sich irgendwie dann hinter dem Rücken so ein bisschen verschwört. Und das ist eine Sache, einfach so ein Team superdolle vergiften kann einfach. Und das wünsche ich mir einfach, dass wirklich direkt adressiert wird. ich glaube wirklich, hier ist ein Kommunikationsproblem. Ich habe was gesagt, ich habe was geplant, ich hab was gemacht, aber dann wurde nicht darauf reagiert. Warum ist das so gewesen? Also habt ihr das nicht mitbekommen? Hätte ich irgendwie was anderes sagen sollen? Hätten wir das irgendwie anders festlegen müssen? Das verstehe ich nicht. Also, man es einfach aufmacht
Karen
Ja den Raum schafft.
Patrick
und das ist eben wirklich auch Aufgabe von Leitung und einem guten Team und wirklich, wenn die Leute sich ernst nehmen in ihrem eigenen Team, dann besprechen sie sowas ernsthaft. Ja, und nicht nur so, ja Kommunikation ist halt jetzt blöd. So kann man sich immer so dahinter verstecken einfach.
Karen
Dann können wir die Kommunikation ja auch besser machen. Genau. Wenn sie jetzt gerade nicht so gut läuft.
Patrick
Was brauchen wir, damit wir unsere Kommunikation verbessern? Und das muss halt jedes Team für sich ein bisschen gestalten auch. Genau. Wir arbeiten mit Menschen. Niemand ist perfekt. Niemand hat irgendwie immer 100 Prozent gute Tage, weißt du? Also manchmal bin ich auch, habe das Gefühl, ich kann heute nur 60 Prozent leisten oder so. Aber die bin ich da. Ich mache meinen Dienst, bin am Start. Und dann gibt es andere Tage, da bin ich wieder super super fit drauf und dann ist alles wieder okay und mache vielleicht ein bisschen mehr. Also das muss ich ja auch alles immer ein bisschen die Waagschale halten.
Karen
Und ich meine, darüber kann man ja auch sprechen, sagen, ich hab einfach heute einen schlechten Tag. Also es ist keine Ausrede dafür, dass man jetzt nicht irgendwie besonders gut arbeiten kann, aber vielleicht bringt das dann Verständnis vom Team und zu sagen, ja, okay, dann übernehme ich heute den Morgenkreis, wenn du irgendwie schlecht geschlafen hast. Keine Ahnung, aber auch da wiederum in Kontakt gehen, drüber sprechen, ne? Und sich selbst mitteilen und direkt auch adressieren, wie du schon gesagt hast.
Patrick
Ja, und genau, das muss man immer wieder klar rücken und das hat uns wie gesagt jetzt mit diesem System der Verantwortung ganz gut geholfen, dass wir da so ein bisschen Tools versuchen zu entwickeln, dass wir diese Verantwortung nicht immer 100 Prozent spüren, sondern wissen, okay, heute bin ich dafür verantwortlich, aber nicht dafür.
Karen
Bisschen aufteilen.
Patrick
Das macht es für mein Empfinden fairer, weil ich weiß, okay, das wird gemacht. Da muss ich mir gar keine Gedanken machen. Und das finde ich eine ganz schöne und entlastende Sache.
Karen
Klingt gut. Ja, schön, dass ihr das für euch so gefunden habt. Ich würde gerne noch auf die Kindersicht aber kommen. Ich fand's grad lustig, weil das Fallbeispiel heißt ja extra Wurst im Dienstplan. Und in der März-Ausgabe schreibt Susanne Mirau in einem Beitrag über Gleich und Gerecht. Also Gleich ist nicht gleich gerecht, wie du es am Anfang schon gesagt hast. Und sie hat einen Satz, der lautet: Extrawürste sind ein Zeichen professioneller, bindungs- und bedürfnisorientierter Arbeit. Was ich ganz nett fand, jetzt passend zu dem Fallbeispiel, weil, genau, also wir sind jetzt bei den Kindern, wir sind in der pädagogischen Arbeit und können uns ja auch fragen, wie kann denn gerechte Pädagogik überhaupt funktionieren? Also wie können wir mit den Kindern gerecht umgehen oder dass Kinder sich gerecht oder fair behandelt fühlen? Und dabei spielen eben Extrawürste, wie sie es jetzt so nennt, eben eine Rolle, weil Klar, wenn ein Kind motorisch noch nicht so weit ist, dann braucht es mehr Unterstützung zum Beispiel beim Anziehen. Und andere Kinder können das schon. Und das kann, wenn man von oben oder objektiv draufschaut, das ist ja richtig unfair, dass dieses Kind immer Hilfe bekommt. Die anderen müssen alles selbst machen. Ja, aber das ist richtig unfair. Oder auch so hier, der Michael bekommt immer Hilfe. Und ich möchte aber auch, dass mal meine Schuhe angezogen werden. Was auch verständen. verständlich ist. Und diesem Bedürfnis kann man ja bestimmt auch mal nachgehen, dass man auch mal extra in diese Hilfestellung reingeht für das Kind, was es eigentlich schon kann. Aber genau, wir als Pädagogen, Pädagog:innen müssen da tagtäglich natürlich gucken, ja, können wir irgendwie, wir sprechen immer davon, wie können wir allen gerecht werden? Können wir natürlich nicht, aber wie können wir die Kinder vielleicht in ihrem eigenen Bedürfnis gerecht behandeln, dass sie sich zumindest so behandelt fühlen.
Patrick
Ja. Ich glaube, Kinder haben schon Gespür dafür, wer wie bedürftig ist. Das merke ich zum Beispiel auch, als wir neulich über das Kind mit dem Wutanfall gesprochen hatten, dass manche Kinder einfach eine engere und nähere Begleitung brauchen in gewissen Momenten. Und dann halt vielleicht in gewissen Situationen überreizt sind und dann vielleicht eher auch drinnen bleiben mal. Dass man sagt, hey, möchtest du dich vielleicht erst mal bisschen ausruhen, bisschen in einen anderen Raum rein, wo du dann ein bisschen für dich sein kannst. Ein bisschen Musik hören oder so. Oder mal ein Bilderbuch anschauen. dass es so bisschen outgesourced wird, ein Stück weit. Wo dann andere Kinder kommen und sagen, ich möchte es auch, ich finde es unfair. Ich finde es grade unfair, ich möchte mich auch erst mal ausruhen. Ich sage auch so, ja, wir haben ja noch andere Möglichkeiten, es gibt ja einen anderen Raum, aber ich möchte jetzt gerade für ihn oder für sie eben diesen Raum schaffen, weil sie Ruhe braucht. Das ist, glaube ich, in manchen Punkten, können sie das sehr genau sehen und erkennen, ja, okay, braucht mehr Unterstützung, weil jeder diesen Wutausfall zum Beispiel schon mal erlebt oder Man weiß, jüngere Kinder brauchen mehr Unterstützung. Das kriegen die Kinder ganz gut hin, dass sie das wahrnehmen können. Aber trotzdem ist ja auch dieses Bedürfnis da, okay, ich möchte auch so gesehen werden. Und in welchem Rahmen werde ich denn so gesehen, dass ich mich mal zurückziehen kann oder dass ich mal eine Eins-zu-eins-Situation mit einem Buch bekomme. Genau, das ist eben so dieser Punkt, wo fängt es an, fair oder unfair zu werden. Also wenn ein Kind immer rausgenommen wird, oder man immer eine extra Wurst quasi für ein Kind hat, was macht das mit den anderen Kindern? Wenn jetzt ein Kind ein Spielzeug mitbringt für die Kita als Übergabeobjekt, na? wo dann auch Teams da sind, die sagen, das können wir nicht machen, wir können da keine extra Wurst geben, weil dann wollen das ja alle. Dann wollen das ja alle, das können wir jetzt gar nicht machen. Und das ist gerade so eine Sache, wo ich mir auch denke, nee, das ist doch Quatsch. Also, wenn man ein Kind hat nicht gefrühstückt, dann kriegt es halt einen Zwieback bei uns in der Kita. Die anderen Kinder haben gefrühstückt, die haben sogar in der Kita dann noch mal gefrühstückt. War aber die Essenszeit dann vorbei, wie auch immer. Aber das Kind hatte einfach großen Hunger, weil es morgens eine stressige Situation hatte. Kriegt es halt einen dann ist es halt so. Und ich merke, dass man das Kindern schon vermitteln kann. dass sie schon, wenn du die extra Würste und wenn du die extra Portionen in dem Sinne vermitteln kannst, sagen kannst, ja, aus dem und dem Grund ist es so, dann verstehen die Kinder das auch. Und dann sehen sie ja, okay, ja, ich hätte jetzt auch gern Zwieback, aber das kann ich schon verstehen. Andererseits ist es auch nicht schlimm, wenn die anderen Kinder auch noch mal einen Zwieback kriegen. Also weißt du, so ist jetzt nur fürs Beispiel so ein bisschen. Da geht die Welt nicht unter, wenn jetzt ein Kind ein Spielzeug mal dabei hat oder wenn jetzt ein Kind von zu Hause noch sein Croissant in Ruhe zu Ende essen möchte, weißt du. Gibt ja auch Kitas, wo dann sowas irgendwie weggenommen wird, dass man sagt, nee, darf nichts von draußen mitgebracht werden. Die Kinder dürfen hier nichts essen. Mein Gott, Walter. ...
Karen
Haha
Patrick
Die Welt geht nicht davon unter, wenn's extra Würste gibt
Karen
Vor allem nicht an diesem Tag und auch nicht drei Wochen. Und wenn sie untergeht, dann muss man sich damit auseinandersetzen.
Patrick
Dann ist es eben so. Ich habe es heute zum Beispiel gemerkt, da war ich in der Kita zum Mittagessen. Heute war Nudeltag, das eigentlich der beliebteste Tag bei den Kindern.
Karen
Schöner Start in die Woche, Montag.
Patrick
Immer Montags Nudeltag, bin ich erstmal wieder. Am Wochenende gab es ja immer nichts. nee.
Karen
Da gabs bestimmt auch keine Nudeln.
Patrick
Nee, genau also war Nudeltag und ich habe mir von zu Hause, hatte ich noch was übrig von gestern und habe mir dann eben das mitgebracht. Normalerweise esse ich halt immer ganz normal einfach so mit und zwar mit eines der ersten Male, dass ich eben was eigenes von zu Hause mitgebracht habe fürs Mittagessen und dann packe ich das so aus, während die Kinder eben auch essen und sagen, Patrick, warum hast du was anderes? Warum isst du was anderes? Da sie ja ganz irritiert und hat gesagt, also das was du da isst, das schmeckt mir nicht. Und ich so, hä, du hast es sogar nicht probiert?
Karen
Und gut, dass ich's essen darf und du nicht.
Patrick
Genau. da haben sie eben auch so diesen Unterschied wahrgenommen. Haben gesehen, na okay, Patrick ist jetzt was anderes als wir. Ist das jetzt komisch? Finden wir das jetzt blöd oder nicht? Was macht das mit uns? Und dann haben wir eben kurz darüber gesprochen, thematisiert. Ich hatte das übrig, ich wollte es nicht wegschmeißen. Ich möchte das jetzt einfach gerne essen. Und dann war es das. Dann war das okay. ...
Karen
kein Futterneid gewesen.
Patrick
Kein Futterneid. die hatten ihre Nudeln.
Karen
Aber das ist ganz toll, weil wir haben nämlich auch ein Fachplakat erstellt, das gibt es jedes Jahr, wenn ihr das vielleicht wisst von Manuela Olten, die zeichnet uns immer ganz tolle Illus. Die hat auch die Illus von dem Kartenset gemacht. Da geht es um Ungerechtigkeit und es gibt eben und beziehungsweise um Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit und es gibt eine Situation, da geht es auch ums Essen. Also drei Kinder oder so haben das gleiche Essen und ein Kind hat ein anderes Essen auf dem Teller. Genau, ist das unfair? Wie kann man das? Wie würden Kinder das bewerten? Und deine Situation zeigt es ja voll gut, dass es vielleicht auch einfach wahrgenommen wird. Und dann ist es in Ordnung bei meinem Essen. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe.
Patrick
voll. Wir haben ja auch zum Beispiel ein Kind, das Gluten unverträglich ist bei uns in der Kita. Das heißt, es gibt so einmal die Woche bei uns irgendwie auch so bisschen Kuchen, das aus der Küche kommt. Und der hat dann immer quasi einen anderen Kuchen. Und dann ist das Stückchen vielleicht auch mal ein bisschen größer. So. Und das ist auch eine Sache, wo die Kinder auch sehen, ja, warum hat er jetzt so ein großes Stück Kuchen? Warum haben wir nur so ein kleines Stück Kuchen? Und das sind, glaube ich, gerade solche Sachen, wenn es so um Besonderheiten geht, wo es für die Kinder viel, viel krasser ist, wie wenn es jetzt um so alltägliche Sachen geht. Wenn es um Gutsi geht und sie eben etwas ganz besonders mögen und wollen und dann sehen, okay, jemand anderes hat mehr als ich, dann ist das unfair. Das kann ich auch absolut nachvollziehen. Wo ich dann auch gesagt hab, ja Manchmal ist es ja auch so, dass das Kind zu dem Geburtstag nichts hat. Also wenn es eingeladen ist zu dem Geburtstag, dann ist der Kuchen nicht glutenfrei. Und da kann er ja zum Beispiel nicht mitessen. Das ist ja natürlich auch unfair, ne? In dem Sinne. Und wenn er da jetzt mal ein bisschen mehr hat, dann ist es halt mal so, ne? Und das sind gerade auch so Momente, wo man ja auch mit den Kindern gemeinsam ins Gespräch gehen kann und miteinander so ein bisschen überlegen, ja, okay, warum findest du das jetzt unfair? Und wie findest du das, wenn er zum Beispiel die Kuchen nicht so essen kann, wie du essen kannst, wenn ihr immer was mitbringt? Also genau, das macht einfach wieder schöne Diskussionsgrundlagen auf und Gesprächsanreize. Grundsätzlich kriegt man es eigentlich wirklich gut hin. Also schwierig wird es glaube ich immer nur für Kinder, wenn es eben um so ein Gutsi geht, dass sie eben nicht bekommen oder wenn sie das Gefühl haben, dass eben andere Regeln gelten für andere Kinder. Also ja, ich habe doch gar nichts gemacht. Warum darf ich jetzt nicht mehr mit der Schaufel spielen? Keine Ahnung. Hatten wir heute auch eine Situation, wo ich eine Gruppe gesehen habe von Kindern, die so Schaufeln im Garten geworfen haben.
Karen
Oh okay
Patrick
Genau. Und ich hab das so aus der Ferne gesehen, bin hingegangen und hab gesagt, nee, packt die Schaufeln alle weg. Ja, aber hab keine geworfen, das ist doch unfair. ich so, nee, jetzt erst mal wirklich ihr alle, wart alle in der Gruppe, habt das alle, ne? Hab ich jetzt wahrgenommen, dass ihr nicht vernünftig damit gespielt habt. Das ist die Sache, ich sag jetzt einfach mal, die Schaufeln kommen weg. Heute habt ihr keine Schaufeln mehr. Und dann sind das eben so die Momente, ich hab aber selber nichts gemacht, warum werd ich jetzt dafür bestraft? Und das kann ich nachvollziehen, ne? Und das sind eben die Momente, man wirklich so in die Feinheiten der Pädagogik irgendwie auch kommt, weil ich möchte ja niemanden, der nichts gemacht hat, jetzt benachteiligen dafür. Ich kann aber auch nicht genau wissen, okay, wer hat das jetzt gemacht, wer hat das jetzt nicht gemacht. Und warum kommt der eine jetzt mit dem Verhalten durch und der andere nicht? Aber auch das ist ja auch immer wieder tagesformabhängig.
Karen
Von dir oder von den Kindern?
Patrick
So im Allgemeinen, was man so sieht und wahrnimmt.
Karen
Ja, total.
Patrick
Und da könnt ich jetzt glaube ich stundenlang dazu reden
Karen
Und ich meine, es ist ja dann aber genau eben in solchen Situationen wichtig, dass du dann auch erklärst, also weil du hast dir von, die Regel, ich hab jetzt gerade die Regel aufgestellt, die hab ich jetzt aufgestellt, weil ich das gerade so wahrgenommen hab, jetzt sind erst mal die Schaufeln weg, weil ich möchte dann lieber noch mal mit euch darüber sprechen, wie gehen wir mit den Schaufeln um und für was benutzen wir die und für heute sind sie jetzt erst mal weg. Und genau das, das haben wir auch in unserem Grundlagenbeitrag, schreibt Stella Valentin drüber, wie Kinder quasi dieses Gerechtigkeitsempfinden und auch Moralempfinden. Da geht's ja auch viel drum, wie sich das entwickelt. Und natürlich entwickelt sich das unter anderem daraus, dass sie Dinge beobachten und einfach auch in Situationen sind und mit ihnen drüber gesprochen wird. Warum ist das jetzt so? Und warum handeln wir so? Warum entscheiden wir so? Wie empfindest du dabei? Genau. Und so kann sich dann das auch dann erst entwickeln, dass sie dann irgendwann auch verstehen, ja, okay, stimmt. Also ich war da jetzt dabei und wollte vielleicht auch gerade eigentlich die Schaufel nehmen. Hab's aber noch nicht gemacht.
Patrick
Ganz genau. Es ist halt super, super spannend. Wenn die Kinder, wir haben im Garten draußen auch mal so Diamanten vergraben, so kleine Plastikdiamanten. Und wo sie dann auch die Diamanten ausgebuddelt haben und dann hat der eine eben drei Diamanten gefunden, der andere nur einen. So, das ist unfair. Warum hat der jetzt weniger als ich? Also das lässt sich nie vermeiden. Aber wichtig ist eben, wie man damit umgeht mit Frustrationen. Mit ja, okay, ich will mich nicht gesehen. Warum hat der jetzt so viele Diamanten und ich nicht? Ja, da einfach ins Gespräch zu gehen und mit den Kindern die Möglichkeit zu geben, das einfach zu reflektieren, zu überlegen, hey, er hat Glück gehabt. Manchmal hast du Glück und dann hast du drei gebuddelt und ein anderes Kind hat dann drei Wochen später, während alle anderen Diamanten quasi schon ausgebuddelt waren, noch einen gefunden. So war der der einzige mit dem Diamant. Also ja, das Leben ist manchmal unfair und das hat ja jeder auch schon ein Stück weit selbst in Hand. So, also das Glück.
Karen
Naja, ja.
Patrick
Naja, also, ich glaube schon so ein Stück weit. Also wenn du so rangehst und dir denkst, naja, keine Ahnung, schaffe ich jetzt eh nicht, schaffe ich jetzt
Karen
Da hast zu Recht natürlich mit dieser Einstellung
Patrick
Aber wenn du dann das Gefühl hast, naja, dann suche ich halt nochmal, dann gucke ich mich um, haben die Kinder gegraben, wo könnte vielleicht noch eine gute Stelle sein, wo haben sie überhaupt nicht gegraben, ne? Also wenn man dann so bisschen Strategien entwickelt, dann hast du ja ganz viel vom Glück so erstmal selber in der Hand und wenn du es in die Hand nimmst, kommt es ja zu dir.
Karen
Das stimmt. Und ich glaube, damit Kinder diese Strategien haben können, überhaupt entwickeln können, sind wir in der Kita dafür da, dass wir sie halten und mit ihnen reflektieren und sagen, ja das ist jetzt richtig doof. Aber vielleicht probierst es morgen noch mal oder nachher oder an einer anderen Stelle. Oder fragst das Kind, ob ihr zusammenspielt mit den Diamanten. Dann habt ihr ... dann hat jeder zwei, wenn man teilt. Das entwickelt sich ja auch erst, dieses, ich könnte ja auch teilen vielleicht. Ich sehe das andere Kind ist gerade traurig, dann vielleicht gebe ich das ab. Also wenn man möchte.
Patrick
Ja, ganz genau. Ist halt Umgang mit Frustrationen. Also, ich mein Kinder sind egozentrisch. Das ist meins, das gehört mir, ich will das nicht teilen. Das merkt man ja auch, wenn Kinder ihre eigenen Spielsachen mitbringen zum Beispiel. Oder wenn man sich privat mit anderen Familien trifft. Und das Kind, es wird ja immer so gesagt, du musst teilen, deine Spielsachen teilen. Das muss das Kind aber nicht. Also, sind seine Spielsachen. Man kann es ja vorher mit dem Kind irgendwie bearbeiten und sagen, hey können wir vorher ne kleine Kiste vorbereiten mit Sachen, die das andere Kind dann vielleicht auch haben kann, dass du da gewisse Sachen hast, die du teilst, aber wenn du dein Lieblingskuscheltier nicht teilen möchtest, dann ist es völlig in Ordnung. Dann ist es ja die Aufgabe von uns Fachkräften, reinzugehen und zu sagen, ja, er möchte es nicht teilen, das ist in Ordnung, das muss er nicht. Und das Kind dabei stärken und das andere Kind, das gerne auch dieses Kuscheltier hätte, dann zu sagen, hey, ja, das kann ich verstehen, dass du jetzt traurig bist. Verstehe ich, dass du da jetzt sauer bist. Du würdest es gerne haben. Kann ich verstehen. Aber das gehört dir nun mal nicht. Das gehört ihm oder ihr. Und man dann vielleicht eine andere Lösung findet. Dass das Kind am nächsten Tag was mitbringt oder dass es ein anderes Kuscheltier oder so jetzt rausfindet. Also das sind diese Aushandlungsprozesse, die innerhalb dieser ist das jetzt fair oder ist das jetzt nicht fair, super, super wichtig sind und einfach auch so ein Stück weit Grundlage der Arbeit bilden. Weil man kann es nie allen gerecht machen. Das ist überhaupt nicht möglich. Aber ja, wichtig ist eben im Moment zu sein und zu erklären. Wenn du erklären kannst, warum es so ist, passt es eigentlich auch. Und dann können es die Kinder auch viel, besser annehmen und mit dieser Frustration auch umgehen.
Karen
Genau. Und eben natürlich auch die Gefühle der Kinder annehmen. Weil wie du vorhin auch gesagt hast, wir fühlen uns ja auch manchmal nicht gesehen. Das ist ein Gefühl, und es ist berechtigt, dass es dann auch da ist in dem Moment. Aber man kann natürlich auch mal schauen, woher kommt es? Wenn Kinder verstehen, das ist ein Gefühl, das geht vielleicht auch wieder weg. Aber dafür ist zum Beispiel Patrick da, der ist jetzt mit mir in dem Moment. Dann vergeht das hoffentlich auch wieder. Das ist ja eben auch das, was Kinder lernen sollen und hoffentlich können.
Patrick
Ja, es steckt auf jeden Fall ganz viel Chancen und ganz viel Potenzial in Ungerechtigkeiten und dabei meine ich jetzt nicht, dass man mit Absicht Ungerechtigkeiten hervorrufen sollte. Ich glaube, das passiert ganz automatisch. wie gesagt, wichtig ist es im Moment zu sein und miteinander zu sprechen und Lösungen zu finden und Frustrationen abzubauen. genau.
Karen
Ja. Schön, du hast gerade gesagt, wir könnten noch ewig drüber sprechen. Ja, stimmt. Wir könnten über alles immer ewig sprechen. Wir könnten auch mal so 2.0 Folgen machen von anderen. Vielleicht machen wir das irgendwann mal so neu aufgerollt. Aber ich habe das Gefühl, wir haben das Thema Ungerechtigkeit oder unfair, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in der Kita jetzt so bisschen von allen Seiten so bisschen betrachtet, glaube ich. Und ich hoffe, ihr hattet da draußen auch was davon.
Patrick
Ja, mich würde mal interessieren, was ihr unfair findet eigentlich.
Karen
Ja, schreibt uns mal. Schreibt mir gerne an karen.sachse@herder.de. Ihr könnt auch gerne Kommentare hier hinterlassen bei Spotify, Apple Podcasts, wo auch immer ihr das hört. Da mach ich direkt mal einen Aufruf. Folgt uns auch, teilt gerne die Folgen. Wenn ihr sie gerne gehört habt, schickt sie euren Freund:innen, eurer Familie. Und abonniert auch gerne unseren WhatsApp-Kanal, den gibt's jetzt komplett für ganz Herder Pädagogik mit unseren Zeitschriften Kleinstkinder, Entdeckungskiste, Kindergarten heute. Genau, auch für dich als Info Patrick, wir sind jetzt quasi alle zusammengeschlossen. Und wir haben auch übrigens wegen der Frage, was findet ihr unfair, das haben wir auch Kinder gefragt. Also es gibt auch Kinderinterviews in der März-Ausgabe, könnt ihr gerne mal reinlesen. Und da war übrigens noch für dich als Info Patrick, hatten uns die zwei Fachkräfte rückgemeldet, die wir gefragt hatten, dass sie den Kindern erst mal erklärt oder mit den Kindern besprechen mussten, überhaupt gerecht bedeutet oder fair oder unfair, was ich irgendwie ganz spannend finde. Aber ich glaube, das ist wahrscheinlich auch einfach abhängig vom Hintergrund der Kinder.
Patrick
Ja das ist auch erstmal ein abstraktes Wort
Karen
Genau. Ja. Also, ich denke auch, aber das fand ich irgendwie ganz interessant. Weil ich glaube, so an Unfair hab ich gedacht, ja gut, ist halt irgendwas unfair im Spiel, du nimmst mir was weg, aber so richtig drüber nachdenken. Was bedeutet eigentlich Unfair für mich? Und es kamen interessante Antworten, über Krieg und so ganz abstrakte Sachen. Also lohnt sich mal reinzulesen.
Patrick
Spannend.
Karen
Ja. Und dann machen wir Schluss für heute, Patrick, oder? Und wir oder beziehungsweise ihr hört uns beim nächsten Mal wieder bei Heute im Kindergarten.
Patrick
Bis bald, ciao ciao!
Karen
Bis dann, tschau.
Outro
Karen abgeholt. Das war's für heute. Wir freuen uns auch über eure Erlebnisse aus der Praxis. Schreibt mir gerne an karen.sachse@herder.de. Die aktuelle Ausgabe von Kindergarten heute findet ihr online auf kindergarten-heute.de Bis zum nächsten Mal bei Heute im Kindergarten.