Ein Sonntagsspaziergang in Südlondon avanciert im Frühjahr 1966 zum tierischen Highlight der Fußballgeschichte, als der Hund Pickles sich unsterblich macht. England fiebert auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land hin, zugleich herrscht blankes Entsetzen: Der wertvolle Jules-Rimet-Pokal – von 1930 bis 1970 der WM-Pokal – wurde aus einer Ausstellung in Westminster gestohlen.
Plötzlich ist die Trophäe wieder da
Ein Lösegeldbrief trifft ein, die Polizei sucht die Täter, die Peinlichkeit ist perfekt – bis der schwarz-weiße Mischling Pickles beim Spaziergang mit seinem Besitzer David Corbett an einem verschnürten Paket am Straßenrand schnüffelt. Als Corbett das Paket öffnet, traut er seinen Augen nicht: Die goldene Trophäe ist wieder da. Pickles wird zum Medienstar, erhält Medaillen, ein lebenslanges Futter-Abo, sitzt bei der WM-Eröffnung in der Ehrenloge und kriegt sogar eine Fernsehrolle.
Londoner Polizisten mit dem gefundenen WM-Pokal.
© Mauritius/PA Archive
Im Jahr darauf stirbt der Hund
Was als nationales Debakel beginnt, endet als kurioseste Heldengeschichte des Sports. Schon im Jahr darauf verstirbt Pickles tragisch, als er bei der Jagd nach einer Katze mit dem Halsband hängenbleibt und sich selbst stranguliert. Sein Ruhm als WM-Held aber bleibt.