Lange Zeit erträgt Isabella die Demütigungen – trotz ihres Stolzes. Ihr Mann, Englands König Eduard II., will aus dem Schatten des mächtigen Vaters treten: Eduard I., dem »Hammer der Schotten« und Gegner des Freiheitskämpfers William Wallace, dem späteren »Braveheart«. Doch als Sohn Eduard II. 1314 in der Schlacht bei Bannockburn gegen den Schotten Robert Bruce unterliegt, wenden sich viele Barone ab. Am Hof erlebt Isabella ohnmächtig, wie Eduard seine Nähe an Günstlinge verschenkt: zuerst an Piers Gaveston, später an Hugh le Despenser. Ständig zieht er Männer seiner Frau vor.
Der Feind des Mannes wird ihr Geliebter
1324 schickt Eduard ausgerechnet Isabella zu Verhandlungen nach Frankreich, wo ihr Bruder Karl IV. herrscht. Bei ihm muss sie nicht um Gehör kämpfen. Sie sammelt Unterstützer und trifft Roger Mortimer, einen ins Exil geflohenen Feind Eduards, der ihr Geliebter wird. Am 24. September 1326 landen die beiden mit einem Invasionsheer in England. Viele Adlige schließen sich ihnen an. Eduard II. und sein Günstling Despenser fliehen nach Südwales, wo man sie fasst.
Isabella gelingt die erfolgreiche Invasion Englands
Despenser wird grausam hingerichtet. Eduard stirbt 1327 in der Haft; angeblich wird ihm eine glühende Eisenstange in den Körper gestoßen. Isabella hat geschafft, was nach 1066 keinem gelungen ist: eine erfolgreiche Invasion Englands. Ihr Triumph währt kurz. Zunächst regiert sie mit Mortimer für ihren Sohn Eduard III. 1330 schlägt der junge König zu: Mortimer endet am Galgen. Isabella überlebt, aber hat keine Macht mehr.