Partizipation im Kindergarten

Partizipation stärkt wichtige Kompetenzen. Welche Schwierigkeiten bei der Umsetzung in der Kita auftauchen können und wie diese trotzdem gelingen kann, erfahren Sie hier.

Partizipation Kindergarten
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Was bedeutet Partizipation?

Partizipation heißt Teilhabe und bildet die Grundlage jeder demokratischen Gesellschaft. Dass auch Kinder und Jugendliche ein Recht auf Teilhabe haben, findet sich sowohl in der UN-Kinderrechtskonvention, der EU-Grundrechtecharta als auch im Kinder- und Jugendhilfegesetz.

Partizipation stärkt Sozialkompetenzen

Warum ist Teilhabe in der Kita so wichtig? Kinder erfahren durch Partizipation, dass sie und ihre Bedürfnisse gehört werden, dass ihre Meinung zählt. Im demokratischen Prozess lernen sie, dass es sich lohnt,

  • für sich und die eigene Meinung einzutreten,
  • Gesprächsregeln einzuhalten,
  • ·nach kreativen Lösungen zu suchen,
  • Kompromisse einzugehen.

Auch erleben Kinder Selbstwirksamkeit und lernen, dass ihre Entscheidungen Konsequenzen haben – allerdings nur, wenn Sie als pädagogische Fachkraft auch so mutig sind, das zuzulassen.

So geht Teilhabe in der Praxis

Neben der grundlegenden Haltung der Erzieher/-innen, Kinder in ihren Fragen, Wünschen und Ideen ernst zu nehmen, lassen sich zahlreiche konkrete Teilhabe-Strukturen aufbauen. Ein klassisches Modell ist ein Kinderparlament, das regelmäßig tagt und die gesamte Gruppe über aktuelle Themen und Probleme informiert. Ein Beschwerdekasten, bei dem die Kinder ihren Ärger oder ihre Wünsche hinterlassen können, eignet sich als schnell und einfach umsetzbares Hilfsmittel zur Partizipation. Oder vielleicht starten Sie mit einem Projekt wie dem gemeinsamen Planen des Sommerfestes, der Auswahl von neuem Spielzeug oder der Umgestaltung des Außengeländes?

Rahmenbedingungen klären

Partizipation in der Kita bedeutet nicht, dass Kinder alles entscheiden dürfen. Damit Teilhabe in der Kita funktionieren kann, braucht es nicht nur einen wertschätzenden Umgang miteinander, es braucht auch Regeln. Im Team und in Absprache mit den Eltern sollten deshalb im Voraus die Rahmenbedingungen geklärt werden:

  • Was dürfen Kinder entscheiden? Was ist aus Gründen der Sicherheit, wegen organisatorischen oder finanziellen Aspekten nicht verhandelbar?
  • Welche Gesprächsregeln gelten bei einem aktiven Partizipationsprozess, z. B. im Kinderparlament?
  • Wie wird abgestimmt, wer darf abstimmen? Wie werden jüngere Kinder einbezogen, die sich noch nicht so gut ausdrücken können?
  • Wie können pädagogische Fachkräfte die Umsetzung der Ideen in die Praxis begleiten?

Partizipation will gelernt sein!

Gerade wenn neue Strukturen eingeführt werden, können zunächst Probleme auftreten. So manches Kind will vielleicht anfangs nicht akzeptieren, dass nicht der eigene, sondern ein anderer Vorschlag umgesetzt wird. Eltern beschweren sich, dass Kinder auch zu Hause plötzlich mitbestimmen wollen, oder Ihnen als pädagogischer Fachkraft fällt es schwer, die manchmal unkonventionellen Entscheidungen der Kinder mitzutragen. Partizipation ist anstrengend und muss von allen Akteuren Schritt für Schritt gemeinsam erlernt werden!

Gestehen Sie dem Projekt deshalb ein paar Startschwierigkeiten zu und bewerten Sie auch die damit einhergehenden Aushandlungsprozesse als Gewinn: Das Ringen um Kompromisse gehört zu einer echten Teilhabe und zu einer demokratischen Gesellschaft dazu!

Bücher zum Thema

Partizipation in der Kita. Projekte und den Alltag demokratisch mit Kindern gestalten Regner, Michael

Partizipation in der Kita

Michael Regner, Franziska Schubert-Suffrian

Kartonierte Ausgabe

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Partizipation in Kita und Krippe. kindergarten heute praxis kompakt Regner, Michael

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