Das schöne Koblenz am Zusammenfluss von Rhein und Mosel ist immer eine Reise wert: ein Bummel durch die idyllische Altstadt mit ihrem einzigartigen Flair, den hübschen Läden und kleinen Cafés, ein Spaziergang am Rhein entlang, über die Kaiserin-Augusta-Anlagen bis hin zum „Deutschen Eck“ mit dem imposanten Reiterdenkmal Wilhelms I. Vor allem aber sollte man der Festung Ehrenbreitstein hoch über der Stadt einen ausgiebigen Besuch abstatten.
Mit der Seilbahn zur Festung
Seit der Bundesgartenschau 2011 ist die Anlage bequem mit der Seilbahn über den Rhein zu erreichen, schon allein das ist ein besonderes Erlebnis. Oben angekommen hat man nicht nur einen grandiosen Ausblick auf die Stadt, sondern auch die Möglichkeit, Ehrenbreitstein ausgiebig zu erkunden. Die von den Preußen ausgebaute Anlage gehörte damals zu den größten Festungen Europas: meterdicke Mauern, Gräben, Tunnel und Tore bestimmen noch heute das Bild des gewaltigen Komplexes.
Die imposante Festung Ehrenbreitstein aus der Vogelperspektive. Gebaut wurde sie auf einem 112 Meter hohen schroffen Felsen hoch über Koblenz.
© GDKE, Johannes Bruchhof
200 Jahre Leben und Arbeit
Im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein laden mehrere Ausstellungen zu einem Besuch ein. Erst im August öffnete eine neue Dauerausstellung ihre Tore: „Schaffensland – Menschen, Geschichten, Arbeit“. Auf 1200 Quadratmetern kann man in den Kasematten die Geschichte der Region in den letzten 200 Jahren verfolgen. Dabei steht die Arbeit der Menschen im Mittelpunkt: Wie und unter welchen Umständen haben sie „geschafft“? Das wird anhand persönlicher Geschichten greifbar, wobei der Bogen von der bäuerlichen Welt des 19. Jahrhunderts über die Industrialisierung bis zur Gegenwart reicht. Der Alltag einer Hunsrücker Bäuerin gibt einen Eindruck vom entbehrungsreichen Leben und weckt Verständnis, warum viele Menschen damals ihre Heimat verließen und ihr Glück in der „neuen Welt“ suchten. Die Industrialisierung veränderte das Land, jetzt wurden die Städte zu neuen Zentren des „Schaffens“.
Das dunkle Kapitel der NS-Zeit
Auch das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wird nicht ausgespart: Die Koblenzer Familie Jacoby steht exemplarisch für alle, die während der NS-Zeit ihre wirtschaftliche Existenz verloren und der Verfolgung ausgesetzt waren. Überhaupt ist die Ausstellung nicht nur für Rheinland-Pfälzer lohnenswert. So oder ähnlich waren die Lebensumstände aller Menschen in ganz Deutschland.
An Rhein und Mosel hatte die Schifffahrt traditionell große Bedeutung. Heute sind auf den Flüssen nicht nur Frachtschiffe unterwegs, auch zahlreiche Touristen genießen eine Kreuzfahrt durch das idyllische Mittelrheintal.
© GDKE, Elisa Fischer
Heute ist die Region um Mittelrhein und Mosel noch immer durch den Weinbau geprägt. Wer Näheres darüber erfahren will, kann im Anschluss gleich die Ausstellung „WeinReich Rheinland-Pfalz“ besuchen und so einen Einblick in die Geschichte des Weinbaus gewinnen. Inzwischen haben hier aber auch zahlreiche innovative Unternehmen ihren Sitz, sodass das „Schaffensland“ für die Zukunft gut aufgestellt ist.