Wahrheit ist selten bequem. Sie kann Gewissheiten erschüttern, Familienlegenden zerlegen und Erinnerungen ändern. Unter dem diesjährigen Motto »Fakt oder Fake?« fragt das Festival »Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte«, wie verlässlich unser Bild der Vergangenheit ist. Eine Lesung aus Hannah Arendts Essay über Wahrheit und Lüge in der Politik führt mitten ins Thema. Danach geht es um künstliche Intelligenz (KI): Welche Chancen eröffnet sie? Was geschieht, wenn täuschend echte Bilder die Erinnerung an den Holocaust verfälschen? Auch verdrängte Wahrheiten in deutschen Familien kommen zur Sprache.
Ein Erzählcafé und ein History Games Lab, das Spiele als Zugang zur Geschichte erprobt
Nachfahren eines französischen KZ-Opfers und eines Angehörigen der Waffen-SS sprechen darüber, wie Täter- und Opferfamilien mit der Vergangenheit umgehen. Ein Erzählcafé lädt Besucher ein, eigene Erfahrungen beizusteuern. Weitere Veranstaltungen widmen sich Hassrede und Verschwörungserzählungen, den Schattenseiten der Aufklärung und hartnäckigen Frauenbildern. Neu ist das »History Games Lab«, das digitale und analoge Spiele als Zugang zur Geschichte erprobt. Dazu kommen Filme, Führungen, Workshops und ein Kneipenquiz.
Das große Geschichtsfestival läuft vom 30. Oktober bis 1. November in Weimar, in den Wochen zuvor gastiert es in mehreren thüringischen Städten. G/GESCHICHTE ist wie in den vergangenen Jahren Medienpartner. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig. Das Programm finden Sie unter: www.weimarer-rendezvous.de.
© Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte