Es war eine archäologische Sensation, als Ende des 19. Jahrhunderts der britische Archäologe Flinders Petrie auf das Archiv Echnatons stieß. Der Pharao hatte radikal mit den alten religiösen Traditionen gebrochen und seine Residenz um 1350 v. Chr. nach Amarna verlegt. In seiner neuen Hauptstadt korrespondierte der Pharao eifrig mit den Mächtigen seiner Zeit in Babylonien, Assyrien oder den Herrschern des Mittani-Reiches.
Einen intimen Einblick in den Briefwechsel eröffnet uns Eric H. Cline in »Liebe, Krieg und Diplomatie«. Die Tontafeln in babylonischer Keilschrift erzählen von einer vernetzten Welt. Da werden Bündnisse geschlossen, Intrigen gesponnen und Heiratspläne geschmiedet. Einige Probleme der Herrscher zwischen Nil und Euphrat wirken erschreckend modern, wie etwa Klimawandel oder Massenmigration.