Essen als Teil der kindlichen Entwicklung
Ernährung prägt Kinder von Beginn an. In der Kita treffen unterschiedliche Essgewohnheiten, kulturelle Hintergründe und individuelle Vorlieben aufeinander. Gleichzeitig ist diese Lebensphase entscheidend:
Geschmack, Routinen und Einstellungen zum Essen werden hier grundlegend entwickelt. Eine ausgewogene Verpflegung bleibt dabei eine wichtige Grundlage. Kinder benötigen eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen für Wachstum, Konzentrationsfähigkeit und Wohlbefinden. Ebenso entscheidend ist jedoch, wie Mahlzeiten erlebt werden. „In der Kita geht es nicht nur darum, was Kinder essen – sondern auch darum, wie sie essen lernen“, sagt Anna Kösters, Oecotrophologin und Expertin für Kinderernährung von apetito.
Zwischen Anspruch und Alltag
Im Alltag stehen pädagogische Fachkräfte häufig zwischen unterschiedlichen Erwartungen. Kinder sollen die Welt der Lebensmittel entdecken, ausgewogen essen und gleichzeitig eigene Vorlieben entwickeln. Diese
Anforderungen lassen sich jedoch nicht über Vorgaben allein steuern. Kinder essen nicht nach Plan. Ihr Essverhalten ist gelenkt von ihren Bedürfnissen, Talenten, Möglichkeiten, Stimmung und vieles mehr. Sie nehmen ihre Umwelt über die Sinne wahr, reagieren auf Aussehen, Geruch und Konsistenz von Speisen und benötigen Zeit, um Neues anzunehmen.
Wiederholungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Kinder entscheiden selbst, wann sie bereit sind, ein Lebensmittel auszuprobieren. Diese Selbstbestimmung ist ein zentraler Bestandteil von Ernährungsbildung. Entscheidend ist ein Rahmen, der Orientierung bietet, ohne zu überfordern.
Genuss statt Druck: Lebensmittel mit allen Sinnen entdecken
Gemeinsam mit der renommierten Oecotrophologin und Familientherapeutin Edith Gätjen setzt sich apetito dafür ein, Kitas mit Praxisanleitungen bei der Ernährungsbildung zu unterstützen. Ein Beispiel ist die „Genusswerkstatt“ – eine Möglichkeit, Kinder spielerisch an Lebensmittel heranzuführen. Sie findet bewusst außerhalb der Mahlzeiten statt, in Situationen, in denen Kinder Lebensmittel ohne Erwartungsdruck kennenlernen dürfen. „Kinder brauchen Gelegenheiten, mit den Lebensmitteln zu ‚flirten‘. Sie brauchen Zeit, die Lebensmittel unverbindlich und spielerisch entdecken zu können – sehen, hören fühlen, riechen und vielleicht auch mit der Zunge ertasten – ganz ohne Erwartung sie essen zu müssen“, erklärt Edith Gätjen.
Im Mittelpunkt stehen Neugier und Sinneserfahrungen. Die Kinder entdecken beispielsweise verschiedene Brotsorten, Kräuter, Obst oder Gemüse und lernen deren Eigenschaften spielerisch kennen. Das fördert Wahrnehmung, Sprache sowie Selbstständigkeit, erweitert und prägt das Erfahrungsgedächtnis.
„Kinder brauchen Zeit und wiederholte Begegnungen mit Lebensmitteln. Die Genusswerkstatt schafft dafür einen geschützten Raum und macht Ernährung zu einer positiven Erfahrung“, sagt Anna Kösters. Besonders wirkungsvoll ist die Genusswerkstatt in Verbindung mit den Mahlzeiten. Steht beispielsweise nach langer Zeit wieder Kürbis auf dem
Speiseplan, dürfen die Kinder das Lebensmittel bereits einige Tage vorher innerhalb der Genusswerkstatt kennenlernen. Das schafft Vertrautheit und erleichtert die Akzeptanz bei der späteren Mahlzeit, die dann z. B. aus einer Kürbissuppe besteht.
Durch die individuelle Speiseplanung mit apetito können Kitas Ernährungsbildung und Verpflegung gut miteinander verbinden. „Unsere Kunden entscheiden selbst, wann und in welcher Form Lebensmittel auf den Speiseplan kommen. So lassen sich Genusswerkstatt und Mittagessen sinnvoll aufeinander abstimmen“, so Anna Kösters.
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