Schön, dass du da bist!Begrüßungsrituale für Ganztag und Hort

Schon die ersten Minuten können darüber entscheiden, ob sich ein Kind gesehen fühlt oder nicht. Unsere Autorin stellt vor, welche Begrüßungsmethoden sich gut dafür eignen.

Der Übergang zwischen Schule und Ganztagesbetreuung ist ein besonderer Moment, der die Weichen für den Verlauf des restlichen Tages stellen kann. Die Kinder sind zu diesem Zeitpunkt gefüllt mit neuem Wissen, aber auch mit vielen Emotionen des Vormittags. Häufig sind sie im Grundschulalter noch nicht in der Lage, selbstreflektiert Handlungsoptionen zu erarbeiten, wie sie mit diesem Rucksack an Eindrücken umgehen können. Deshalb benötigen sie achtsame und fürsorgende Fachkräfte, die sie in diesem Übergang begleiten.

Bedürfnisse erkennen und Verhalten anpassen

Für jedes Kind ist eine persönliche Ansprache zur Begrüßung wichtig. Manche möchten verbal begrüßt werden, manchen genügt Blickkontakt mit einer wertschätzenden Geste und andere wiederum freuen sich über eine Umarmung. Welche Form ein Kind benötigt, ist höchst individuell und teilweise von der Tagesform abhängig.

  • Einige Kinder möchten sich sofort austauschen: Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, sich sofort mitzuteilen, wenn es von der Schule kommt. Hilfreich sind kurze Einzelgespräche, in denen das Kind frei erzählen kann oder die Fachkraft nach den Besonderheiten des Vormittags fragt („Wie war die Klassenarbeit heute?“). Manche Kinder benötigen auch ein kurzes Update, wie der weitere Tag verlaufen wird: „Jetzt hast du Zeit bis zum Mittagessen und nach den Hausaufgaben wirst du heute früher abgeholt.“ Beim gemeinsamen Mittagessen sollte eine harmonische Gesprächskultur herrschen, bei der jedes Kind die Möglichkeit hat, sich allgemein mitzuteilen und Wertschätzung für seine Beiträge erhält.
  • Manche Kinder brauchen Zeit: Viele Kinder benötigen ein Ankommen, das ihrem Tempo entspricht. Wiederkehrende Handlungen, wie den Schulranzen wegzuräumen, Jacke und Schuhe auszuziehen, Hausschuhe anzuziehen und Hände zu waschen, helfen den Kindern, sich kurz zu sortieren. Wenn sie in dieser Zeit Vorgaben von außen bekommen, kann dies ein Stressfaktor sein, der den Nachmittag negativ beeinflusst. Manche Kinder probieren auch erst mehrere Beschäftigungen aus, bis sie die richtige für diesen speziellen Tag gefunden haben.
  • Kinder benötigen Ruhe oder Bewegung: Ein gemütlicher Rückzugsort hat für viele Kinder nach der Schule einen hohen Wert. Ein kleines Sofa mit Kissen oder ein Sitzsack, auf dem sie entspannen, ein Buch anschauen oder ein Hörspiel hören können. Andere wiederum benötigen Bewegung draußen, um angestaute Energie freizulassen.
  • Manche Kinder haben Hunger: Ein Ort für einen Zwischensnack kann zu diesem Zeitpunkt die Stimmung heben. Auch wenn das Mittagessen nicht mehr fern ist, sollten Kinder ihr Bedürfnis schnell und unkompliziert stillen, damit sie den weiteren Tag gestärkt meistern können.

Wenn all diese Bedürfnisse zeitnah und individuell erfüllt werden, sind Kinder danach wieder in der Lage, konzentriert und motiviert ihren Tag anzugehen. Damit die Fachkräfte eine Vertrauensbeziehung zum Kind entwickeln und über die wichtigen Themen und Geschehnisse im Leben des Kindes informiert sind, ist eine ausreichende und konstante Personalbesetzung unabdingbar. Nur dann kann die Fachkraft die nonverbalen Signale des Kindes erkennen und auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen. So entsteht eine gute Grundlage für den Nachmittag.

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