Eine Sache der Ehre (Gebundene Ausgabe) Zur Kulturgeschichte und literarischen Darstellung des Duells

  • wbg Academic in der Verlag Herder GmbH
  • 1. Auflage 2026
  • Gebunden
  • 400 Seiten
  • ISBN: 978-3-534-64355-4
  • Bestellnummer: P3643558

Verbotene Gewalt – Der Zweikampf der Nobelmänner

Sie schießen aufeinander oder gehen mit Mordwerkzeugen wie Degen oder Säbeln auf-einander los. Die Männer, die das tun, sind nicht etwa Verbrecher, sie sind sogar honorige Mitglieder der Gesellschaft. Dass sie sich damit strafbar machen, nehmen sie in Kauf. Höher als die Gesetzlichkeit steht für sie ein anderer Wert: ihre Ehre. Dafür setzen sie ihr Leben ein. Hineingezogen zu werden in einen mörderischen Kampf ist aber gerade eine Auszeichnung, denn darin zeigt sich, dass einer zu den oberen Gesellschaftsschichten gehört, zum exklusi-ven Kreis der Satisfaktionsfähigen. Die Gewalt hat jedoch nicht die Gestalt eines hemmungs-losen Losschlagens. Sie ist gebändigt, kontrolliert. Die Kontrahenten halten sich an Regeln, an die eines nach dem Duell-Kodex ausgetragenen, ritterlichen Kampfes. Was wie ein be-fremdliches, archaisches Ritual anmutet, war bis ins 20. Jahrhundert hinein ein Bestandteil der sozialen Wirklichkeit. Der erste Teil des Buches legt die historischen und gesellschaftli-chen Hintergründe des Duells dar, beschreibt seine Austragungsmodi und geht ein auf Ver-bote und Kritiken.
Das Duell ist auch ein großes Thema der europäischen Literatur. Sie schildert, was die kul-turhistorische Darstellung nicht leisten kann. Die Literatur stellt dar, was die Menschen be-wegt, die sich einem Kampf auf Leben und Tod stellen, welche Motive, Gedanken, Gefühle, Ängste sie bewegen, wie sie sich benehmen in einer Grenzsituation. Das Spannungsgelade-ne, Sensationelle, Tragische, Verbotene, Schicksalsträchtige des Ehrenhandels – das bot Stoff für das Drama und die erzählende Dichtung. Was bisher noch nie unternommen wurde, ent-hält der zweite Teil dieses Buches: eine zusammenhängende Darstellung über das Duell in der Literatur.

Autor

Geboren ist Dr. Kurt-H. Weber 1942 in Naumburg an der Saale. Er studierte Philosophie, Germanistik und ev. Theologie in Bonn und Tübingen. Weber promovierte mit einer Dissertation über Søren Kierkegaard. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter in Tübingen und lehrte an Düsseldorfer Schulen.

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