Verflochtene Wege – Verwobene Welten (Open Access (PDF)) Geschichten von Amtsträgern, Kaufleuten und Siedlern als Vermittler kultureller Transferprozesse zwischen den Vereinigten Niederlanden und Brandenburg-Preußen Mitte des 17. Jahrhunderts

  • wbg Academic in der Verlag Herder GmbH
  • 1. Auflage 2026
  • Open Access
  • 676 Seiten
  • ISBN: 978-3-534-64188-8
  • Bestellnummer: P3641883

Zwischen Land und Meer. Migration im Spannungsfeld von Verflechtung, Aushandlung und Rückkehr

Am Beispiel eines Ansiedlungsprojekts zur (Wieder-)Besiedlung in der Mark Brandenburg nach dem Dreißigjährigen Krieg und dem Westfälischen Frieden konzipiert das Buch Migration als sozialen Herstellungsprozess (Doing Migration). Dabei analysiert es die Vielfalt frühneuzeitlicher Mobilität sowie kultureller Transferprozesse aus mikrohistorischer und translokaler Perspektive.
Im Zentrum stehen die Lebenswelten marginalisierter historischer Akteure, ihre Handlungsräume und Netzwerke als cultural broker. In einer kollektiven Praxis dekonstruieren sie nationalstaatlich geprägte Modernisierungsnarrative in den Forschungen zu den Beziehungen zwischen den Vereinigten Niederlanden und Brandenburg-Preußen Mitte des 17. Jahrhunderts. Ihre alltäglichen Migrationserfahrungen korrigieren dabei beispielsweise das Bild einer bäuerlichen und wenig mobilen ländlichen Bevölkerung.
Das Ansiedlungsprojekt ordnet sich in eine längere Geschichte der Landgewinnung sowie der Siedlungskolonisation und -migration seit dem Hochmittelalter ein, die zum Teil militärisch organisiert und intendiert war. Aus umwelt-, wissens- und technikgeschichtlicher Perspektive zeigt es die Kultivierung, Ausbeutung und Beherrschung der ‚Natur‘ durch den Menschen. Dabei nahmen die Landvermessung und die Kartografie in Noord-Holland mit Beginn der niederländischen Expansion um 1600 eine bedeutende Rolle ein.
Als Form der Binnenkolonisation blieb das Ansiedlungsprojekt nicht unberührt von den globalen Ökonomisierungsprozessen seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert. Diese machten aus dem politischen Charakter des Ansiedlungsprojekts eine kontingente ökonomische Praktik in den Händen privater Kaufleute und Teilhaber (Konsorten), die als Siedlungsunternehmer vor dem Hintergrund der niederländischen Expansion eigene Interessen verfolgten. Somit befand sich die Mark Brandenburg an den ‚Rändern‘ eines Geflechts, das zunehmend die ganze Welt umspannte.

Autorin

Simone Franz ist Historikerin und wissenschaftliche Bibliothekarin. Sie studierte Geschichte, Europäische Ethnologie, Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Archival Studies und Niederlandistik an der Universiteit Leiden.

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