Diabolon (Kartonierte Ausgabe) Technodizee sozialer Medien

  • wbg Academic in der Verlag Herder GmbH
  • 1. Auflage 2026
  • Kartoniert
  • 350 Seiten
  • ISBN: 978-3-534-64363-9
  • Bestellnummer: P3643632

Digitale Pseudologien: Deepfakes als Zerstörung des Zeugnisses

Seit digitale Fälschungen, Desinformationen und Deepfakes massenweise und durch wenige Clicks von jedem einfach erstellt werden können, hat der Angriff auf ‚die Wahrheit‘ eine neue Dimension erhalten. Die Studie stellt heraus, dass weniger das Faktische selbst und die Unterscheidbarkeit von Wahrheit und Falschheit das Problem darstellt als vielmehr die Vernichtung des Zeugnisses als Teil einer sozialen Epistemologie. Was mit dem Zeugnis untergeht, ist nicht nur das Vertrauen in die Wissenschaft, sondern ins Soziale selbst, denn Zeugnisse verbinden uns auf elementare Weise und ermöglichen die Bildung einer gemeinsam geteilten ‚Welt‘.

Haben bisherige Untersuchungen die Erosion von Wahrheit und Fiktion den postmodernen Diskursen einer kritischen Auflösung von Differenzen und Grenzen zugeschrieben, sieht das vorliegende Buch die Ursache in erster Linie in der Digitalisierung und der Verbreitung sozialer Medien, die als genuin ‚asozial‘ eingestuft werden. Der Grund liegt unter anderem in ihren technisch-mathematischen Strukturen, die das Semantische auf Syntax und soziale Beziehungen auf reine Relationalitäten reduzieren und damit die relevanten Unterscheidungskriterien, die zuvorderst inhaltlicher Art sind und stets auf etwas bezogen sein müssen, kassieren.

Im Ausblick der Untersuchung wird demgegenüber eine behutsame Restituierung des Sozialen auf der Basis solidarischer Akte angemahnt, die dezidiert woanders als in ausschließlich digitalen Räumen begründet und gepflegt werden müssen.

Autor

Dieter Mersch

Dieter Mersch

Philosoph

Dieter Mersch studierte Mathematik und Philosophie und hatte zwischen 2004–2013 den Lehrstuhl für Medientheorie an der Universität Potsdam inne. Zwischen 2013–2021 war er Leiter des ‚Instituts für Theorie‘ an der Zürcher Hochschule der Künste sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik (2018–2021). Hauptarbeitsgebiete sind neben der Ästhetik, Medien- und Bildphilosophie die Kritik von KI.

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