Die Münze stammt aus der Münzstätte Ilion (Troja, heute Nordwesttürkei) und fällt in den Zeitraum zwischen 281 und 261 v. Chr. Auf der Vorderseite zeigt sie den Kopf der Göttin Athena mit korinthischem Helm, auf der Rückseite Athena Ilias mit Kalathos – einem besonderen Kopfschmuck –, die in der erhobenen Rechten einen Speer und in der Linken eine Spindel hält.
Archäologischer Kontext bestätigt
Anfangs war unklar, ob es sich um einen Fund aus antikem Zusammenhang oder um ein neuzeitlich verloren gegangenes Sammlerstück handelt. Fachleute untersuchten den Fundort und identifizierten deutliche Hinweise auf eine langfristige Nutzung als Bestattungsplatz.
Keramikfragmente, Leichenbrand und ein Bronzedoppelknopf verweisen auf ein bronze- beziehungsweise früheisenzeitliches Gräberfeld. Außerdem deuten Funde aus der römischen Kaiserzeit und ein slawischer Messerscheidenbeschlag darauf hin, dass das Areal auch in späteren Epochen genutzt wurde.
Ein außergewöhnlicher Fund für Berlin
Griechische Artefakte sind in Berlin bislang völlig unbekannt. Während einzelne römische Objekte regelmäßig gefunden werden, fehlten Belege für Funde aus der klassischen griechischen Antike bisher vollständig. Damit kommt der Entdeckung aus Spandau besondere wissenschaftliche Bedeutung zu. Wie die Münze aus Griechenland in den nordmitteleuropäischen Raum gelangte, ist noch ungeklärt. Bekannt sind antike Handelsbeziehungen zwischen dem Mittelmeer und dem Ostseeraum, unter anderem im Zusammenhang mit dem Bernsteinhandel – dem „griechischen Elektron“. Auch die Reise des Seefahrers Pytheas um 330 v. Chr. wird in diesem Kontext genannt.
Symbolische Bedeutung statt Geldwert
Da die Münze nur rund sieben Gramm wiegt und auf einem mutmaßlichen Gräberfeld gefunden wurde, gehen Forscher von einer vorwiegend symbolischen Funktion aus. Der Fund weist somit auf kulturelle Kontakte zwischen der nordeuropäischen und der griechischen Welt hin.
Besucher können das Fundstück seit dem 15. April im PETRI Berlin in der Ausstellung „Aktuelle Funde“ im ersten Obergeschoss besichtigen.
Quelle Landesdenkmalamt Berlin