Wendepunkte der Saargeschichte? Bauernkrieg 1525, Reformation 1575, Saarabstimmung 1935 und 1955
(Gebundene Ausgabe)
Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 73 (2025)
- wbg Academic in der Verlag Herder GmbH
- 1. Auflage 2026
- Gebunden
- 328 Seiten
- ISBN: 978-3-534-64292-2
- Bestellnummer: P3642923
Zäsuren kritisch hinterfragen, Kontexte und Kontinuitäten
Im Jahr 2025 schaute das Saarland auf die beiden Saarabstimmungen 1935 und 1955. Sie stehen zusammen mit dem Beitritt des Saarlandes nach Artikel 23 des Grundgesetzes zur Bundesrepublik Deutschland zum 1. Januar 1957 und der wirtschaftlichen Eingliederung zum 6. Juli 1959 für die großen Daten der Landesgeschichte. Der vorliegende Band ordnet sie in einen Zusammenhang, zeigt Kontinuitäten und Wechselwirkungen und relativiert dabei die Annahme von Zäsuren der Saargeschichte. Wirtschafts-, gesellschafts- und auch sozialpolitische Aspekte werden dabei berücksichtigt wie auch die Parteienentwicklung und der deutsch-französische Kontext. Weitere fünf Detailstudien widmen sich der Rolle der evangelischen und katholischen Kirche bei beiden Saarabstimmungen. Die Haltung der Bischöfe von Speyer und Trier spielte bei beiden Abstimmungen in einer noch von kirchlichen Bindungen stark geprägten Gesellschaft eine herausragende Rolle.
Anlässlich der 500-Jahr-Feier des Deutschen Bauernkrieges präsentiert der Band die erste umfassende Darstellung der Ereignisse in der Saargegend. Dabei wird offensichtlich, dass die Herrscher an Saar und Blies mehr den Schulterschluss mit dem mächtigen lothringischen Nachbarn suchten, als selbst zu handeln. Allerdings hielten sich auch die Übergriffe der Bauernhaufen in der Region in Grenzen.
Dazu kommt zur 450. Wiederkehr der Reformation an der Saar eine Untersuchung der Klosterpolitik des Hauses Nassau-Saarbrücken, wodurch eine Forschungslücke geschlossen wird. Oft ist über das Ende des Stiftes St. Arnual publiziert worden, aber nie wirklich klar bedacht, dass es keine Säkularisierung des Stiftes gab; vielmehr wurde es noch in katholischer Zeit zum Aussterben gebracht. Ähnlich gingen dann die evangelischen Grafen bei anderen Einrichtungen vor. Der Beitrag beleuchtet alle geistlichen Einrichtungen im Einflussgebiet der Saarbrücker Herrscher.
Herausgeber
Prof. Dr. Joachim Conrad, Leiter des Ev. Zentralarchivs Saar, Vorsitzender des Historischen Vereins für die Saargegend e. V., mit Publikationen zur Kirchen- und saarländischen Landesgeschichte; Initiator der Saarländischen Biografien.
Herausgeber
Dr. Hans-Christian Herrmann, Archivdirektor (Stadtarchiv Saarbrücken), Historiker und wissenschaftlicher Archivar, mit Publikationen zur Saarbrücker Stadt- und saarländischen Landesgeschichte v. a. des 19. und 20. Jahrhunderts.