Der Fund wurde während der Ausgrabungssaison 2025 innerhalb eines groß dimensionierten Steinbaus entdeckt. Der Bau befand sich außerhalb, jedoch in unmittelbarer Nähe der Überreste einer Befestigungsmauer, die einst die Erweiterung der Siedlung aus der mittleren Bronzezeit – die sogenannte inneren Zone – schützte.
Unter den Funden befinden sich verschiedene Arten kleiner Goldornamente. Dazu gehören scheibenförmige Anhänger sowie bikonische und zylindrische Perlen. Auch dünne Goldplättchen und Karneolperlen wurden geborgen. Die Stücke scheinen zu einem einzigen Schmuckstück zu gehören, vermutlich einer Halskette oder einem Anhänger. Sie datieren in die erste Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr. und befinden sich in einem außergewöhnlich guten Erhaltungszustand. Ergänzend wurden zwölf Kupferfragmente entdeckt, die vermutlich zu Messern sowie zu einer Nadel gehörten.
Kontext und Interpretation
Die stratigraphische Einordnung des Fundkontextes ist durch Störungen erschwert, sodass eine exakte Datierung des Niederlegungszeitpunkts nicht möglich ist. Dennoch gilt es als plausibel, dass es sich um eine Grabbeigabe handelt, möglicherweise aus einem bislang nicht nachweisbaren Grab der mittleren Bronzezeit.
Diese Interpretation stützt sich sowohl auf die Zusammensetzung des Fundensembles als auch auf vergleichbare Befunde aus der Ägäis.
Einige der Goldstücke weisen Ähnlichkeiten mit Objekten des sogenannten Ägina-Schatzes auf. Diese Sammlung, die vermutlich von der Insel stammt, befindet sich seit 1892 im Besitz des Britischen Museums. Die neuen Funde könnten somit wichtige Hinweise auf lokale Werkstatttraditionen und kulturelle Verflechtungen liefern.
Kolona blickt auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurück. Die Stätte ist zwar vor allem für die Überreste eines Apollontempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. bekannt, umfasst aber auch deutlich ältere Siedlungsschichten. Spätere Besiedlungsphasen reichen bis in die byzantinische Zeit und belegen die wiederholte Nutzung desselben Ortes über lange Zeiträume.
Forschungsprojekt und Bedeutung
Die Funde stammen aus einem Kooperationsprojekt der Universität Salzburg und des Österreichischen Archäologischen Instituts in Athen unter der Leitung von Professor Alexander Sokolicek, in Zusammenarbeit mit der Ephorie für Altertümer von Piräus und den Inseln.
Die Entdeckungen unterstreichen das anhaltende Forschungspotenzial des Hügels von Kolona und zeigen, dass selbst intensiv untersuchte Fundplätze weiterhin bedeutende Erkenntnisse liefern können.
Quelle
Griechisches Kulturministerium