Sechs neu entdeckte bronzezeitliche Minen in Spanien könnten den Ursprung der skandinavischen Bronze erklären

Ein internationales Forschungsteam stieß im Rahmen des Programms „Maritime Begegnungen“ der Universität Göteborg (Schweden) in der südwestspanischen Region Extremadura auf sechs bislang unbekannte bronzezeitliche Bergwerke. Die Funde könnten entscheidende Hinweise darauf liefern, woher die Metalle stammten, die in skandinavischen Artefakten der Bronzezeit verarbeitet wurden.

Zwei Personen gehen auf einem unebenen, steinigen Gelände, das von locker verteilten Büschen und einzelnen Bäumen durchzogen ist. Im Hintergrund erstreckt sich eine grüne, leicht hügelige Landschaft unter einem bewölkten Himmel.
© Johan Ling

Das Forschungsteam arbeitete vom 9. bis 16. Februar in der Umgebung von Cabeza del Buey in der Provinz Badajoz. Beteiligt waren zudem die Universität Sevilla sowie Archäologen des Archäologischen Provinzmuseums von Badajoz. Die Wissenschaftler dokumentierten die Überreste von Bergwerken unterschiedlicher Größe – von kleinen Abbaustätten bis hin zu ausgedehnten Minenanlagen. Besonders hervorzuheben ist eine Fundstelle, in der rund 80 Steinhammer entdeckt wurden, Werkzeuge, die einst zum Zerkleinern und Verarbeiten von Erz dienten.

Mehrere unregelmäßig geformte Steine mit unterschiedlichen Grautönen liegen auf einer hölzernen Oberfläche. Einige Steine zeigen raue, poröse Strukturen und helle Flecken. Im Hintergrund ist etwas grüne Vegetation zu erkennen.
In einer der kleineren Minen wurden etwa 80 Steinhammer dokumentiert. Diese Werkzeuge wurden zum Zerkleinern und Verarbeiten von kupfer- und bleihaltigem Erz verwendet. © Johan Ling

Analysen zeigen, dass die Minen Kupfer, Blei und Silber enthielten – Rohstoffe, die für die Wirtschaft der Bronzezeit und ihre weitreichenden Handelsnetzwerke zentral waren. Frühere Forschungen des Projekts Maritime Encounters und anderer Arbeitsgruppen um Professor Johan Ling von der Universität Göteborg hatten bereits durch Bleiisotopen- und chemische Analysen nordischer Artefakte gezeigt, dass ein Großteil des verwendeten Metalls möglicherweise aus Südwestspanien importiert wurde.

„Die in den letzten zehn Jahren neu entdeckten bronzezeitlichen Bergwerke – sowohl von anderen Forschungsteams als auch durch die rund 20 neuen Bergwerke, die unsere Forschungsgruppe zwischen 2024 und 2026 dokumentiert hat – verändern unser Verständnis davon, wie vernetzt Europa bereits vor 3000 Jahren war.“

Diese Entwicklungen werfen ein neues Licht auf die Komplexität und Reichweite prähistorischer Wirtschaftsstrukturen. Der Metallabbau in Südwesteuropa war offenbar weitaus umfangreicher und organisierter, als lange angenommen wurde. Die archäologischen Belege ergänzen auf anschauliche Weise die bisherigen naturwissenschaftlichen Analysen zu Fernbeziehungen in der Bronzezeit.

Der verborgene Umfang des bronzezeitlichen Bergbaus

Für Professor Ling ist die jüngste Entdeckung erst der Anfang weiterer spannender Forschung:
„Die Entdeckung der neuen bronzezeitlichen Minen in Extremadura ist nur die Spitze des Eisbergs. In dieser Region – wie auch in Andalusien – schätzen wir, dass bis zu 150 prähistorische Minen noch unentdeckt und unerforscht sind. Dies birgt das Potenzial, unser Verständnis des bronzezeitlichen Weltsystems, in dem der Kupferbergbau eine der wichtigsten Triebkräfte war, grundlegend zu verändern.“

Sollte sich diese Schätzung bestätigen, könnte Südwestspanien als ein zentraler Knotenpunkt im europäischen Metallhandel der Bronzezeit gelten – ein Ort, an dem wirtschaftliche Innovation und kulturelle Verbindungen vor über drei Jahrtausenden aufeinandertrafen.

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