Die angekündigten Sparmaßnahmen gefährden aus Sicht einer aktuellen Petition das traditionsreiche Fach in seiner bestehenden Form. Die Initiatorinnen und Initiatoren warnen, dass mit der Schließung eine nahezu zweihundertjährige wissenschaftliche Tradition verloren gehen und der Wissenschaftsstandort Berlin dauerhaft geschwächt würde. Sie fordern die Rücknahme des Beschlusses sowie tragfähige Alternativen zum Erhalt der Archäologie an der HU. Die Petition kann hier unterzeichnet werden:
Schließung des Instituts für Archäologie an der HU-Berlin | WeAct
Geschichte des Instituts für Archäologie an der HU Berlin
Die Geschichte der Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin ist geprägt von zahlreichen Höhen und Tiefen und eng mit der Entwicklung der Universität selbst sowie den politischen Umbrüchen Deutschlands verknüpft. Ihre Wurzeln reichen bis zur Gründung der Berliner Universität im Jahr 1810 zurück. Bereits im ersten Jahr wurde mit Aloys Hirt (1759–1837) ein Pionier der Kunstarchäologie als Professor berufen. Beeinflusst von seinen Aufenthalten in Italien sowie seinen Kontakten zu Goethe und Herder, legte er den Grundstein für eine kunstwissenschaftlich geprägte Ausrichtung der Disziplin. Diese blieb lange von der Nähe zu Museen und der Preußischen Akademie der Wissenschaften geprägt, was die Studienbedingungen bereicherte.
Heute ist das Institut für Archäologie in ein breites geisteswissenschaftliches Umfeld eingebunden, das von Alter Geschichte bis zu den Kunst- und Kulturwissenschaften reicht. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Klassische Archäologie als historische Kulturwissenschaft der griechisch-römischen Antike, die sich insbesondere mit materiellen Überresten wie Städten, Bauten, Skulpturen, Kleinkunst und Alltagsobjekten befasst. Das Institut verbindet Lehre mit internationaler Forschung, nutzt digitale Methoden und kooperiert mit Museen. Bekannte Professoren prägten das Institut für Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin durch wegweisende Forschungen und Ausgrabungen. Ihre Beiträge reichen von Grundlagen der Kunstarchäologie bis zu monumentalen Entdeckungen auf dem Balkan und in der Ägäis.
Vom „Archäologischen Apparat“ des 19. Jahrhunderts bis zu aktuellen digitalen Projekten zeigt sich in der Geschichte des Instituts immer wieder derselbe Kern: das Bestreben, aus materiellen Spuren vergangener Welten Fragen an unsere eigene Gegenwart zu formulieren.
Quellen:
Archäologie HU Berlin
WE ACT