Weltweit haben Erinnerungskultur und Geschichtsschreibung in den letzten Jahrzehnten eine starke Pluralisierung erfahren. Besonders in Lateinamerika kam es zu heftigen gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen um die Deutungsmacht. Der Sammelband setzt den lateinamerikanischen Kontinent in Beziehung zu Europa. Die Beiträge befassen sich sowohl mit transnationalen Dimensionen von Erinnerungskulturen und Geschichtskonstruktionen als auch mit den Widersprüchen und Konfliktdynamiken im Zusammenhang mit nationalen Geschichtsdiskursen. Die Verknüpfung dieser beiden Dimensionen ermöglicht das Zusammendenken transnationaler und lokaler Dynamiken und macht die verschiedenen Ebenen von Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik sichtbar.
Inga Luther
Inga Luther ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt "Nationale Erinnerungen in Lateinamerika: Transformationen, Rekodigikationen und aktuelle Verwendungsformen" am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. Sie promoviert zum Thema "Die Inszenierung der Nation: Unabhängigkeitsfeiern in Guatemala 1921–1954". Ihr wissenschaftliches Interesse umfasst die Erinnerungsforschung , die Friedens- und Konfliktforschung sowie den regionalen Schwerpunkt Zentralamerika.
Nina Elsemann
Nina Elsemann ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsintressen liegen in der Geschichte Lateinamerikas und Spaniens im 20. Jahrhundert, insbesondere der Frage der Aufarbeitung der Vergangenheit und Erinnerungen sowie Globalgeschichte. Ihre Dissertation "Umkämpfte Erinnerungen. Die Bedeutung lateinamerikanischer Erfahrungen für die spanische Geschichtspolitik nach Franco" erschien 2011.
Franka Bindernagel
Franka Bindernagel promoviert am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin und ist assoziiertes Mitglied des Internationalen Graduiertenkollges "Zwischen Räumen". Die Historikerin beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit dem Zusammenhang von Migration und Erinnerung am Beispiel der Erinnerungskultur deutschsprachiger Migrant/innen in Buenos Aires zwischen 1910 und 1932. Ihre wissenschaftlichen Interessen umfassen die Migrationsgeschichte, die Erinnerungsforschung sowie den regionalen Schwerpunkt Argentinien.
Stefan Rinke
Historiker
Stefan Rinke, geb. 1965, lehrt seit 2005 als Professor für Geschichte Lateinamerikas am Lateinamerika-Institut und am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Er gilt als ausgewiesener Kenner der Geschichte des amerikanischen Kontinents.
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Archäologie in Deutschland S36/2026
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Gottesspuren. Das christliche Europa vor seiner Entzauberung
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