Das Kroatische Institut für Denkmalpflege und das Archäologische Museum in Split haben ihre archäologischen Forschungen in einem Teil der westlichen Nekropole von Salona, dem Hortus Metrodori, fortgesetzt. Die Arbeiten fanden im Rahmen der fünften Grabungskampagne statt. Neben den beiden Institutionen ist auch das Anthropologische Zentrum der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste (HAZU) an dem Projekt beteiligt und führt bioarchäologische Analysen durch. Salona war die Hauptstadt der römischen Provinz Dalmatien und lag in der Nähe des heutigen Solin in Kroatien.
Insgesamt 152 Gräber untersucht
In der aktuellen Kampagne wurden 32 Gräber ausgegraben, darunter 16 Brandgräber und 16 Erdgräber. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der seit 2022 freigelegten Gräber auf 152.<(p>
Unter den Erdgräbern überwiegen einfache Steinkistengräber. Zwölf der Bestattungen gehören zu diesem Typ. Zudem wurden jeweils zwei Bestattungen in Amphoren sowie zwei gemauerte Gräber dokumentiert.
Bei den Brandgräbern wurden in zwölf Fällen die verbrannten Überreste direkt in einer Grube niedergelegt. Darüber hinaus kamen drei Bestattungen in Keramikurnen und eine Bestattung in einer Steinurne zutage. Viele der Gräber waren durch aufrecht stehende, behauene Steine gekennzeichnet.
Grab 162 mit zahlreichen Beigaben
Grab 162 der Nekropole von Salona mit der Bestattung in Bauchlage in situ
© Archäologisches Museum Split
Besonders hervorzuheben ist Grab 162. Es zeichnet sich durch die Vielfalt seiner Funde und die Tatsache aus, dass der Verstorbene auf dem Bauch beigesetzt wurde.
Zum Fundinventar gehören drei Glasflaschen, ein kleines Glasgefäß, drei Glasbalsamarien, vier Keramikgefäße, zwei Edelsteine sowie Teile eines Bronzeobjekts.
Grab 162 liefert nicht nur zahlreiche Funde, sondern auch Hinweise zur Entwicklung des Friedhofs. Die Bestattung wurde in die Überreste einer bereits stark beschädigten Mauer eingetieft. Nach Auffassung der Forscher könnte diese ursprünglich die nördliche Begrenzung eines Gräberareals markiert haben, dessen südliche Grenze ein als Murazzo bekanntes Bauwerk bildete. Da mehrere Gräber aus dem 1. Jahrhundert oberhalb der Mauer angelegt wurden, sprechen die Befunde dafür, dass die Mauer älter als der Murazzo ist und einer früheren Phase des Friedhofs angehört.
Interessanter Befund in einem Brandgrab
Unter den Brandgräbern erregte besonders Grab 137 Aufmerksamkeit. Dort wurden ein Gefäß aus Alabaster, eine Knochennadel und eine keramische Öllampe gefunden.
Die aktuellen Untersuchungen erweitern die Befundlage der westlichen Nekropole von Salona und liefern weitere Informationen zu den unterschiedlichen Bestattungsformen und den Grabbeigaben innerhalb des Gräberfeldes.
Quelle: Archäologisches Museum Split