Archäologen untersuchen seltene Trapezgrabenanlage aus der Jungsteinzeit im Landkreis Leipzig

Bei Döhlen im Landkreis Leipzig wurde eine rund 5.500 Jahre alte Trapezgrabenanlage der Baalberger Kultur untersucht. Der Fund ergänzt die Reihe monumentaler jungsteinzeitlicher Grabbauten in Mitteldeutschland.

Luftaufnahme einer trapezförmigen Ausgrabungsstätte aus der Jungsteinzeit mit mehreren rechteckigen Gruben und einem Bagger in einer ländlichen Umgebung. Landkreis Leipzig
Luftbildaufnahme der Trapezgrabenanlage während der Untersuchungen im Juli 2026 Um auch die vertikale Stratigrafie der Gräben und Gruben zu dokumentieren werden quadratische Untersuchungsgruben im Befund ausgehoben.© Landesamt für Archäologie Sachsen
Bei archäologischen Untersuchungen entlang der künftigen Fernwärme- und Wasserstofftrasse zwischen Leuna und Kulkwitz haben Archäologen bei Döhlen im Landkreis Leipzig eine jungsteinzeitliche Trapezgrabenanlage freigelegt. Die monumentale Anlage datiert in die Zeit zwischen etwa 3.800 und 3.400 v. Chr. und gehört damit in die Epoche der Baalberger Kultur.
Das Grabmonument maß rund 20 mal 25 Meter. Ein umlaufender Graben markierte den nordost-südwestlich ausgerichteten trapezförmigen Grundriss und hob sich deutlich vom umgebenden Boden ab.
Luftaufnahme einer trapezförmigen archäologischen Ausgrabungsstätte neben einer Landstraße mit zwei Baggern und umliegenden Feldern
Drohnenaufnahme der Trapezgrabenanlage Deutlich zeichnen sich das Trapez und die innenliegenden Gruben dunkel vom anstehenden, helleren Erdreich ab. © Landesamt für Archäologie Sachsen

Bestattung im Zentrum der Anlage

Innerhalb der Anlage fanden die Archäologen sieben kreisrunde Gruben. In einer westlich gelegenen Grube lag eine Bestattung in seitlicher Hockerposition. Der Kopf war nach Süden ausgerichtet, der Blick nach Westen gerichtet.
Sowohl das Grab als auch mehrere größere und tiefer angelegte Gruben enthielten keine weiteren Beigaben. Lediglich in zwei kleineren Gruben wurden Keramikscherben entdeckt.

Typisches Monument der Baalberger Kultur

Die Anlage gehört zur Baalberger Kultur, die vor allem in Mitteldeutschland verbreitet war. Charakteristisch für diese jungsteinzeitliche Kultur sind bestimmte Keramikformen sowie monumentale Grabbauten.
Der Fund reiht sich in mehrere ähnliche Entdeckungen der vergangenen Jahre im Landkreis Leipzig ein, darunter Anlagen in Altranstädt, Zwenkau und Kieritzsch. In den meisten dieser trapezförmigen, wahrscheinlich ursprünglich von Hügeln überdeckten Grabmonumente wurde eine einzelne Bestattung nachgewiesen, nur selten auch eine zweite.
Nach heutigem Forschungsstand wurden diese beeindruckenden Grabanlagen für Personen errichtet, die innerhalb ihrer Gemeinschaft eine besondere gesellschaftliche Stellung innehatten.

Tag des offenen Denkmals: Einblick in die Ausgrabungen

Die archäologischen Untersuchungen entlang der künftigen Trasse dauern an. Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals am 13. September 2026 können Besucher die benachbarten Grabungsflächen zwischen 11 und 15 Uhr besichtigen. Die wissenschaftlichen Grabungsleiter Stefan Tessenow und Frank Schell vom Landesamt für Archäologie Sachsen führen über die Grabung und beantworten Fragen.
Treffpunkt: Ortsausgang Quesitz, Döhlener Straße 2, 04420 Markranstädt OT Quesitz.
Festes Schuhwerk wird empfohlen.

Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen

Antike Welt

Das Jahresabonnement der ANTIKEN WELT

Nutzen Sie den Preisvorteil!

  • Abopreisvorteil (D):
    108,- € zzgl. 8,10 € Versand (D) statt 137,55 € im Einzelkauf
  • inkl. Digitalzugang
  • 12.- € pro Ausgabe im Abo
  • insgesamt 9 Ausgaben im Jahr: 6 reguläre Hefte und 3 Sonderhefte
  • ohne Risiko, jederzeit kündbar 
Jetzt gratis testen
AiD Magazin

Das Jahresabonnement der Archäologie in Deutschland

Nutzen Sie den Preisvorteil!

  • Abopreisvorteil (D):
    108.- € zzgl. 8,10 € Versand (D) statt 137,55 € im Einzelkauf
  • inkl. Digitalzugang
  • 12,- € pro Ausgabe im Abo
  • insgesamt 9 Ausgaben im Jahr: 6 reguläre Hefte und 3 Sonderhefte
  • ohne Risiko, jederzeit kündbar 
Jetzt gratis testen