»Also gut. Mal abgesehen von sanitären Einrichtungen, der Medizin, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und den allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die Römer je für uns getan?« So fragt Reg alias John Cleese im Film-Klassiker Das Leben des Brian der britischen Komikertruppe Monty Python. Die Antwort darauf gibt der Journalist Martin Verg in seinem ebenso lehrreichen wie kurzweiligen Buch Das Imperium kehrt zurück.
Der Historiker und ehemalige Chefredakteur der Kinderzeitschrift GEOlino behandelt die im Film aufgezählten Aspekte und entfaltet ein breites Panorama antiker Kulturgeschichte: Von der Sprache und Schrift der Römer bis zum julianischen Kalender, von der Massenunterhaltung bis zur Kulinarik, von den Legionen bis zur Rolle der Frauen, von Straßen und Wasserleitungen bis zum Römischen Recht bietet er einen unterhaltsamen Streifzug durch Geschichte und Alltag des Imperium Romanum. Dabei schlägt er stets auch Brücken zur Gegenwart und fragt, wie die Kultur der Römer unser heutiges Leben beeinflusst. So macht er deutlich, dass das Vermächtnis Roms noch immer allgegenwärtig ist.
In die Erzählung werden in Infokästen immer wieder kuriose Geschichten, interessante Fakten und Zahlen sowie Erklärungen zu lateinischen Redewendungen eingestreut. Martin Verg setzt bei seinen Leserinnen und Lesern keinerlei Kenntnisse voraus. Er bietet im lockeren Plauderton und auf unterhaltsame Weise fundiertes Wissen, ohne dabei belehrend zu wirken. Schade ist nur, dass die zahlreichen antiken Zitate nicht durch genaue Quellenangaben belegt sind und sowohl auf ein weiterführendes Literaturverzeichnis als auch auf ein Register verzichtet wurde. Bei einem populären Sachbuch mag dies verschmerzbar sein, eine solche Ergänzung hätte den praktischen Nutzen des überaus lesenswerten Werkes aber noch bedeutend gesteigert.