Titelseite Archäologie in Deutschland. Sonderheft 37/2026

Wenn Funde sprechen: Die vielen Facetten der Restaurierung

Inhalt

Kein Mensch ohne Dinge – ohne Dinge kein Mensch

Vom Menschen geschaffene Dinge sind mehr als stumme Zeugen der Vergangenheit. Sie bewahren Spuren von Leben, Kultur und Geschichte. Doch was können sie uns nach Jahrtausenden oder Jahrhunderten noch erzählen? Weit mehr, als der erste Blick vermuten lässt. Hier beginnt Restaurierung: Dort, wo andere nur Korrosion, Erde, Schmutz oder Verfall sehen, erkennen Restauratoren wertvolle Informationsträger. Mit höchster Präzision werden Objekte Schicht für Schicht freigelegt, untersucht und dokumentiert. Jeder Arbeitsschritt bringt Informationen. Ein Blick durch das Mikroskop eröffnet Welten. Doch erst wissenschaftliche Erfahrung macht aus den Beobachtungen Erkenntnisse. Plötzlich erzählen feinste Bearbeitungsspuren von handwerklichem Können, Korrosionsschichten von der Geschichte eines Objekts und kleinste Materialreste von den Menschen, die es einst besaßen, trugen oder nutzten.

Dieses Sonderheft lädt dazu ein, eine Wissenschaft zu entdecken, die unser kulturelles Erbe für nachfolgende Generationen konserviert, die Spuren liest, Informationen erschließt und aus materiellen Zeugnissen Wissen gewinnt. Denn nur Funde, die zum Sprechen gebracht werden, erzählen Geschichten, die weit über das Objekt hinausreichen.

Die Herausgeberschaft dieses Bandes besteht aus sieben Personen der archäologischen Denkmalpflege, Restaurierung und Konservierung. Dies sind: Stephan Brather (Wünsdorf), Nicole Ebinger (Esslingen), Hubert Fehr (Thierhaupten), Ute Knipprath (Bonn), Britt Nowak-Böck (München), Michael Schmauder (Bonn) und Marielle Zeuner (Bonn).