Entschädigung und Wiedergutmachung von Berliner Jüdinnen und Juden in Bolivien und Ecuador, 1933-1970
(Open Access (PDF))
- wbg Academic in der Verlag Herder GmbH
- 1. Auflage 2026
- Open Access
- 378 Seiten
- ISBN: 978-3-534-64105-5
- DOI: https://dx.doi.org/10.17169/refubium-52663
- Bestellnummer: P641050
Jüdisches Exil in Lateinamerika
Zwischen 1933 bis zum Ende des 2. Weltkriegs war Lateinamerika ein wichtiges Ziel für alle, die vor dem Nationalsozialismus flüchteten. Die Remigration deutscher Jüdinnen und Juden aus Lateinamerika in die Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 bis ca. 1970 war oft von der Hoffnung begleitet, auf Grundlage des Bundesentschädigungsgesetzes geraubtes Eigentum wiederzuerlangen. Die Dokumente dieser Versuche lagern in Berliner Behördenkellern, und zwar als Akten der Entschädigungsbehörde des Landes Berlin, in denen die Betroffenen Aussagen über ihre Lebensumstände im deutschen Nationalsozialismus und in Lateinamerika machen. Nikolaus Böttcher versucht in diesem Buch, anhand dieser Dokumente die Erfahrungen geflüchteter Jüd*innen im lateinamerikanischen Exil (vor allem in Bolivien und Ecuador) aufzuarbeiten. Das Augenmerk liegt auf den familiären Situationen und Netzwerken, dem Wissenserwerb, auf den Kontinuitäten des Antisemitismus und der Problematik von Rückwanderung und Entschädigung im Berlin der Nachkriegszeit.
Autor/in
Nikolaus Böttcher, geb. in West-Berlin 1963, studierte Geschichte und Hispanistik an der Freien Universität Berlin, wo er 1994 zum Dr. phil. promoviert wurde. Er ist Professor für Geschichte Lateinamerikas am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin mit den inhaltlichen Schwerpunkten der Atlantic History sowie der Wirtschafts- und schließlich der Kulturgeschichte sozialer Minderheiten.