Verlag Herder
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Verlagsportrait



Der Tradition verpflichtet - Der Zukunft zugewandt

„Den Menschen in ihrer Zeit zu helfen, dass sie das Leben meistern und in seiner Tiefendimension verstehen". Dieser Satz steht in unserer Festschrift zum 200. Verlagsjubiläum 2001. Um dafür die Leser und Leserinnen zu gewinnen, schlägt Herder immer wieder neue Wege ein - bei der inhaltlichen und ästhetischen Aufbereitung der Themen und bei der Begegnung mit dem Buchhändler und Leser. Unsere Bestseller sind keine Zufallstreffer, sondern ein Spiegel dafür, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.


Der Verlag

Bartholomä, Benjamin, Hermann sen., Theophil, Hermann, Manuel - der Verlag Herder ist ein Familienunternehmen und das über sechs Generationen hinweg. So entstanden Kontinuität, ein langer Atem und das Vertrauen, das auch über turbulente Zeiten hinweg hilft. Am Anfang der Verlagsgeschichte stand ein reflektierter Katholizismus, der sich mit der Trennung von Glauben und Vernunft auseinandersetzte. Diese Ebene der Reflexion - die Ebene des Nachdenkens, ohne die es ein Vorandenken nicht gibt - ist über zwei Jahrhunderte erhalten geblieben und wird von uns weiterhin gepflegt. Die Themen hingegen, in denen sich dieses Nachdenken niederschlägt, verändern sich und werden von uns immer wieder zeitnah aufgenommen. Offenheit, Tradition und Perspektive, immer aufbauend auf ein festes Wertefundament, das ist die Grundlage unseres Verlagsprogramms.


Autoren und Themen

An unseren Büchern kann man uns erkennen. Joachim Jauer war als Fernsehkorrespondent des ZDF Augenzeuge der ersten Risse im Eisernen Vorhang und der großen Fluchtbewegung aus der DDR. In »Urbi et Gorbi. Christen als Wegbereiter der Wende« berichtet er von der großen Hoffnung auf Freiheit, von der Suche nach Wahrheit und von Menschen - darunter auffallend viele Christen -, deren Mut das Wunder der Wende ermöglicht hat. Sie haben weitsichtig aus ihrem christlichen Glauben heraus gehandelt - von dem polnischen Papst Johannes Paul II. unterstützt und vom sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow toleriert.

In der Diskussion um schwindende Leserzahlen, das Zeitungssterben und die übermächtig werdenden digitalen Medien, fordert Susanne Gaschke skeptischen Realismus statt neuer digitaler Heilslehre. In ihrem Buch »Klick. Strategien gegen die digitale Verdummung« macht sie klar, warum Weltverständnis nicht bei Google zu finden ist, zeigt auf, was passiert, wenn Journalismus und Politik ins Netz verschwinden und wie man das Internet nutzen kann, ohne sich benutzen zu lassen. Shoppen, chaten, googlen, bloggen, spielen - alles gleichzeitig und stets online. Ausgeschaltet sind dabei die Fähigkeit zu unterscheiden und das Kritikvermögen. Wirklich sinnvoll bedienen kann die digitalen Medien aber nur, wer über Lesekompetenz, Urteils- und Konzentrationsvermögen verfügt.

Eberhard Schockenhoff, Mitglied des Deutschen Ethikrats und Christiane Florin, renommierte Journalistin, lassen in dem Buch »Gewissen. Eine Gebrauchsanweisung« die innere Stimme sprechen. Denn das eigene Gewissen ist der beste Ratgeber, der sicherste Katastrophenschutz. Gewissenloses Gewinnstreben war lange Zeit der Garant für Erfolg. Darf ich das? Diese Frage stellte sich kein Wirtschaftsführer, der hohe Renditen witterte. Die fällige Katastrophe ist nun da und oft wäre das Gewissen der bessere Ratgeber gewesen.


Fundament der Werte

Gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen den Persönlichkeiten, die für uns schreiben und die wir porträtieren? Es gibt sie, und sie hat etwas zu tun mit Tradition und Perspektive. Sie alle haben ein Anliegen, das über sie hinausweist. Alle nehmen teil an der Aushandlung der „res publica", der uns alle betreffenden öffentlichen Angelegenheiten. Solche Lebensläufe können faszinieren und so erfahren wir, dass die Aufklärung und die mit ihr verbundene Entzauberung unserer Lebenswelt dort ihre Grenzen hat, wo Menschen ihr Leben in die Waagschale legen und damit überzeugen. Und doch ist das Bestreben des Verlag Herder nie einseitig, sondern dialogisch: in dem Sinn, dass er nie das letzte Wort für sich beansprucht, sondern immer zur Gegenrede einlädt.

Wir machen gute Bücher. Und wir machen schöne Bücher. Wir schüren die Freude am Lesen und an der Auseinandersetzung mit den Themen unserer Zeit. Damit wir unserem Motto gerecht werden: „Lesen ist Leben".