20. August. 2018
Christoph von Marschall_Wir verstehen die Welt nicht mehr

Deutschlands Außenpolitik ist handlungsunwillig und belügt sich selbst über diese Schwäche hinweg. Von außen betrachtet ist es ganz klar: „Wir verstehen die Welt nicht mehr“ - ein diplomatischer Korrespondent zeigt auf, wie sich das ändern könnte.

Viele kleine Lügen: Deutschland muss zu sich selbst stehen!  

Als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde hat Deutschland internationalen Einfluss – freilich nur, wenn es gemeinsam mit seinen Freunden handelt. Sonst begrenzt es seine potenzielle Macht. Wie groß ist der Einfluss also in der Realität? Werden wir zunehmend blind für die Interessen und Ängste unserer Nachbarn und globalen Partner? Diese Fragen treiben den Diplomatischen Korrespondenten der Chefredaktion des Tagesspiegel Christoph von Marschall um. Im Rahmen eines zehnmonatigen Forschungsprojekts hat der promovierte Historiker mit den Regierenden in Washington, Brüssel, Paris und Warschau gesprochen – und kommt zu einem gleichermaßen ernüchternden wie aufrüttelnden Ergebnis. Von Marschall beginnt im Frühjahr 2018 im Schloss Bellevue, auf einem Empfang zu Ehren des Historikers Heinrich August. Während der Bundespräsident mahnt, das Bündnis mit den USA nicht in Frage zu stellen, wenden sich die Tischgespräche der Gäste in eine andere Richtung: Muss man nicht auf Distanz zu Donald Trumps Amerika gehen? Sie genießen dabei Pastinakencreme im Maultaschenteig. Von diesem Sittengemälde schlägt Marschall einen Bogen zur historischen Analyse, bewegt sich zurück in die Jahre 1989/1990, als die Überwindung der Ost-West-Spaltung Europas als Ende der Geschichte gefeiert wurde. Die Hoffnung, dass Deutschland sich nun normalisieren werde, währte kurz. Für Marschall begann Deutschland schon bald wieder, auf einem nationalen Sonderweg zu beharren und sich von seinen „Freunden zu entfremden“. In der Haltung moralischer Oberlehrer geben sich die Deutschen der Illusion hin, dass nicht sie sich ändern müssen, sondern „alle so werden wie wir“. Sie fühlen sich wie die Vorzeige-Europäer, auch wenn ihr Handeln gar nicht Europa, sondern dem eigenen Nutzen dient. „Wie europäisch sind wir?“ „Wie transatlantisch sind wir?“ „Was erwarten unsere Freunde von uns?“ In fünf großen Kapiteln geht Marschall diesen Fragen nach und fordert am Ende seines hoch aktuellen Brandbriefes „zu handeln, statt zu predigen.“ Wir müssen, sagt Marschall, unser Verhältnis zu Europa und den USA neu justieren, um global handlungsfähig zu werden.  

Christoph von Marschall ist promovierter Historiker und Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion von Der Tagesspiegel. 2017/18 beobachtet er als erster Helmut Schmidt Fellow der ZEIT-Stiftung und des German Marshall Fund die Geschehnisse in Donald Trumps USA. 2005 bis 2013 war er USA- und White-House-Korrespondent unter Barack Obama. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien bei Herder: »Was ist mit den Amis los? Über unser zwiespältiges Verhältnis zu den USA«.

Wir verstehen die Welt nicht mehr. Deutschlands Entfremdung von seinen Freunden
Deutschlands Entfremdung von seinen Freunden
Christoph von Marschall (Autor/in)
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