Bildung als fragile Ordnung

Abstract

Es ist in den letzten Jahrzehnten ‚gelungen‘, wie in so vielen Bereichen der Gesellschaft, so auch in der akademischen Landschaft Bestehendes und für beständig Gehaltenes durch Reform in seinem Gehalt so aufzulösen, dass tragende Institutionen (das Wort im alten Sinne) wie „Universität“, „Promotion“ oder „Bildung“ in der bisherigen Form nicht mehr tragen werden. Es gibt dafür verschiedene Beispiele: Prominent diskutiert werden die Promotion (auch an Hochschulen), die Bedeutung der Habilitation (zumal in Deutschland), die Nivellierung der Notengebung, auch bei Abschlussarbeiten und Promotionen, die Zunahme von Lehrbuchunterricht im Hochschulbereich, die Notwendigkeit eines Übergangsbereichs zwischen Schule und Universität in vielen Fächern, abnehmende Lese-, Schreib- und Analysefähigkeiten, Berufsausbildung an Universitäten, europäische Durchlässigkeit und normgenaue Ausbildung im europäischen Wissensraum, Ökonomisierung der Hochschulen, Verwaltungsstrukturen etc. Ohne Mühe ließe sich diese Diskussion im Schulbereich fortsetzen.1 Deswegen ist „Bildung“, wenn man nach dem Befund fragt, so fragil gewesen, dass sie nunmehr zerbrochen scheint – zumindest aus bestimmten Perspektiven und einem bestimmten Verständnis von Bildung.

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