Liturgie zur Osternacht für zuhauseIm Dunkel der Nacht sind wir versammelt

Wir versammeln uns im dunklen Zimmer beim Schein eines Teelichts zum Lesen der Texte. Auf dem Tisch stehen ein Kreuz und die Bibel, ein Glas Wein und ein Teller mit Brot.

GEBET: Herr Jesus Christus, im Dunkel der Nacht sind wir versammelt. Die verschreckten Jünger damals trauten sich nicht aus ihren Häusern. Auch wir sitzen in unseren Häusern. Denn wir wissen nicht, was der Virus mit uns macht. Aber auch hier wir vergessen nicht die Gemeinschaft unsere Glaubensgeschwister, mit denen wir uns jetzt verbunden wissen in Dir, Du unser Trost und Licht.

Im Dunkel der Nacht sind wir versammelt. Aber am Horizont sehen wir schon die erste Morgenröte. Von dort strahlt schon dein Osterlicht in diesen neuen Tag unseres Lebens. Wir bitten dich: Erleuchte unsere dunkle Welt durch Dein Licht, das unser Leben erhellt, wie die Morgensonne die auferstehende Früh-lingswelt. Das bitten wir dich, der du in der Einheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und die Welt lenkst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

LOBRUF: Christus das Licht – Gelobt sei Gott.

LESUNG: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

GEBET: Du hast die Welt geschaffen, riefst das Leben ins Leben - vom kleinsten Virus bis zum größten Wal. So wunderbar Deine Schöpfung ist, fällt es uns schwer, in jedem Moment die Güte Deines Handels zu verstehen. Wir fragen uns, warum Du auch das schufst, was uns nicht zum Guten zu kommen scheint. Aber Du hast einen Plan mit der Welt. Wir wollen darauf vertrauen, dass Du die Welt zum Guten lenken wirst. Amen.

LIED: Im Dunkeln unserer Nacht entzünde das Feuer, das nie mehr verlischt.

LOBRUF: Christus das Licht – Gelobt sei Gott.

LESUNG: Als Gott sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war, da reute es Gott, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde. Bloß Noah fand Gnade vor Gott. Die Sintflut war vierzig Tage, und die Wasser wuchsen und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde, und die Arche fuhr auf den Wassern. So wurde alles vertilgt, was auf dem Erdboden war. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.

Als aber die Wasser der Sintflut verflossen waren, da sprach Gott in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Darum, solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

GEBET: Wir denken in diesen Tagen viel darüber nach: Ist Corona vielleicht eine Antwort der erschöpften Schöpfung auf uns Menschen? Auch der Klimawandel wird weitergehen und das Gesicht der Erde verändern. Sind wir Menschen wirklich so böse? Oder so egozentrisch? Gibt es keine Möglichkeit auf ein richtiges Leben im falschen? Du, Jesus Christus, hast uns das richtige Leben vorgelebt. Stärke uns, damit es uns immer wieder gelingt, dir nachzufolgen. Amen.

LIED: Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun. Gib uns den Mut, voll Glauben, Herr, mit dir zu Menschen zu werden. (NL 172)

LOBRUF: Christus das Licht – Gelobt sei Gott.

LESUNG: So spricht Gott: Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht Gott, dein Erlöser. Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will. Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht Gott, dein Erbarmer.

GEBET: Du führst uns durch die Nacht. Mit dir kommen wir an im strahlenden Morgen. Denn Du willst für uns das Gute. Für mich und für jeden Menschen auf der Welt. Für uns Menschen und für deine ganze Schöpfung. Halte uns in diesem Glauben auch in dieser Nacht der Nächte. Amen.

LIED: Jesus remember me, when I come into Your kingdom.

EXULTET: Frohlocket nun, ihr Chöre der Engel, und rühmet die großen Wunder Gottes. Lasst die Posaune erschallen, Preis dem Sieger, dem erhabenen König. Darum bitte ich euch, liebe Schwestern und Brüder, hier zugegen im klaren Licht aus der Höhe, ruft mit mir zu Gott, dem Allmächtigen, dass er uns mit dem Glanz seines Lichtes erfülle und vollende, was wir ihm singen.

Wahrhaft würdig und recht ist es, den unsichtbaren Gott und allmächtigen Vater und seinen eingeborenen Sohn, Jesus Christus, unsern Herrn von ganzem Herzen und mit lauter Stimme zu preisen.

Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: Die Nacht wird hell wie der Tag, im strahlenden Licht wird die Nacht mich erfreuen. O wahrhaft selige Nacht, in der sich Himmel und Erde und Gott mit dem Menschen verbindet.

So bitten wir dich, Gott: Erhalte uns in dieser österlichen Freude. Lass unsere Lichter leuchten bis der Morgenstern erscheint, der wahre Morgenstern, der nicht untergeht in Ewigkeit, unser Herr, Jesus Christus, von den Toten erstanden, der den Menschen leuchtet in Klarheit. Amen.

GLAUBENSBEKENNTNIS

OSTEREVANGELIUM: Als der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.

ANZÜNDEN DES OSTERLICHTES

DREIMALIGER OSTERRUF: Der Herr ist auferstanden, Halleluja! – Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja!

LIED: Christ ist erstanden / von der Marter alle. / Des solln wir alle froh sein; / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen. / Seit dass er erstanden ist, / so loben wir den Herren Jesus Christ / Kyrieleis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja. / Des solln wir alle froh sein; / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

FÜRBITTEN:
Gott, wir denken an die Menschen, die in Dunkelheit leben, und bringen sie vor dich:
Die Kranken und die, die in der Angst leben, sich mit dem Virus anzustecken.
Die Einsamen, die in diesen Wochen ihre Gesprächspartner verloren haben.
Die Armen, die kaum mehr Hilfe finden.
Die Flüchtlinge, die unbeachtet von der Welt in Lagern hausen.
Die Opfer von Kriegen, die trotz Corona weitergehen.
Alle Menschen, die leiden und trauern, legen wir in Dein Erbarmen. Sei ihnen gnädig. Amen.

ABENDMAHL
Der Herr sei mit uns. Wir loben dich, Gott, dass du uns jeden Tag wieder dein Licht schenkst. Auch in Zeiten der Not lässt du uns nicht allein. Deinen Sohn Jesus Christus hast Du gesandt, damit er uns Mühselige und Beladene erquickt. Wir bitten dich, sende heute deinen Heiligen Geist auf uns herab und gib, dass wir mit diesem Brot und Wein den Leib und das Blut deines Sohnes im Glauben zu unserem Heil empfangen.
Denn unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, danke, brach’s, gab’s seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und essen: das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl, dankte, gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr daraus trinket, zu meinem Gedächtnis.

VATER UNSER

FRIEDENSGRUSS + GABENAUSTEILUNG

GEBET: Du unser Gott, in diesem österlichen Mahl haben wir deinen Frieden erfahren. Bleib in unserer Mitte und lass uns dir allezeit Dank sagen. Erhalte uns in deiner Liebe, in der wir auch miteinander leben wollen. Amen

SEGEN: Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden. Amen.

Pastoralblätter-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen Pastoralblätter-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.