ImpulsTraumatherapeut

In der Traumatherapie gibt es das Phänomen, dass, wenn jemand "im Trauma ist" (Flashback), er/sie "überflutet wird" von Emotionen, die "alle Grenzen, Brücken, Häuser etc. mit sich mitreißen". Mit anderen Worten: Es gibt kein "Halten" und keinen "Halt" mehr. Symbole sind zerstört, nichts kann mehr symbolisiert werden.

Von daher würde ich so einen Text in den betroffenen Gebieten im Augenblick nicht verwenden.

Die große Gefahr ist, dass er - so wie das oft in christlichen Botschaften geschehen ist - als moralische Strafe mißgedeutet wird: Wessen Haus jetzt zerstört ist, der hat es eben nicht richtig, sondern auf Sand gebaut. Dies ist Sarkasmus - und sonst gar nichts!

Wenn ich den Text predigen würde, so würde ich davon ausgehen, dass Gott mit dieser Flutkatastrophe nichts zu tun hat. Sie ist Menschen gemacht, Folge des Klimawandels.

Freilich steht dahinter eine Vorstellung von Gott, der nicht als "allmächtiger Vater" den Lauf dieser Welt in der Hand hat.

Gott ist nicht nach menschenart zu denken, wie Meister Eckhart nicht müde wird, zu predigen.

Dr. theol. Lothar Malkwitz, Psychoanalytischer Therapeut, Pfarrer und Supervisor

Pastoralblätter-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen Pastoralblätter-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.