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Anzeige: Umfrage zum Klimawandel

Nr. 7/2020Juli

Inhalt
1. Auflage 2020
Bestellnummer: Z470015
Erscheinungstermin PDF: 2020
Bestellnummer PDF: D100528

In der Familie meiner ältesten Tochter gab es kürzlich ein großes Drama. Zwei Eichhörnchen waren aus dem Nest der großen Tanne im Garten gefallen. Schnell wurde das Internet befragt: Retten oder nicht anrühren war die Frage. Als klar wurde, dass die Eichhörnchenmutter nicht auftauchte, vielleicht einem Unfall zum Opfer gefallen war, fanden sie heraus, dass es 200 Eichhörnchen-Auffangstationen in Deutschland gibt. Mein Schwiegersohn fuhr die beiden „Welpen“ also dorthin. Tage später kam der Anruf: Es geht ihnen gut, sie werden durchkommen.

Die Aufregung meiner Enkeltöchter fand ich anrührend. Da ist eine Sensibilität für Mitgeschöpfe. Und die gehört für mich zur Menschlichkeit. „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz“, soll Aesop schon 550 vor Christus gesagt haben. Da geht es um Empathie, mitfühlen. 

 Jesus hat denen, die ihn begleitet haben, gesagt: „Seht die Vögel unter dem Himmel an ... Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen ...“ (Mt 6, 26ff.) Er hat in seinen Reden vom Reich Gottes aufgefordert, aufmerksam hinzuschauen, die Natur, die Mitwelt wahrzunehmen als Schöpfung, in der wir leben, von der wir lernen.

Allzu lange haben Christen nur davon geredet, dass wir uns die Schöpfung untertan machen müssten. Da ging es um Beherrschen und nicht um Bebauen und Bewahren. Ich denke, wir haben seit vielen Jahren begriffen, dass es anders sein muss. Wir sind selbst nur Geschöpfe und haben Verantwortung. Aber wirklich intensiv geändert haben wir unseren Lebensstil nicht, so viel auch von „anders wachsen“ und einer „Ethik des Genug“ die Rede ist.

Der Klimawandel zwingt uns zum radikalen Umsteuern – hoffentlich. „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“, hat Rudi Carrell vor vielen Jahren gesungen und von Hitzewellen und Sonnenbrand geschwärmt. Da sind wir vorsichtiger geworden, nachdenklicher. Der Sommer 2018 war viel zu trocken, viel zu heiß. Der Klimawandel, den eher die armen Länder erleiden, wurde plötzlich wahrnehmbar in Deutschland. Da wurden alle unruhig: Kann das gut gehen? Sterben die Wälder? Wären jetzt nicht Abkühlung und Regen wünschenswert?

Ich hoffe, Corona lässt uns das nicht vergessen. Es könnte ja sein, dass wir in der aktuellen Situation gelernt haben: Wir können ganz schnell ganz viel ändern. Nicht nur wegen Corona. Sondern auch in Sachen Klima!

Über diese Ausgabe

Für die Seele sorgen

  • Plus S. 3-4

    Verletzbar und verwundbar: Gottvertrauen gegen Angst

    Zuallererst müssen wir zugestehen: Doch, wir haben Angst. Wir sind gar nicht so selbstsichere Geschöpfe, wie wir gerne wären. Unsere Angst sitzt tief. Die Angst vor Ansehensverlust, vor dem Verlust von Menschen, die wir lieben, und vor allem die Angst vor dem Tod.

Kontrovers

  • Plus S. 5

    Kreuzfahrt gegen Veganismus: Der neue Generationenkonflikt

    Es braut sich etwas zusammen im Umgang der Jungen mit den Alten. Die Generation der Babyboomer, die in einer scheinbar immer bes­ser werdenden Welt in Wohlstand und Wachstum lebte, wird langsam alt. Und hinterlässt eine bedrohte Schöpfung. Was steckt hinter den Klischees der besorgten Jungen gegen die sorglosen Alten?

Alltags­heldinnen

  • Plus S. 13-14

    Wie Noah gern neu pflanzen

    Noah, Zorn Gottes, Archebau unter Häme der Nachbarn, Rettung der Guten und von allen Tieren je ein Paar, Taube, grüner Zweig, neuer Anfang, Regenbogen... Kennen wir alle, aber merken wir noch, was für eine wunderbare Erzählung das ist? Wenige Autorinnen und Autoren der Menschheitsgeschichte haben so geschrieben, dass ihre Worte und Bilder über Jahrtausende eindrücklich blieben, ja weltweit Glauben, Sprache, Symbole geprägt haben.

Mitten im Leben

  • Plus S. 8-9

    Es ist höchste Zeit!

    Vor bald 50 Jahren erschien der Bericht des Club of Rome, der die Grenzen des Wachstums zum Thema machte. Damals wurde klar: Nur durch sofortige Maßnahmen zum Umweltschutz könnte die Erde die Weltbevölkerung tragen.

Auf ein Wort

  • Plus S. 6-7

    Auf heiße Sommer kann ich mich nicht mehr freuen

    40 Grad und mehr im Sommer bei uns, Regen statt Schnee in der Arktis, Dürre, Extremgewitter – der Klimawandel ist allerorten spürbar. In der Corona­krise zeigte sich, dass Maßnahmen schnell entschieden werden können, wenn politisch gewollt. Mit dem Wetter-Experten Özden Terli diskutiert Margot Käßmann, ob radikales Handeln auch in Sachen Klima und Umwelt möglich ist und inwiefern die Generationen hier an einem Strang ziehen sollten.

Kompakt

Das schöne Wort

Autoren/-innen