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Anzeige: Himmel im Mund

Heft 7/2022Juli

Inhalt

Es ist jetzt Urlaubszeit. Menschen sind unterwegs und genießen ihre freie Zeit. Freie Zeit sollte genutzt werden – zur geistigen Erholung und zur körperlichen Regeneration. Aber wie verbringt man freie Zeit denn sinnvoll? Ist es das „endlich mal aufräumen“, was so lange schon liegen blieb? Im Getriebe des Alltags kann ja so manches auf der Strecke bleiben. Und da gibt es ja auch noch den Artikel – oder mehrere –, den/die ich schon lange mal in Ruhe lesen wollte. Den einen oder anderen Brief, den ich noch schreiben könnte; vielleicht auch die Planung von Besuchen, die ich schon lange vor mir herschiebe. Ob ich verreise oder zu Hause bleibe? Wenn ich nicht im Januar oder Februar schon gebucht habe, sind nur spontane Last-minute-Reisen möglich. Sei es, wie es will – freie Zeit, Zeit zum Aufatmen und alles etwas langsamer Tun ist einfach ein Geschenk. Ich möchte dieses Geschenk annehmen, auch wirken lassen und auch genießen.

Mir fällt ein Bild ein. Ich denke, jede und jeder von Ihnen hat das schon mal beobachten können am Ufer eines Sees. Ein kleiner Stein wird ins Wasser geworfen und sofort bilden sich Kreise, konzentrische Kreise, genau dort und um die Stelle herum, wo das Steinchen ins Wasser gefallen ist. Zunächst war das Wasser ganz ruhig, unbewegt. Dann – mit dem kleinen Stein – kommt es in Bewegung und zieht Kreise. Und kurz darauf, vorausgesetzt es folgen keine weiteren Steine, ist wieder alles ruhig. Immer wieder ein kleines Schauspiel – für mich ein Bild für das, was wir mitunter erleben und erleben wollen: ein Bild für Ruhe und fürs zur-Ruhe-Kommen. Wir brauchen das immer mal wieder, dass wir ein wenig ausruhen. Dass wir die Arbeit Arbeit sein lassen, dass wir verschnaufen und neu Atem holen können. „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.“ (Markus 6,31) So heißt es in der Bibel von Jesus und denen, die mit ihm unterwegs waren. Was für die Jünger und Jüngerinnen Jesu wichtig war, gilt auch für uns. Wir wissen das, und doch gerät es mitunter aus dem Blick. Wie wichtig ist es, mal freie Zeit zu haben; Bewegung und Ruhe, Kreise ziehen und wieder in die Stille gehen.

Bleiben Sie in diesen Sommertagen achtsam, achtsam mit sich und den Menschen und der Schöpfung um sie herum. Sammeln Sie Augenblicke und nicht Dinge und gehen Sie auch in die Ruhe!