KinderarmutKlischees vermeiden

Auf der Suche nach Bildern zum Thema Kinderarmut stießen wir in den Archiven der Fotoagenturen immer wieder auf ähnliche Motive: traurig dreinblickende Jungen und Mädchen in abgerissener Kleidung vor tristen Plattenbaufassaden. So einfach ist materielle Not hierzulande allerdings nicht zu erkennen. Kleidung aus Modediscountern muss nicht schäbig aussehen, ebenso wenig gebrauchte Sachen von der Stadtmission. Dazu kommt, dass viele Mütter und Väter aus Angst vor Stigmatisierung versuchen, ihre Not zu verbergen.

Nicht zuletzt deshalb scheuen sich Pädagoginnen und Pädagogen in der Schule mitunter, das heikle Thema anzuschneiden. Den Kindern allerdings ist mit dieser Zurückhaltung nicht geholfen. Für sie kann die Armut ganz konkrete Folgen in der Entwicklung haben. Wie Schulen das Problem aus der Tabuzone holen können, erklärt eine Wiesbadener Sozialplanerin auf Seite 23.

Bisher gibt es kaum in größerem Rahmen etablierte Konzepte, wie Ganztagseinrichtungen die Bildungs- und Teilhabechancen benachteiligter Kinder verbessern könnten. Eine Schule in Münster versucht das Problem mit der richtigen Haltung und einer guten Portion Pragmatismus anzugehen (ab Seite 20).

Armut ist auch einer von vielen Risikofaktoren für Kindeswohlgefährdung. Der Vorwurf, dass Eltern ihr Kind missbrauchen oder vernachlässigen, wiegt schwer. Wie man sich bei einem Verdachtsfall richtig verhält und woran Erzieher und Pädagogen erkennen können, wann sie eingreifen müssen, zeigt die KiWo-Skala Schulkind auf. Die Verhaltensbiologen Joachim Bensel und Gabriele Haug-Schnabel haben sie entwickelt und stellen sie ab Seite 17 vor.

Ob in der Bebilderung oder in den Texten – wir haben versucht, Klischees im Zusammenhang mit Armut zu vermeiden. Ob uns das aus Ihrer Sicht gelungen ist, können Sie uns gerne mitteilen. Wir sind immer gespannt auf Ihre Kritik – und auch auf Ihre Anregungen. Schreiben Sie uns an redaktion@klassekinder.de.

Aber zunächst wünschen wir eine interessante Lektüre!

Ihr

Sven Kästner, Redaktion klasseKinder!  

Der klasseKinder!-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen klasseKinder!-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.