Geld ist doch nur Papier - wieso funktioniert es?

Ein kleines Stück Papier kann so wertvoll sein wie ein ganzes Fahrrad. Geht nicht? Geht wohl. Dann nämlich, wenn auf dem Papier eine 200 aufgedruckt ist und es sich um einen 200-Euro-Schein handelt. Eine praktische Erfindung, dieses Geld. Ohne Geld wäre unser heutiges Leben gar nicht möglich. Es ist das wichtigste Tauschmittel, das wir besitzen.

Dabei sind die Menschen viele tausend Jahre lang ganz ohne Geld ausgekommen. Früher, ganz früher, lebten sie in kleinen Gemeinschaften zusammen und produzierten alles, was sie brauchten, selbst: Getreide und Fleisch zum Essen, Felle zum Wärmen und Werkzeuge zum Sachenbauen. Jeder half bei allem mit und so hatte auch jeder alles. Das hat so lange gut funktioniert, bis die Gemeinschaften immer größer wurden.

Jetzt teilten die Menschen die Arbeit auf. Der eine wurde zum Beispiel Bauer und baute nur noch Getreide an. Der andere wurde Schmied und stellte nur noch Werkzeuge her. Der nächste wurde Viehzüchter, er hatte immer Fleisch und Milch. Doch dadurch hatten die Menschen ein Problem: Der Viehzüchter hatte zwar Fleisch, aber kein Getreide für Brot. Der Schmied hatte Werkzeuge, aber nichts zu essen. Keiner konnte mehr von dem allein leben, was er produzierte.

TAUSCHE HAMMER GEGEN FLEISCH

Also begannen die Menschen ihre Sachen zu tauschen. Der Schmied gab dem Bauer einen Hammer und bekam dafür Getreide. Der Viehzüchter bekam auch Getreide und gab dem Bauer dafür Fleisch. Das klappte wieder eine ganze Weile recht gut. Doch es entstanden immer mehr Berufe, und nicht jeder wollte immer genau das haben, was der andere ihm für seine Ware anbot: Irgendwann hatte der Bauer zum Beispiel genug Werkzeug und wollte dem Schmied dafür kein Getreide mehr geben. Statt eines Hammers wollte er lieber Fische. Oder einen Tontopf. Jetzt hatte der Schmied ein Problem. Er musste erstmal jemanden finden, der Werkzeuge wollte und dafür Fische geben konnte – oder einen Tontopf. Das hätte er dann mit dem Bauern tauschen können. Was für ein Aufwand.

Die Menschen brauchten etwas, das sie untereinander tauschen konnten, ganz egal, was sie selbst hergestellt hatten. Im Laufe der Jahrhunderte haben sie verschiedene Dinge ausprobiert. In China, Indien und Afrika wurde zum Beispiel lange mit Kauri-Schnecken bezahlt, „Porzellanschnecken“, die toll aussehen. Die römischen Legionäre bekamen ihren Lohn in Salz ausgezahlt, das kann man immer gebrauchen. Und in Griechenland wurde Silber abgewogen. All diese Zahlungsmittel hatten den Vorteil, dass sie länger haltbar waren als Fisch oder Fleisch. Außerdem konnte damit jeder etwas anfangen. Der Schmied konnte mit einem Stück Silber oder einem Sack Salz das gewünschte Getreide beim Bauern kaufen und der Bauer konnte damit dann später zum Beispiel seinen Fisch beim Fischer bezahlen.

PAPIERGELD IST 1000 JAHRE ALT

Die Tauschmittel wurden von allen akzeptiert und das Geld war geboren. Besonders einfach wurde es dann, als die Münzen erfunden wurden. Denn da stand drauf, was sie wert sind. Davor musste man beispielsweise ganz viel Salz hergeben, wenn man etwas Wertvolles haben wollte. Eine große Schlepperei. Anders mit den Münzen. Und noch leichter, als die Chinesen dann das Papiergeld erfunden haben. Das war vor gut 1000 Jahren. Und das funktioniert bis heute.  

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