Geschichten und Ideen rund um den Schutzpatron der ArmenWir begrüßen St. Martin

Kaum können sie es erwarten, die Kindergartenkinder, dass es draußen früh dunkel wird, denn dann beginnt die Zeit des Laternegehens. Spätestens am 11. November, dem Martinstag, werden die leuchtenden Kugeln mit ebenso leuchtenden Kinderaugen durch die Straßen getragen.

Geschichten und Ideen rund um den Schutzpatron der Armen: Wir begrüßen St. Martin
© Pixelio - Stefanie Bernecker - Pfinztal

Doch Hand aufs Herz: Wissen Sie eigentlich so genau, was es mit dem St. Martinstag auf sich hat?

Dieser Tag war in alten Zeiten auf dem Lande ein Festtag für Jung und Alt - ein schöner Brauch, den Sie in die Familie zurückholen könnten.

Die Martinslegende

St. Martin wurde im 3. Jahrhundert in Ungarn geboren. Sein Vater war ein römischer Offizier, und so wurde der kleine Sohn nach dem römischen Kriegsgott Mars "Martinus" genannt. Er wurde Soldat, wie sein Vater, und kam als junger Mann nach Frankreich. Der Legende nach hat er dort, als er einmal bei grimmiger Kälte hoch zu Ross unterwegs war, mit einem frierenden Bettler seinen Mantel geteilt: Mit einem Hieb zerteilte er den Mantel, gab die eine Hälfte dem Bettler und ritt dann weiter. In der Nacht träumte er von Christus, der ihm sagte, er sei dieser Bettler gewesen. Dieses Erlebnis bewegte Martin so sehr, dass er sich taufen ließ und ein Leben als frommer Einsiedler begann. Später sollte er Bischof werden. Aber weil der bescheidene Mann diese hohe Würde nicht annehmen wollte, versteckte er sich in einem Gänsestall. Doch die Gänse verrieten durch ihr lautes Geschnatter dem Boten, der ihn suchte, sein Versteck. Und deswegen, so will es die Sage, werden an St. Martin Gänse geschlachtet und als Braten aufgetischt. Martin wurde jedoch später als St. Martin Schutzpatron der Armen, der Reiter und der Soldaten.

An seinem Namenstag, dem 11. November, begann in früheren Zeiten das vierzigtägige Weihnachtsfasten. Da ist es kein Wunder, dass Jung und Alt vorher noch einmal ordentlich feierte und schmauste. Außerdem galt St. Martin auch als Geschenkebringer für die Kinder. Sie zogen singend und mit Lichtern um die Häuser und bekamen von freundlichen Leuten Äpfel und süßes Gebäck geschenkt. Und das geschieht auch heute, besonders in Norddeutschland, noch so. Wenn die Erwachsenen den Martinstag feiern, beschränken sie sich meist auf den Gänsebraten, wie schade! Drum lassen Sie doch die schöne Tradition des gemeinsamen Feierns in der Familie wieder aufleben - die fette Gans können Sie ruhig vergessen. Nicht vergessen dürfen Sie jedoch das Laternebasteln

Laternebasteln

Vielleicht erzählen Sie Ihren Kindern beim Basteln die Legende vom St. Martin. Für unsere originellen Laternen brauchen Sie kein besonderes Talent. Kaufen Sie einen einfarbigen runden oder länglichen Papierlampion - meist gibt es im Kaufhaus nur bunt bedruckte, suchen Sie lieber im Schreibwarenhandel danach.

Das brauchen Sie:

  • einen einfarbigen runden oder länglichen Papierlampion
  • Seidenpapier oder Krepppapier
  • buntes Tonpapier
  • Filzstifte
  • Kleber

Aus den Papieren schneiden Sie für ein Laternengesicht Ohren, Augen, Nase und Mund aus Tonpapier und Haare aus Krepppapier zurecht ( zum Beispiel gelbe Ohren für einen Löwen, Mähne aus Krepppapier), Sonnen, Monde, Geister können entstehen - alles, was den Kindern einfällt. Eventuell die Einzelteile noch bemalen, gut ankleben, fertig.

Martinslieder

Das gute alte "Laterne, Laterne" kennen Sie sicher. Doch gibt es noch viele alte, meist im Dialekt gesungene Martinslieder. Fragen Sie einmal bei den Großeltern nach oder schauen Sie in alte Liederbücher. Besonders schön ist dies alte sächsische Lied aus dem 18. Jahrhundert:

Martin, Martin war ein frommer Mann.
Zündet viele Lichter an,
dass er oben sehen kann,
was er unten hat getan.

Martin, Martin ritt durch dunklen Wald,
Wind, der wehte bitterkalt.
Saß am Weg ein Bettler alt,
wäre gar erfroren bald.

Martin, Martin hält und verweilt,
seinen Mantel mit ihm teilt.
Ohne Dank er weiter eilt.
Bettlers Not war nun geheilt.

Martin, Martin war ein frommer Mann.
Stimmt ihm frohe Lieder an,
dass er oben hören kann
was er unten hat getan.

St. Martins-Hufeisen

Zum Martinstag gab es viel Brauchtumsgebäck. Für die Kinder backen wir St. Martins-Hufeisen

Dazu brauchen Sie:

  • 500 g Weizenmehl
  • 1 Würfel Hefe
  • 1/8 l lauwarme Milch
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Butter
  • 60 g Zucker
  • 2-3 El gehackte Mandeln
  • geriebene Schale von 1/2 Zitrone
  • zum Verzieren: 1 Handvoll Sultaninen.

Aus den Zutaten einen Hefeteig bereiten. Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort aufgehen lassen. Dann zu einer Rolle formen, in 3 - 4 Portionen schneiden und zu Hufeisen mit schmaler werdenden Enden formen. Etwas flach drücken und mit Eigelb bepinseln. Auf jedes Hufeisen zwei Reihen Sultaninen als "Nägel" legen, leicht andrücken. Bei 180 bis 200 Grad im vorgeheizten Ofen etwa 25 Minuten hell backen.

Martinshörnchen

Aus dem gleichen Teig können Sie auch Martinshörnchen backen. Sie galten als Glücksbringer und wurden an Freunde und Verwandte verschenkt.

So wird's gemacht:

Rollen Sie den Teig dafür 1 cm dick aus, und schneiden Sie ihn in so viele Quadrate, wie Sie Hörnchen backen wollen. Mit zerlassener Butter bestreichen, Sultaninen und gehackte Mandeln in die Mitte der Quadrate legen, von einer Ecke her aufrollen, zum Hörnchen biegen. Zugedeckt nochmals gehen lassen, mit Eigelb bestreichen, bei Mittelhitze backen. Noch warm mit Zuckerguss bestreichen oder mit zerlassener Butter einpinseln und Zimtzucker draufstreuen.

Glühpunsch

Zu trinken gibt es Glühpunsch.

Für 4 Gläser brauchen Sie:

  • 3 - 4 Beutel Lindenblütentee
  • 1 Vanilleschote
  • 3 - 4 ungespritzte Orangen
  • 3 El Bienenhonig.

Die Teebeutel mit kochendem Wasser aufgießen, Mark der ausgekratzten Vanilleschote, den Saft der Orangen, abgeriebene Schale von 1/2 Orange und den Honig dazugeben, ziehen lassen. In Gläser füllen und einen Kringel Orangenschale an jedes Glas hängen.

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