Kinder so annehmen, wie sie sind

Schon oft habe ich Situationen beobachtet, in denen Eltern ihr Kind ermuntern, etwas zu tun, was es sich nicht traut. „Komm schon, das schaffst du!“, sind die Worte, mit denen sie es ermutigen. Sie wollen ihrem Kind ein Erfolgserlebnis verschaffen, doch mit ihrem Drängen bewirken Eltern manchmal das Gegenteil, wie Felicitas Römer in einem Interview in dieser Ausgabe beschreibt. Ihr Blick auf schüchterne Kinder – und gerade auch auf deren Stärken – macht in unserer von Leistungs- und Erfolgsdruck geprägten Zeit nachdenklich: Zurückhaltende Kinder sind für sie nicht Kinder, denen es an etwas mangelt. Es sind Kinder, die eine vorsichtigere Art haben, auf die Welt zuzugehen. Sie beobachten mehr, warten erst mal ab, wollen sich sicher fühlen. Das sollten wir ihnen zugestehen. Viele erfolgreiche Erwachsene waren einmal schüchterne Kinder. Darauf zu vertrauen, ist der erste Schritt auf dem Weg, sie zu stärken. Und wünschen wir uns nicht auch von manchen Erwachsenen, dass sie etwas weniger selbstsicher und dominant auftreten?

kizz Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen kizz Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.