Gewalt durch pädagogische Fachkräfte an Kindern – gibt es das?

Gewalt durch pädagogische Fachkräfte an Kindern – gibt es das?
© Harald-Neumann, Freiburg

Ja, laut Kinderrechtsexperte Jörg Maywald finden übergriffiges Verhalten und die Missachtung von Kinderrechten sogar beinahe in jeder Kita statt. Dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben, ist für pädagogische Fachkräfte ganz bestimmt selbstverständlich und wahrscheinlich gehen die meisten bei der Formulierung dieses Kinderrechts eher von solcher Gewalt aus, die auch heute noch von manchen Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder ausgeübt wird. Aber: Auch in der Kita dürfen Kinder nicht Opfer verschiedener Formen von Gewalt werden. Der Beitrag von Jörg Maywald ab Seite 20 greift dieses Tabuthema differenziert auf.
Es geht dabei z. B. um seelische Gewalt durch Beschämen, Ausgrenzen, Ablehnen oder Bedrohen. Dazu zählt auch körperliche und sexualisierte Gewalt durch Festhalten oder Schubsen sowie Streicheln des Kindes ohne sein Einverständnis.
Kommt ein solches Verhalten vor, dann wird es oft verschwiegen oder verharmlost. Umso wichtiger ist es, über Formen von Gewalt, die von Fachkräften ausgehen können, Bescheid zu wissen, um sie dort, wo sie auftreten, wahrnehmen zu können, sie zu benennen und schließlich dadurch zu verhindern. Folgen, die ein solches Fehlverhalten mit sich bringt, sind für Kinder, Eltern, Team und Träger meist schwerwiegend. Werden Kinder bspw. in der Einrichtung zum Essen gezwungen, können Erfahrungen dieser Art ihre Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen – Essstörungen und andere Auffälligkeiten entstehen.

Es ist also von großer Bedeutung, dass es nicht zu Gewalt durch Fachkräfte kommt bzw. sie sich nicht wiederholt und jegliches Fehlverhalten auch Konsequenzen hat. Genauso wichtig ist es selbstverständlich, gegen Faktoren, die Fehlverhalten begünstigen, wie z. B. Überforderung, personelle Unterbesetzung, schlechte räumliche Ausstattung, vorzugehen. Lesen Sie unbedingt, mit welchen präventiven Maßnahmen Gewalt durch Fachkräfte verhindert werden kann.

In diesem Sinne: Sorgen Sie gut für sich und Ihre Kolleg*innen.

Herzlich

Silke Dittmar

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