Subalterne Sozialität. Zur normativen Struktur von Gegengemeinschaften

Abstract

Der Beitrag exploriert die spezifische Normativität von Gegengemeinschaften. Die dabei zugrunde gelegte These lautet, dass solche Gemeinschaftsformen für unterdrückte oder ausgeschlossene Gruppen keine bloß kompensatorische Funktion erfüllen, sondern ihre Sozialität die der Gesamtgesellschaft transzendiert. Diese These der ›Überlegenheit der Unterlegenen‹ wird mit Bezug auf Hegel eingeführt und ihre sozialtheoretische Relevanz mit Marx und Engels herausgestellt. Es werden zwei mögliche Interpretationen der Überlegenheit subalterner Sozialität diskutiert, eine geschichtsphilosophische (die knechtische Existenzweise antizipiert eine kommende Sozialität) und eine anthropologische (Knechte haben bereits im Hier und Jetzt einen Zugang zu den sozialen Potenzialen ihres menschlichen Gattungswesens, der den Herren abgeht). Nachdem diese beiden Optionen anhand des Proletariats als Beispiel einer subalternen Sozialität abgewogen wurden, skizziert der Beitrag die Konturen einer allgemeinen Theorie subalterner Sozialität. Abschließend werden knapp einige Erfolgsbedingungen von Gegenvergemeinschaftungen identifiziert und sozialtheoretische Implikationen aufgezeigt.

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